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Gothic 3 - Götterdämmerung: Review

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Nach dem Markenstreit zwischen JoWooD und Piranha Bytes und der Aufkündigung gegenseitiger Zusammenarbeit sah es düster aus, was die Zukunft der Gothic-Reihe angeht. Während die Piranhas mittlerweile an einem neuen Rollenspiel namens Risen werkeln, beauftragte JoWooD die deutsche Spieleschmiede Spellbound mit der Entwicklung von Gothic 4 und versprach nach dem Bug-Desaster Gothic 3 deutliche Verbesserungen bei der eigenen Qualitätssicherung. Als eine Art Verbindungsstück zwischen dem dritten und vierten Teil soll die Erweiterung Gothic 3: Götterdämmerung dienen, die seit November erhältlich ist. Ein indisches Studio wurde mehr oder weniger planlos an das Projekt herangesetzt. Herausgekommen ist ein Endprodukt mit so unglaublicher Fehlerdichte, dass einem hinsichtlich Gothic 4 Angst und Bange wird.

Namenlos und einen an der Klatsche

Ein paar Jahre nach dem Ende von Gothic 3 - nun ja, einem der drei Enden eben - ist Myrtana erneut vom Krieg gezeichnet. Thorus und Gorn liefern sich als Kriegsherren gnadenlose Gefechte. Ersterer hat sich als Anführer der Orks etabliert und in Trelis verschanzt, während Gorn mit Rebellentruppen Gotha besetzt. Der Namenlose und Xardas beobachten das Treiben auf dem Festland aus einer anderen Dimension und geraten in einen Interessenkonflikt. Der Held will Myrtana tatkräftig Frieden bringen, doch der Schwarzmagier ist der Meinung, dass Orks und Menschen sich früher oder später von alleine einigen werden. Es kommt zum Kampf zwischen den beiden Freunden. Letztlich setzt der Namenlose seinen Willen durch und teleportiert sich zurück nach Myrtana.

Merkwürdiger Beginn, oder? Es geht auch so seltsam weiter, entwickelt der Namenlose doch mit der Zeit geradezu faschistische Tendenzen, indem er meint "Sobald Myrtana vereint ist, ist für Schwächlinge kein Platz mehr!" Auch wirkt er allgemein weniger neutral als früher, sagt allzu oft von sich aus eine Meinung, anstatt uns in Multiple-Choice-Dialogen eine Richtung wählen zu lassen. Schade, denn gerade die Neutralität machte ja einen Grossteil der Identifikation mit ihm aus.

Seine Ankunft in Myrtana, das grössentechnisch signifikant verkleinert wurde und nur noch kleine Teile der Wüste und Nordmar enthält, verläuft etwas unsanft, weshalb er leicht verwirrt in Silden erwacht. Die Verwirrung geht selbstverständlich mit dem Verlust vieler Fähigkeiten einher, doch ist der Namenlose immerhin noch Schwertkampfmeister sowie Orktöter und versteht sich weiterhin in der Herstellung von Heiltränken. Von Silden-Anführer Anog erfahren wir Näheres zur aktuellen Lage auf dem Festland, müssen uns für weitere Informationen und Hilfe allerdings erst sein Vertrauen verdienen. Schon relativ früh wird deutlich, wie fehlerbehaftet die Erweiterung ist. Mit einem Stirnrunzeln stossen wir direkt in Silden auf Feuerkelche und Fischfässer, die eigentlich Quest-Gegenstände aus dem Hauptprogramm sind und nicht aufgenommen werden können. Dies zieht sich durch die komplette Spielwelt - Wenzels Schwert dürfte Kennern des dritten Teils etwa auch noch ein Begriff sein.

Na ja, was soll's, schauen wir uns eben in Silden um und halten nach Aufträgen Ausschau. Ein Fischer beklagt sich über einen Möwenschwarm auf dem Dach, der Dreck und Krach verursacht. Irgendein Vogelnarr soll daran Schuld haben. Eine lange Spur von Brotlaiben zieht sich durchs Dorf und führt direkt zu dem Verursacher. Der verrückte Kerl hält sich selbst für lebendes Geflügel und lebt inmitten von Hühnern. Weil er nicht mit sich reden lassen will und uns angreift, hauchen wir ihm kurzerhand sein Leben aus. Solch schräge Charaktere gibt es zuhauf in der Erweiterung, an dieser Stelle sei nur noch der ängstliche Ork Theo erwähnt, der von seiner Einheit desertieren möchte und grosse Panik vor Schwertern hat.

An Fehlern fehlt es nicht

An Humor fehlt es Götterdämmerung also nicht, wohl aber an Qualität. Obige Uralt-Items aus dem Hauptprogramm sind nur die Spitze des Eisberges. Es geht weiter mit leeren oder unvollständigen Texteinblendungen bei Dialogen; teils fehlen sogar ganze Sprach-Samples. Auf das Quest-Log brauchen wir auch nicht hoffen, da manche Missionen nur leere Einträge aufweisen. Wissen wir doch mal, was zu tun ist, versauen irgendwelche anderen Fehler die Atmosphäre. So müssen wir etwa ein paar Händler von A nach B eskortieren und treffen unterwegs auf eine Ork-Patrouille. Wir greifen sie an und können sie auch erfolgreich erledigen. Nützt aber rein gar nichts, weil die verbündeten Personen im Anhang es irgendwie geschafft haben, sich gegenseitig anzugreifen. Sie sind so sehr mit der Prügelei beschäftigt, dass sie uns nicht mehr folgen und der Auftrag somit nicht abgeschlossen werden kann. Da hilft also nur das Laden eines früheren Spielstandes.

Gothic 3 - Götterdämmerung
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Daniel Boll

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Daniel Boll am 06 Jan 2009 @ 14:58
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