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Prototype 2: Review
Es gibt viel zu entdecken in Prototype 2. Hier und dort liegen in den mehr oder weniger verseuchten drei Stadtzonen Blackboxes versteckt. Also Aufzeichnungen, die ihn nicht nur mit Hintergrundinfos füttern, sondern auch seine Waffensysteme verbessern. Von denen gibt es fünf, die Heller quasi als Erweiterung seiner Arme zur Verfügung stehen. Heller ist nämlich selbst eine Art Mutation. Mit seinen Klingen setzt er feindlichen Blackwatch-Soldaten, Panzern, Geschütztürmen oder Infizierten heftig im Nahkampf zu. Die extralange Klingenpeitsche holt sogar Helikopter aus der Luft. Mit Krallen oder Ranken lassen sich prima Gegner zerreissen. Und mit seiner keulenartigen Armmutation bringt Heller selbst grössere Widersacher mittels Mini-Erdbeben zu Fall. Manchmal sind die Waffen ganz gezielt einzusetzen, je nach Art des Gegners. Meistens jedoch reicht es, einfach wie ein Irrer auf die Knöpfe zu hauen. Sollte die Lebensenergie doch mal schwinden, flitzt Heller einfach aus der Gefahrenzone, schnappt sich Passanten und verleibt sich diese ein. Diese Möglichkeit macht im Notfall jeden Kampf zu einer relativ einfachen Angelegenheit.
Wissen einfach aufsaugenDie Fähigkeit, Lebensenergie aus absorbierten Lebewesen zu ziehen, hat noch weitere Vorteile. Heller kann auch die Form des Absorbierten annehmen und sich als Soldat in bewachte Gebäude schleichen und Handscanner bedienen. Einige Blackwatch-Soldaten oder Wissenschaftler tragen Markierungen über den Köpfen - sie übertragen bei Absorbierung Gedanken, Erlebtes und Informationen, die für Heller essentielle Stützen bei der Jagd nach Mercer sind. So schleicht und metzelt sich der Protagonist im Spiel von einer zwielichtigen Person zur nächsten, saugt alle wichtigen Details auf, lässt unzählige kurze Zwischensequenzen passieren, schliesst ein paar wenige Bündnisse, und hechtet direkt weiter zur nächsten Markierung auf der Karte. So oft und stets etwas hektisch, dass die Handlung tatsächlich ein wenig in Irrelevanz untergeht.
Wer auch Nebenschauplätze besuchen und Aufgaben abseits der Hauptaufgabenlinie lösen möchte, all die versteckten Blackboxes finden und Geheimagenten töten will, darf mit einer Spielzeit von ungefähr 14 Stunden rechnen. Obwohl das ständige Infiltrieren wichtiger Anlagen und die andauernde Absorbierung von Informanten irgendwann fast schon zu einem öden, repetitiven Unterfangen verkommt, überrascht Prototype 2 dann doch noch mit einigen Schmankerln. Schon allein die fünf Standardwaffen Hellers richten ordentlich Schaden an und garantieren spektakuläre Blutbäder - vor allem, wenn die ungekürzte Ab-18-Version gespielt wird. Später, wenn andere Zonen der Stadt zugänglich sind, darf Heller auch mal an die Steuerknüppel von Panzerfahrzeugen und Helikoptern. Dann wird aus allen Rohren auf Infizierte und ganz beiläufig auch auf nicht infizierte New Yorker gefeuert. Ein Menschenleben ist in Prototype 2 so gut wie nichts wert. Es sei denn, die Lebensenergie lässt sich damit auffüllen. Wen kümmert es in dieser halb zerstörten und völlig verseuchten Stadt, wenn ein Irrer mit einem Panzer reihenweise Personen zu Matsch fährt? James Heller ist ein tollwütiger Batman auf Speed!
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