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Heroes of Ruin: Review

  Nintendo 3DS 

Wer einen Windows- oder Mac OSX-PC besitzt sowie Hack-and-Slay-Spiele mag, dürfte aktuell noch mit Diablo III beschäftigt sein. Und die armen 3DS-Besitzer? Die quälen sich mit dem furchtbaren Browser womöglich auf GBase, um dort von Heroes of Ruin zu erfahren. Ein Spiel wie Blizzards vielfach gelobtes Werk? Von Square Enix? Das klingt doch fantastisch, oder?


Gestrandet

Die Geschichte von Heroes of Ruin fängt schon ausgesprochen vielversprechend an. Der Held beziehungsweise die Heldin macht sich auf, um einem erkrankten König in einem fernen Reich behilflich zu sein. Der wurde verflucht und wünscht sich Krieger herbei, die ihm ein Heilmittel beschaffen können. Der Protagonist erreicht mit seinem Schiff allerdings nicht sofort sein Ziel, denn ein riesiges Ungetüm zerstört seinen Kutter und prompt strandet man in einem fremden Land. Erzählt wird die Handlung in dezent seltsam anmutenden, aber beim näheren Betrachten wunderbaren Zeichnungen. Sogar komplett synchronisiert wurden die Ereignisse und Teile der späteren Gespräche mit anderen Figuren in der Spielwelt. Ungewöhnlich für ein 3DS-Spiel.

Bedauerlich ist, dass im Verlauf die Geschichte ein Mittel zum Zweck wird und nebenbei vor sich hinplätschert. Da wäre mehr möglich gewesen. Sei's drum - letztlich genügt das Gebotene, um sich unterhalten zu fühlen.



Vier Klassen

Wie bei Diablo werden angehende Abenteuer zu Beginn vor die Qual der Wahl gestellt, denn vier Charakterklassen stehen zur Verfügung, die optisch leider nur geringfügig angepasst werden dürfen. Der Barbar ist auf Nahkämpfe spezialisiert und verfügt über entsprechende Talente, die auf die Namen Jäger oder Verwüster hören. Der Revolverheld nutzt seine Pistolen, ist also auf Auseinandersetzungen aus der sicheren Ferne spezialisiert. Der Verteidiger haut mit seinem dicken Schwert zu und heilt vorzugsweise seine Mitstreiter. Die Architektin, die einzige weibliche Figur im Quartett, teilt mit einem magischen Speer und Zaubereien aus. Alles in allem wirken die Eigenschaften der vier Akteure ausgewogen, sind allerdings auch sehr genretypisch und konventionell.

Konventionell ist das Stichwort, denn Heroes of Ruin will das Rad gar nicht erst neu erfinden. Stattdessen erwartet Spieler typische Hack-and-Slay-Action in facettenreichen Schauplätzen. Solisten knüppeln und zaubern sich durch die weitläufigen Areale, vermöbeln allerlei Monster und Getier, sammeln Ausrüstungsgegenstände sowie Tränke ein, scheffeln Gold für regelmässige Händlerbesuche, und steigen in der Erfahrungsstufe auf. Hart genommen gibt es in der Tat keine ernstzunehmenden Unterschiede zu einem Diablo - nicht bezogen auf das grundlegende Spielkonzept. Die Differenzen liegen im Detail, wie so oft.

Action

Mit der Zeit und der gewonnenen Erfahrung erhält man neue Talente, die man aus einem primitiven Talentbaum auswählen kann. Das ist aber auch ein Problem des Spiels: Die Charakteroptionen auf dem Touchscreen werden ausgesprochen hässlich und unübersichtlich präsentiert. Bis man sich hier zurechtgefunden hat, vergeht seine Zeit. Ansonsten dominiert auch recht schnell die monotone Routine: Metzeln, metzeln, metzeln steht nun einmal auf der Tagesordnung. Die Dungeons sind zwar zufällig generiert, sehen sich teils sehr ähnlich, und zudem laufen die Kämpfe - abgesehen von Bossbegegnungen - meist nach dem gleichen Muster ab. Aber: Genrefreunde kommen auf ihre Kosten, eben weil sie genau das erhalten, was sie von einem solchen Spiel erwarten: Action in Reinkultur. Obendrauf gibt's viele Kampfmanöver sowie Magiegeschosse. Ausserdem kann man extra heftige Spezialattacken ausführen.

Was wiederum fehlt, das sind mehrere Schwierigkeitsgrade oder überhaupt Elemente, die den Wiederspielwert erhöhen. Wer alleine die Gefahren meistert, kann hier und da vielleicht ein paar Verstecke oder Nebenaufträge entdecken, das war's aber schon. Mit einer Spielzeit von rund zehn Stunden ist Heroes of Ruin ohnehin nicht sonderlich umfangreich. Aber für ein Handheld-Spiel sicherlich angemessen. Ausserdem existieren noch ein paar Aspekte, die zumindest Mehrspielerfreunde bei Laune halten.

Heroes of Ruin
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Sven Wernicke


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Sven Wernicke am 05 Jul 2012 @ 17:32
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