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Nintendo 3DS: Hardware-Test Special

  Nintendo 3DS 

Text von Daniel Wendorf
Als Nintendo vor fast sechs Jahren den DS veröffentlichte, glaubte wohl kaum einer an einen lang anhaltenden Erfolg des Handheld, geschweige denn das erfolgreichste mobile System überhaupt. Zu abstrakt war die erste Konsole unter der Ägide des neuen Präsidenten Satoru Iwata, welcher eine andere Designphilosophie verfolgte, als dies Yamauchi über Jahrzehnte getan hatte. Zwei Bildschirme (die es so zumindest beim Game & Watch gab), einer davon berührungsempfindlich (was den Palms entlehnt wurde), eine Palette an Software, die nur selten Hardcore-Spieler bediente, und Technik, die schon im Veröffentlichungsjahr sehr rückständig war. Dass Nintendo in der letzten Generation so viele Konsolen des DS verkaufen konnte, lag sicherlich an der konstanten, zielgerichteten Zielgruppenerweiterung. Urplötzlich waren auch die Mamas und Papas begeisterte Zocker, indem sie ihre Gehirne trainierten, mit Professoren auf Rätselsuche gingen oder virtuelle Welpen liebkosten.

Wie soll man einen so durchschlagenden Erfolg noch steigern können? Das Zauberwort heisst 3D. Das ist spätestens seit James Camerons Avatar in aller Munde und hat selbst auf grossen Fernsehern Einzug gehalten - die PlayStation 3 demonstriert das ja mit aller Macht. Problem: Um in den Genuss stereoskopischer Bilder zu kommen, benötigt man einen passenden Fernseher plus Shutter-Brillen. Das geht ins Geld, sieht selten attraktiv aus und schmälert im gewissen Rahmen den Genuss der dreidimensionalen Bilder. Nintendo bedient sich beim Nintendo 3DS, der heute erschien, einem anderen Ansatz, der nur im Kleinen funktioniert, aber für erstaunliche Ergebnisse sorgen kann. GBase hat sich die Hardware plus Software angeschaut und stellt euch en detail vor, was Zocker mit der neuen Konsole erwartet.

Willst du alles über die 3DS Launch-Games erfahren? In einem Special haben wir alle Games zusammengefasst.



Altbekannt und doch neu

Äusserlich hat sich erst einmal nicht viel getan. In einem kompakten Gehäuse mit Klappdeckel verstecken sich zwei Displays, ein Steuerkreuz, vier Aktionsknöpfe, Select- und Starttaste. Neu sind eine Analogscheibe und der Home-Button. Genau wie beim Vorgänger ist das untere Display berührungsempfindlich. Ihr könnt per Finger- oder Stiftdruck durch die Menüs navigieren, Kläffer und Katzen streicheln, virtuelle Pilotenlizenzen unterschreiben oder die Taktik eurer Fussballmannschaft im laufenden Spiel festlegen. Der Clou ist das obere Display. Im 16:9-Format präsentiert dies nicht nur schnöde 2D-Bilder, sondern ermöglicht per Schieberegler an der Seite des Deckels einen stufenlosen 3D-Effekt. Ohne Brille. Ein Novum in der Welt der Spiele. Das Kaufargument für den 3DS. Und mit an grosser Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit auch ein Element, das für zweierlei Missverständnisse sorgen wird.

Nintendo 3DS Bild

Die beiden Missverständnisse

Denn erstens handelt es sich beim 3D-Display nicht um einen holographischen Bildschirm, wie ihn etwa Sony in Entwicklung hat, sondern um ein Linsenrasterverfahren, das durch Glasprismen über dem Display das Bild in Streifen schneidet - also ein Bild auf das linke und ein weiteres, leicht versetztes Bild auf das rechte Auge gibt. Die Folge: Das Gehirn setzt beide Bilder zu einem dreidimensionalen Eindruck zusammen. 3D ist möglich, aber nur für einen Spieler. Guckt eine zweite Person von der Seite auf den Screen, sieht sie entweder gar nichts oder zwei versetzte Projektionen. Ein Ärgernis? Nicht ganz - wem schlecht wird oder wer seinen Freunden die neuesten Games auf dem Handheld zeigen möchte, der kann diesen Effekt abschalten.

Und zweitens ist der 3D-Schieberegler kein Wow-Meter. Soll heissen: Der 3D-Effekt wird nicht krasser oder bombastischer, je weiter man das Teil gen Anschlag schiebt, sondern verschiebt den Fokus. Stellt euch das so vor: Ihr steht in der Landschaft, vor euch Bäume und weit dahinter der Horizont. Schiebt ihr den Regler nach oben, ist das, als ob ihr in die Ferne schauen würdet. Regelt ihr den Effekt herunter, ist der Effekt der gleiche, als ob ihr euch auf die nahen Bäume konzentrieren würdet. Der Regler ist ferner dafür gedacht, das Geschehen für eure Augen möglichst angenehm zu machen. Im Praxistest stellten wir fest, dass wir je nach Spielsituation den Schieber munter hin- und hergeschoben haben. Anstrengend war das nicht, wohl aber notwendig, damit die Augen nicht ermüden. Apropos: Für Kinder unter sechs Jahren ist der Effekt von vornherein nicht zu empfehlen, da das räumliche Sehen bei Kleinkindern noch nicht ausgeprägt ist und es über dieses Display zu Schäden kommen kann.

Preis, Inhalt

Für satte 249 Euro / 329 Schweizer Franken ersteht Otto Normalverbraucher das Gerät von Nintendo. Im Lieferumfang enthalten sind die Konsole selbst, eine 2 GB-SD-Karte (direkt im SD-Slot), ein Stylus, ein Netzteil, eine Ladeschale, sechs AR-Karten und eine dicke Anleitung. Ab Werk installiert sind ein Fotomodus, Musikabspielsoftware, der von der Wii bekannte Mii-Kanal, ein Erstellungs-Tool für euer Alter Ego, die AR-Applikation, die AR-Ballerei Face Raiders, eine angepasste Version des Laufrhythmus vom DS, die sich hier Aktivitätslog nennt, und die Download-Spielfunktion für Single-Card-Duelle. Üppig, weshalb wir im Folgenden auf die einzelnen Elemente eingehen möchten.

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Andy Wyss


 
Andy Wyss am 25 Mrz 2011 @ 17:16
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