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Vikings - Wolves of Midgard: Preview

  Personal Computer Playstation 4 Xbox one 

Die Wikinger und ihre Zweiklassengesellschaft

Das Kämpfen fühlt sich grundsätzlich sehr gut an, sowohl die Bewegungen als auch die Angriffe gehen gut von der Hand. Weniger geschmeidig sieht dafür das Kampfverhalten der GegnerInnen aus. Insbesondere große GegnerInnen mit einer niedrigen Angriffsfrequenz wie etwa die riesenhaften Jötunns wirken sehr starr, da sie sich zwischen ihren Attacken nicht/kaum bewegen (wenn sie nicht gerade laufen) und die Angriffsanimation generell sehr plötzlich einsetzt. Das Ganze wirkt dadurch sehr abgehackt. Ein weiteres Problem stellen die kleinen/normal großen GegnerInnen in Vikings dar. Diese sind nämlich die wahren Herausforderungen im Spiel. Ihre Angriffe sind so schnell und kurz, dass das Ausweichen für Nahkämpfer nicht effektiv ist, da nach Abschluss der Rolle die Feinde bereits wieder zum Angriff übergehen. Somit bleibt uns nichts anderes übrig, als panisch im Kreis zu rennen und zu hoffen, so die Scharen an Wölfen, Goblins und Menschen zu separieren und einzeln zu erledigen. Denn sind wir erst einmal umzingelt, bedeutet das unseren sicheren Tod. Dadurch kann der Nahkampf, auf dem die meisten Klassen aufbauen, mitunter sehr frustrierend sein.

Beginnt man, die Klassen miteinander zu vergleichen, stellt man schnell ein großes Balancing-Problem fest, bei dem der/die BogenschützIn ganz klar als SiegerIn hervorgeht. Mit dem Bogen sind wir nämlich dazu in der Lage, die meisten GegnerInnen zu töten, ohne dass diese auch nur in unsere Nähe gelangen. Auch die Ausweichrolle kann viel effektiver genutzt werden, da wir diese nutzen können, um bequem aus der Reichweite der Feinde zu gelangen und dann munter weiterzuballern. Hit & Run eben. Dafür gibt es aber besonders zu Beginn einen ganz gewaltigen Nachteil. Im Gegensatz zu den anderen Klassen kann der/die BogenschützIn mit dem Standardangriff nämlich nur einen Gegner gleichzeitig treffen und somit keine Mehrfach-Kills erzielen. Diese sind aber besonders lukrativ, da sie eine große Menge an Bonusblut gewähren. So mussten wir feststellen, dass der/die BogenschützIn im Vergleich zu den anderen Klassen kurz vor Beendigung des ersten Levels nur 75 % des gesammelten Blutes hatte.

Vikings - Wolves of Midgard Bild
Etwas gleichmäßiger gestaltet sind hingegen die Level. Diese sind zwar sehr schlauchig, was gar nicht schlimm ist, haben aber immer hier und da eine Abzweigung, die das Ganze etwas auflockert. Des Weiteren sind sie abwechslungsreich und mit viel Liebe zum Detail gestaltet worden und laden dazu ein, die Gegend zu erkunden (und zu zerstören, was nicht niet- und nagelfest ist). Auch die Länge ist recht ausgewogen, immer irgendwo zwischen nicht zu lang und nicht zu kurz, und am Ende wartet stets ein Boss, der es mitunter echt in sich hat. Optisch macht das Spiel somit also durchaus was her. Akustisch hingegen nicht so. Die Musik ist eher fad und die deutsche Synchronisation mit ihrer Monotonie ein Gräuel. Besonders schlimm ist dabei die Synchronstimme des männlichen Protagonisten. Diese klingt nämlich durchgängig so, als wäre sie übersteuert worden, um "männlicher" zu klingen. Die Vertonung ist also insgesamt nicht sehr gelungen.

Und damit kommen wir wieder zum Anfang unseres Textes. Erinnert ihr euch, dass wir meinten, wir würden eine Hohlbirne spielen? Das ist leider unser bitterer Ernst. Der/die ProtagonistIn plappert pausenlos vor sich hin und versucht dabei krampfhaft lustig zu sein – ohne Erfolg. Noch schlimmer sind da nur die Dialoge. Während die alte weise Frau versucht, uns den Weg zu weisen und uns unser Schicksal zu offenbaren, hören wir gar nicht hin und antworten nur (sinngemäß): "Ist mir egal, ich will was töten ... AHU!" Und das jedes Mal. Davon einmal abgesehen, plätschert die fast nicht existente Story sowieso nur so vor sich hin. Von den Dorf-NSCs werden wir von einer Mission zur anderen geschickt, die vollkommen willkürlich wirken und selten einen echten Zusammenhang aufweisen. Letzten Endes können wir so viel zur Geschichte sagen: Es geht um irgendwas mit Riesen, Eindringlingen aus dem Süden, anderen Wikinger-Clans und den "lustigen" Hut eines Bischofs.

Vikings - Wolves of Midgard
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Jakob Gustavs am 20 Mrz 2017 @ 19:48
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