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The Legend of Zelda - Ocarina of Time 3D: Review

  Nintendo 3DS 

Ein Junge wälzt sich bibbernd in seinem Bett, geplagt von rastlosen Träumen. In ihnen sieht er ein Mädchen, das mit angsterfülltem Gesicht auf einem Pferd zu fliehen scheint. Es ist nur ein kurzer Augenblick, der beide miteinander auf ewig verbinden wird. Endlose Momente starrt der Junge ihr nach, als sie mit dem Pferd und ihrer Begleitung im Dunkel der verregneten Nacht verschwindet. Im nächsten Moment taucht ein mysteriöser Reiter auf, und schon seine äussere Erscheinung lässt vermuten, dass er keine guten Absichten hegt. Eindringlich versucht er aus dem Jungen herauszupressen, ob er das Mädchen gesehen hat. Doch der Junge, starr vor Angst, schweigt beharrlich.

In diesem Traum künden die düsteren Bilder vom Untergang des Königreichs Hyrule - weit entfernt von der idyllischen Heimat des Jünglings, der als Aussenseiter sein Dasein im Kokiri-Wald fristet. Aussenseiter deshalb, weil er der Einzige im Dorf ist, der keine Fee besitzt. Er ist so anders unter all den immer kindlichen Waldbewohnern, und doch zu Höherem berufen, wie er bald erfahren soll. Er ist Held einer Reise, die ihn nicht nur in fremde Länder führt, sondern eine Quest erfüllen lässt, die ihn über die Grenzen der Zeit hinaustragen wird.

Ein Klassiker anno 1998

Als The Legend of Zelda: Ocarina of Time im Jahr 1998 das Licht der Welt erblickte, war die Euphorie gross. Abgesehen von Super Mario 64 gab es bis dato kein Spiel, das so eindrucksvoll unter Beweis stellte, dass von Entwicklern auf 2D beschränkte Genres wie das Jump 'n' Run oder das Adventure den Sprung in dreidimensionale Bereiche mit Bravour meistern könnten. Und während der Klempner aus dem Hause Nintendo die volle Bewegungsfreiheit feierte, überzeugte Zelda in anderen Bereichen: Storytelling beispielsweise.

Das dreidimensionale Hyrule, jenes Fantasiereich, in dem die Serie zumeist spielt, war offen, weit, und bevölkert von skurrilen Gestalten. Es war ein Ort, an den man sein Herz verlieren konnte, eine Bit gewordene Sehnsucht des kindlichen Entdeckers im Spieler. Eine Bühne für eine grossartige Geschichte, die sich zwar immer am Campbell'schen Archeplot orientierte, aber Intentionen und Ziele seiner Handelnden so überzeugend darlegte, dass es den Spieler immer wieder in den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse zog. Auch nach Jahren und etlichen Spieldurchläufen.



Doch auch abseits der Geschichte war Ocarina of Time clever gestrickt. Die Dungeons, jene Verliese also, in denen das Alter Ego Abenteuer zu bestehen hatte, bestachen durch ausgeklügelte Rätsel sowie herausfordernde Endbosse, und bezogen die Umgebung in all das ein - ganz zu schweigen von den Rätseln zwischen den Zeitebenen.

Kind seiner Zeit

Und dann war da noch die Technik. Gut, der Sound war mittelprächtig. Das heisst nicht, dass die Musikstücke schlecht waren, im Gegenteil. Hauskomponist Koji Kondo bewies mit fast jedem Score, dass er es schafft, den Spieler auch auditiv zu verzaubern. Doch aufgrund des begrenzten Speicherplatzes waren sämtliche Stücke nur in MIDI-Qualität zu hören - kein Vergleich mit den Scores von PlayStation-CDs. Die Grafik jedoch - ein Augenschmaus für die damalige Zeit. Geschmeidige Animationen, verblüffende Spezialeffekte, organische, nahtlose Texturen. Das war einmal. N64-Spiele im Allgemeinen altern deutlich schlechter als Spiele anderer Plattformen. Mittlerweile ist Ocarina of Time eher dem Kubismus zuzuordnen als einer fotorealistischen Abbildung Hyrules, wie es die Magazine anno dazumal abfeierten.

Und die Steuerung? Gewöhnungsbedürftig, aber genial umgesetzt. Und Ocarina of Time setzte Trends. Das bekannte Lock-on-System beispielsweise, das auf Knopfdruck Gegner automatisch fokussierte und sie nicht aus dem Blick liess. Oder der kontextsensitive A-Knopf, der je nach Situation eine andere Aktion erlaubte. Heute feiert Cliffy B. das als seine Erfindung (Gears of War), doch entwickelt und erstmalig eingesetzt hatten es die Japaner. Einzig das Inventar war eine Baustelle. Zwar tat man gut daran, drei Items simultan zu erlauben, doch das ständige Umrüsten des Helden - insbesondere im berüchtigten Wassertempel - wurde zur Geduldsprobe, da die Menüs träge waren. Genau wie die ab und an zickige Kamera, die regelmässig ihren an und für sich zuverlässigen Dienst verweigerte.

The Legend of Zelda - Ocarina of Time 3D
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Daniel Wendorf


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Daniel Wendorf am 15 Jun 2011 @ 19:01
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