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Mafia II: Review

  Personal Computer XBOX 360 

Fast auf den Tag genau acht Jahre nach The City of the Lost Heaven geht Illusion Softworks' Mafia-Epos in die zweite Runde. Schauplatz ist diesmal die fiktive Stadt Empire Bay, die in den 1950er-Jahren von nicht minder skrupellosen Vertretern der ehrenwerten Gesellschaft korrumpiert wird. Ohne Frage ist Mafia II ein Spiel, auf dem eine hohe Erwartungshaltung lastet, bedenkt man alleine die erzählerische Brillanz des Vorgängers. Wir haben den Titel bereits durchgezockt und klären, warum sich das Warten für Hobbymafiosi gelohnt hat.

Vom Regen in die Traufe

US-Soldat Vito Scaletta kehrt zwecks Fronturlaub in seine Heimatstadt Empire Bay zurück. Der Zweite Weltkrieg ist noch in vollem Gange, doch Vitos Familie steht vor dem finanziellen Abgrund. Der Vater starb mit einem Berg Schulden. Geld, das er sich von zwielichtigen Typen geliehen hatte, die es nun auf seine Tochter abgesehen haben. Vito entschliesst sich, die Schulden seines Vaters zu begleichen. Dank guter Beziehungen seines Sandkastenkumpels Joe bekommt er die US-Armee vom Hals und steigt in kleinere kriminelle Geschäfte ein.

Die Handlangerarbeiten ziehen sich durch die erste Spielhälfte. Autos klauen, Schulden eintreiben, Raubüberfälle. Kleinkram, der stetig die Taschen füllt und den Lebensstandard hebt. Mit den Auftraggebern gibt es eher knappe Gespräche und spärlichen Umgang. Kaum eine Chance, hinter die Kulissen der Cosa Nostra zu blicken. Geschweige denn, eine tiefere Bindung zu wichtigeren Leuten aufzubauen. Als kleiner Fisch bekommt man eben nicht viel mit. Zweifellos richtig, aber der Handlung schadet es enorm. Emotionale Momente werden zur Seltenheit. Da wird ein Dritter angeschossen, der schnellstens zu einem Arzt gebracht werden muss. Na gut, aber wen kümmert's? Wer ist dieser blutende Kerl auf der Rückbank eigentlich? Name und Funktion sind bekannt, aber eine tiefergehende Beziehung konnte nicht wirklich aufgebaut werden. Warum muss die Geschichte auch so schrecklich sprunghaft sein? Unvermittelt wird man aus dem Geschehen gerissen und ein paar Jahre in die Zukunft versetzt. Neue Ausgangssituation, neue Gesichter, neue Entwicklungen. Und von Letzteren bekommt man auch ohne Zeitsprünge schon nicht genug mit.



Zurück zu alten Stärken?

Das war im ersten Teil anders. Da wurde man wirklich in eine Familie aufgenommen. Salieris Bar war ein Sammelsurium an markanten und teils schrägen Persönlichkeiten. Der stotternde Automechaniker Ralph etwa - oder der kauzige Paulie. Beide hatten einen gigantischen Wiedererkennungs- und Unterhaltungswert. Nach jeder Mission freute man sich auf ein Wiedersehen mit den Jungs. Vor allem gab es aber so etwas wie einen stetigen roten Faden. Die Fehde zwischen Salieri und Morello war allgegenwärtig und nachvollziehbar. Mafia II hat als ständige Bezugsperson lediglich Joe zu bieten. Der stämmige, etwas naive Kerl sorgt mit seiner Vorliebe für Alkohol und leicht bekleidete Damen für einige Lacher und turbulente Situationen. Dennoch wird man das Gefühl nicht los, als würde dem ganzen Handlungsrahmen Substanz fehlen.

Das gilt ausdrücklich nicht den Zwischensequenzen selbst. Die sind so brillant gelungen, wie man es erwartet hat. Souverän meistern die virtuellen Darsteller die cineastischen Szenen, hantieren selbst mit fotorealistisch anmutenden Whiskeygläsern oder Bierflaschen glaubwürdig. Emotionen werden authentisch rübergebracht, auch dank der exzellenten deutschen Vertonung. Als einziger Makel ist hier die gelegentlich aussetzende Lippensynchronität zu nennen. Die obigen Schwachpunkte mal beiseite geschoben, fehlt es Mafia II wahrlich nicht an einer tollen Atmosphäre. Schon alleine die liebevoll gestalteten und stimmungsvoll ausgeleuchteten Innenareale sind heimliche Stars des Spiels. Absolute Hingucker.

Altbewährtes aufgebessert

Manche Aufträge kommen seltsam vertraut vor. Einen Laster mit Kisten beladen, Prügel austeilen, Leute beschatten. Und dennoch trügt der Anschein, Mafia II bediene sich schamlos beim Vorgänger, ohne eigene Innovationen mitzubringen. Da wäre beispielsweise das neue Nahkampfsystem. Flinke Schläge oder schwere Hiebe ausführen, Ausweichmanöver einleiten. In Kombination ergibt das effektive Attacken, die selbst Muskelberge zügig zu Boden schicken. Schön, dass sich die Schlägereien in der Vollversion deutlich flüssiger anfühlen, als es noch in der Vorschaufassung der Fall war. Spektakulär sind die Prügelszenen nicht gerade, aber sie steuern sich recht angenehm. Vorbei die Zeiten, in denen man ungewollt Luftboxkämpfe ausführte. Richtig klasse ist eine Schleichmission geworden, in der man Wachleute von hinten erdrosseln und in dunkle Büroräume ziehen kann. Hey, Vito kann Leichen wegziehen - damit hat er sogar dem modernen Sam Fisher etwas voraus.

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Daniel Boll

Tags:
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Daniel Boll am 24 Aug 2010 @ 04:37
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