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Das Testament des Sherlock Holmes: Review

  Personal Computer Playstation 3 XBOX 360 

Wir lernten mal, dass grosse Krimi-Autoren im Grunde nur ihre eigene Intelligenz darstellen und den Leser auf eine Probe stellen wollen. Im Fall von Sir Arthur Conan Doyle ist das schon ein recht eindrucksvolles Zur-Schau-Stellen gewesen, schliesslich hat der Brite mit Sherlock Holmes einen übermächtigen und fast schon allwissenden Detektiv erschaffen, der auch heute noch in Zeiten von CSI und Monk fast alles in den Schatten stellt. Deshalb dürfen wir nun auch mal virtuell ran - nicht zum ersten Mal, aber im fünften Ableger von Frogwares geht es ums Ganze: Das Testament des Sherlock Holmes, weshalb auch alles mit ein paar Kindern auf einem Dachboden beginnt.

Es ist doch nur eine Kette!

Tatsächlich fängt so alles an: Drei Kinder stöbern auf einem Dachboden herum, offensichtlich befindet sich dort der Nachlass von Sherlock Holmes. Eines der Mädchen ist seine Enkelin, zufälligerweise ist auch noch der Enkel von Dr. Watson mit dabei. Als die drei ein altes Tagebuch finden, beginnt die Reise in die Vergangenheit und wir übernehmen nach der Anfangssequenz die Steuerung von Sherlock Holmes, der einen recht simplen Fall zu lösen hat. Das Szenario dient gleich als Einführung und Übung für die Steuerung und die Methoden, mit denen der Meisterdetektiv im Verlauf des Spiels alle Verwicklungen löst. Zwei Dinge fallen aber schon zu Beginn auf: Die Grafik ist nur durchschnittlich und die Steuerung ist hakelig und ungenau. Zwar lässt sich in den Optionen noch die Sensibilität der Steuerung einstellen, aber das ist keine grosse Hilfe.

In der Einführung geht es um eine Perlenkette, die gestohlen zu sein scheint. Der gute Holmes hat die Lösung schon parat, will aber seinem Freund Watson nun noch die stichhaltigen Beweise vorlegen. Dafür sehen wir uns im Zimmer um, klicken dann die Dinge an, die beim Darüberfahren mit dem Fokussymbol mit einer Lupe gekennzeichnet sind, und erfahren, was es damit auf sich hat. Erscheint ein Handsymbol, können wir interagieren - im Perlenketten-Fall ist das ein Notenblatt, das wir mit einer Lupe genauer untersuchen und dann Beweise sicher. Dass anschliessend die Lupe automatisch aus dem Inventar verschwindet, ist nur eine der Ungereimtheiten, die der Titel spielerisch mit sich bringt, denn im späteren Verlauf fallen Dinge aus dem Inventar, die wir nicht mehr benötigen. Eine Eigeninitiative des Spielers ist nicht notwendig, fast alles läuft automatisch ab. Dabei geht es nicht um Verbrauchsmaterialien, sondern um handfeste Gegenstände wie Sägen oder Diamanten. Haben wir alle Beweise abgegrast, zieht Holmes seine Schlüsse und erklärt Watson und Inspector Baynes von Scotland Yard die Sachlage - der Fall mit der Perlenkette ist gelöst. Und danach geht es richtig los.



Logisch oder eher zufällig kombinieren?

Die Perlenkette ist jedoch gar nicht so unscheinbar und unwichtig, wie es auf den ersten Blick scheint. Sie ist Teil eines grossen Planes. Dieser Handlungsstrang, der mit einem schönen Dreh für Spannung sorgt, hält den Spieler auch bei der Stange. So zäh das Abklappern von Beweisen auch sein mag, die Geschichte ist gut erzählt und kann den Spieler von Anfang bis Ende fesseln. Das Gameplay selbst trägt hingegen nicht dazu bei. Zu umständlich ist die Suche nach Hinweisen, die gerade in grossen Arealen zu einem mühsamen Unterfangen wird. Da hilft auch nicht Holmes' sechster Sinn, der bei Bedarf über die linke Schultertaste auf Hinweise aufmerksam macht, weil das schlicht und ergreifend nicht immer funktioniert. So tapert man auf der Suche nach einem Lupen- oder Handsymbol immerhin dreidimensional durch Räume oder Strassen - wahlweise in einer Third-Person- oder in der Ego-Perspektive. Letztere hat den Vorteil, dass ein Fokussymbol in der Mitte des Bildschirms eingeblendet wird und man so etwas genauer Dinge auswählen kann. Aber all das bleibt schwammig und wirkt unausgereift.

Dabei steckt so viel Potential in dem Titel: Beim ersten Mord trägt Watson die Fakten rund um die Tat in seinem Notizbuch zusammen und wir kombinieren das Ganze zu einer schlüssigen Theorie - Deduktion leicht gemacht, oder auch nicht. Dieses Vorgehen, das tatsächlich mal so etwas wie logisches Denken und echte Detektivarbeit fordert, ist leider nur drei Mal im gesamten Spiel gefragt. Zudem gibt es auch hier einige Ungereimtheiten, die ein logisches Arbeiten eher dem Zufall oder dem Trial & Error-Prinzip überlassen, denn nicht immer sind die Auswahlmöglichkeiten der Schlussfolgerungen eindeutig formuliert.

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Alexander Boedeker


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Alexander Boedeker am 27 Sep 2012 @ 14:26
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