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Nintendo 3DS: Launch-Games Special

  Nintendo 3DS 

Seit ein paar Tagen ist es nun also endlich auch in Europa erhältlich, Nintendos Handheld-Wunder mit dem schlichten, aber trotzdem vielsagenden Kürzel 3DS. Dieses hat ja bekanntlich gleich zwei Bedeutungen. Zum einen sagt es uns, dass 3D-Technologie definitiv im Gaming- und auch Handheld-Sektor Einzug gehalten hat, und zum anderen verfügt das Gerät ja nach wie vor noch über zwei Bildschirme (DS steht für Dual Screen, Double Screen oder Developers' System). Doch mit Hardware-Details wollen wir euch an dieser Stelle nicht langweilen - alles Wissenswerte rund um das Grundgerät findet ihr in unserem grossen Hardware-Special.

Wie allerdings steht es um die Spiele? Kann das Software-Aufgebot zum Start des 3DS begeistern? Gibt es gar bereits erste Enttäuschungen? Diese und weitere Fragen wollen wir euch in einem Special beantworten. Ihr werdet feststellen, dass wir nicht das gesamte Start-Line-up behandeln. Einige grössere Titel, darunter zum Beispiel Ridge Racer 3D, bekommen den wohlverdienten vollumfänglichen Testartikel.

Pilotwings Resort

Hach was war die Freude gross, als Nintendo endlich bestätigte, ein neues Pilotwings-Abenteuer in der Mache zu haben. Es wurde nach 1997 schliesslich auch verdächtig still um die beliebte Flugsimulationsserie, die eine Ruhe ausstrahlt wie keine zweite. Ganz in der Tradition der Serie verspricht nun also auch Pilotwings Resort als Starttitel für den Nintendo 3DS viel Ruhe. Gemütlich segeln wir im Freiflugmodus über Wuhu Island, das viele schon aus dem Titel WiiSports Resort kennen dürften, und sammeln die überall und teils gut versteckten Artefakte ein, die, haben wir genügend gefunden, Dioramen freischalten.

Doch das Herzstück von Pilotwings Resort ist nicht der Freiflug-, sondern wie gewohnt der Missionsmodus, der über eine gute Lernkurve verfügt und niemals unfair ist. Die Aufgaben werden zwar von Klasse zu Klasse immer etwas schwerer, doch versagt man, kann man den Fehler stets bei sich selbst suchen. Mal lenkt man mit dem Gleiter zu spät ein, mal verbrät man mit dem Raketengürtel zu viel Treibstoff und stürzt ab. Pluspunkt: Pilotwings Resort gibt sich jederzeit und auch bei den Rücksetzpunkten fair. Die Missionen, von denen es anfänglich 39 an der Zahl gibt, sind in fünf Klassen aufgeteilt - namentlich erwähnt sind dies die Anfänger-, Bronze-, Silber-, Gold- und Platinklassen. Die Missionen offenbaren denn auch schon nach wenigen Spielminuten ihr süchtig machendes Potential. Man ist ständig in Versuchung, das Beste aus sich und seinem fliegenden Gefährt herauszuholen.

Doch gerade bei den Flugobjekten macht sich schnell Ernüchterung breit. Bot der Vorgänger auf dem Nintendo 64 noch ganze sieben, gibt es nun nur noch drei Modellarten, von denen es im weiteren Spielverlauf aber immerhin schnellere Varianten gibt. So wird das einfache Flugzeug zum Turbo-Jet, der Raketengurt zum Super-Raketengurt und der Hängegleiter zu einem Tretgleiter umfunktioniert. Grundlegend anders steuern sich die alternativen Fluggeräte allerdings leider nicht. Weniger Abwechslung als noch im direkten Vorgänger gibt es auch bei der Spielumgebung. Gab es dort noch vier verschiedene, bleibt's bei Pilotwings Resort bei der einen - namentlich Wuhu Island. Wenigstens gibt es abseits der Hauptinsel noch ein paar kleinere Eiländer.



Und noch einen nicht unwichtigen Punkt gibt es auf der Habenseite zu verzeichnen: Nach gut drei Stunden habt ihr das neue Pilotwings im Grunde durchgespielt. Viel Neues werdet ihr nach dem Erleben des Abspanns wahrlich nicht mehr zu sehen bekommen. Das ist überaus schade und man fragt sich zu Recht, ob man Pilotwings Resort wirklich zum Vollpreis erwerben sollte. Hier hätte Nintendo gegenüber dem Käufer so fair wie der Schwierigkeitsgrad im Spiel selbst sein sollen. Selbst wer die rosafarbene Fanboy-Brille aufhat, muss erkennen, dass der gebotene Inhalt dem Preis nicht gerecht wird. Immerhin, und das ist jetzt wieder ein Pluspunkt: Die Motivation, in allen Missionen drei Sterne zu holen, ist gross und wird auch belohnt - womit, sei an dieser Stelle nicht verraten. Perfekt abgeschlossene Missionen werden übrigens ebenfalls speziell gekennzeichnet.

Nintendo 3DS BildFazit von Andy Wyss
Als Fan der Serie blutet mir ehrlich gesagt das Herz. Zum Vollpreis erhält man gerade mal drei grundverschiedene Fluggeräte und eine grosse Insel. Auf dieser gibt es zwar einiges an versteckten Höhlen oder Pfaden zu entdecken, und der Freiflugmodus lädt zur entspannten Entdeckungsreise ein, doch alles in allem ist bis auf den wirklich sehr gelungenen 3D-Effekt keine wirkliche Evolution zum Vorgänger zu verzeichnen - schade! Trotzdem: Pilotwings Resort bietet auch viele Stärken, die schon die Vorgänger gross und stark gemacht haben. Die Steuerung per Slide-Pad (ich streube mich gegen die Verwendung des eingedeutschten Wortes!) ist fabelhaft gelungen, ich werde zu Bestleistungen motiviert und dafür auch belohnt, und der Entdeckerdrang wird gestillt - zumindest für eine kurze Weile. Denn nach drei, vielleicht auch vier Stunden hat man wirklich alles gesehen, was das Spiel zu bieten hat. Gibt's trotzdem eine Kaufempfehlung von mir? Ja, aber nur knapp, und auch nur für Fans der Serie, die Pilotwings Resort nicht zum Vollpreis erstehen wollen. Hardcore-Fans dagegen plündern ihr Sparschwein und legen der guten alten Zeiten willen nochmals 'nen Zehner drauf!

Wertung: 6.5

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Andy Wyss


 
Andy Wyss am 04 Apr 2011 @ 08:53
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