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SSX: Review

  Playstation 3 XBOX 360 

Es hat ja beinahe schon Tradition, dass die richtig guten Wintersportspiele erst dann erscheinen, wenn in den meisten Gefilden der Schnee schon wieder abgetaut ist. So auch in dieser Saison. Dafür ist das Spiel, das den Frühling einläutet, diesmal ein ganz Spezielles. Es heisst SSX und ist nichts anderes als der Reboot der wohl erfolgreichsten Wintersportreihe auf der vergangenen Konsolengeneration. Als das neue SSX erstmals gezeigt wurde, ist von dem knallbunten Arcade-Abenteuer früherer Zeiten aber nicht mehr viel geblieben. Stattdessen sollte es im neuen SSX ums nackte Überleben gehen. Ob dieser Plan klug war und wie viel am Ende von dieser Idee überhaupt noch übrig ist, klärt unser verschneiter Test.

Abtau'n, Girl!

Eine Menge Berge, noch mehr Strecken, abartig-unrealistische Tricks und eine halsbrecherische Geschwindigkeit fernab jeglicher Realität: Das waren die Zutaten, die die SSX-Spiele bis vor fünf Jahren so erfolgreich gemacht haben. Dann wurde die Serie schlafen geschickt, nur um jetzt, fünf Jahre später, wieder aus dem Winterschlaf erlöst zu werden. Und geändert hat sich in der Zwischenzeit - Überraschung! - nichts. Zumindest fast. Noch immer rast ihr gigantische Berge hinunter, vollführt abartige Trickkombos, die mit der Realität nicht vereinbar sind, und besteht selbst Sprünge von mehreren hundert Metern absolut mühelos. Und wisst ihr was? Es macht immer noch verflucht viel Spass! Aber von vorne ...

Eine rudimentäre Story gibt es immerhin auch. Die dreht sich um das Team SSX sowie um Anführerin und Serienveteranin Zoe Payne, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die neun fiesesten Berge dieser Welt und deren "Deadly Descents", zu deutsch in etwa "Tödliche Talfahrten", zu bezwingen. Dumm nur, dass eins der Teammitglieder, Snowboarder Griff, zum Abtrünnigen wird und fortan ein Wettlauf um den Globus beginnt, wer denn als Erstes alle neun Berge überlebt und bezwingt. Im World Tour-Modus jettet ihr also nach und nach in neun verschiedene Regionen dieser Erde, darunter Neuseeland, die Rocky Mountains und Sibirien, und bestreitet dort Renn- und Trick-Events gegen KI-Fahrer, um euch auf die jeweils todbringende Abfahrt vorzubereiten. Dabei ist der Risikofaktor der finalen Abfahrt in jeder Region ein anderer. Können euch in den Rockys umgestürzte Bäume schwer verletzen und euch am Ende gar das Leben kosten, sind es in Patagonien riesige Schluchten, die ihr nur mit Hilfe eines Wingsuits überwinden könnt. In Sibirien wiederum ist es das meterdicke Eis, das euch massiv in Schwierigkeiten bringen kann.



Notruf

Tatsächlich handelt es sich bei den neun Deadly Descents um die anspruchsvollsten Strecken im Spiel. Hier tretet ihr nicht gegen Gegner an, hier ist die einzige Devise: runterkommen! Je nach Strecke verfügt ihr daher sogar über eine Gesundheitsanzeige oder über die Möglichkeit, das Rennen gegen Punkte- und Zeitstrafe einige Sekunden zurückzuspulen, um vermeintlich tödliche Fahrfehler zu korrigieren. Makaber: Im Menü vor der Abfahrt kalkuliert euch das Spiel sogar eine Überlebenswahrscheinlichkeit. Und die liegt nur selten über 50 Prozent.

Der Überlebenskampf auf den extremen Abfahrten nimmt aber, anders als ursprünglich geplant, nur einen sehr geringen Teil des Spiels ein. Wenngleich diese Strecken eine willkommene Abwechslung darstellen, so ist es doch schön, dass sich die Entwickler am Ende auf die wesentlichen Stärken der Serie bedacht haben. Irre Geschwindigkeit, verrückte Tricks - inklusive Tricky- und Über-Tricky-Modus - und ein abartig schnelles Streckendesign, das euch mehr als nur einmal vor Respekt erstarren lässt. An der grundsätzlichen Steuerung hat sich in der langen Winterpause der Serie nicht viel geändert. Ihr löst eure Tricks, meist nach Absprung, mit den Facebuttons aus, variiert mit den Schultertasten und hängt ellenlange Kombos aneinander, um besonders spektakuläre Signature-Tricks auszulösen. Wer Lust auf etwas Neues hat, ändert die Steuerungsmethode und vollführt die Tricks à la Skate mit dem rechten Analogstick. Die meisten von euch werden sich aber wohl für die klassische Variante entscheiden.

Schade ist, dass die kompletten Bergtalabfahrten aus den Vorgängerspielen nicht in dieser Form übernommen wurden. Vom Gipfel des Berges über zehn Minuten lang bis zur Talstation oder zum Dorf am Fuss des Berges hinabzurasen, war seinerzeit ein echt erhabenes Erlebnis. Zwar gaukelt euch auch das neue SSX solche Komplettabfahrten vor, die wirken aber insgesamt nicht so episch und realistisch lang wie beispielsweise in SSX 3.

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Alexander Boedeker


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Alexander Boedeker am 05 Mrz 2012 @ 18:37
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