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Sleeping Dogs: Review

  Personal Computer Playstation 3 XBOX 360 

Sleeping Dogs führt uns nach Hongkong. Bietet das ungewöhnliche Setting auch neue Möglichkeiten im Gameplay und neue Herausforderungen für den Spieler? Packen wir das Hackebeil ein und machen wir uns auf den Weg in den Mischmasch aus Ost und West sowie Gut und Böse.

Hongkong ist neu, der Rest war schon mal da

Es ist eine Geschichte, die Spass macht - vielleicht auch, weil sie an die grossen filmischen Vorbilder Departed oder eben das Original Internal Affairs angelehnt wurde. Wer sich im Kino nicht so auskennt: Die Hintergrundgeschichte spielt in besagtem Hongkong, wo sich Inspektor Wei Shen als Undercover-Agent versucht, um das Triaden-Netzwerk zu infiltrieren. Das ist für den Protagonisten, den wir im Stil von GTA IV oder Saints Row 3 durch die Stadt steuern, aber nicht nur ein Job, sondern auch eine persönliche Angelegenheit. Zum einen stammt Wei selbst aus den Vororten von Hongkong, zum anderen wurden seine Eltern und seine Schwestern ermordet. Inspektor Shen will Rache. Beaufsichtigt wird er durch den Kontaktmann Raymond, dem er hin und wieder Bericht erstatten muss, was in netten Zwischensequenzen dargestellt wird. Sein Vorgesetzter Pendrew setzt grosses Vertrauen in Shen und baut darauf, dass dieser die Gratwanderungen zwischen Gut und Böse auch meistern kann. Und damit sind wir auch schon mittendrin in der Geschichte und im fernen Osten: Packend erzählt und wirklich spannend führt uns der Erzählstrang durch die emotionalen Höhen und Tiefen von Wei Shen, seine Zerrissenheit und sein Werdegang bei den Triaden.

Im Übrigen steht auch nicht viel mehr als die Geschichte und die Nebenmissionen, die in Hongkong auf den Spieler warten, auf dem Programm. Insbesondere fehlt ein Mehrspielermodus, der sich aufgrund der Autorennen durchaus angeboten hätte - die Konkurrenz hat bei GTA IV gezeigt, dass es funktionieren kann. Überhaupt wurde auf Online-Funktionen komplett verzichtet, was eben auch einschliesst, dass es keine Highscore-Listen gibt. Die wären im Hinblick auf zu erreichende Punktzahlen bei den Missionen oder die Dauer vom unfallfreien Fahren in der Stadt wirklich fein gewesen.



Was gibt es denn hier zu tun?

Neben der Geschichte, die im Übrigen keinen Platz für Entscheidungen lässt, sondern gradlinig verläuft, gibt es zahlreiche Aufgaben innerhalb der Stadt. So kann man der Polizei im Kampf gegen die Drogen behilflich sein, Überwachungskameras hacken und die Dealer so identifizieren und dingfest machen. Ganz wichtig ist es aber, sich bei der Bevölkerung beliebt zu machen, weil einige Autos und Ausrüstungsgegenstände erst ab einem bestimmten Ansehen käuflich sind. Überall stehen Passanten herum, die ein Anliegen haben - mal sind es Botengänge, mal Lockvogeljobs, und hin und wieder versucht man auch, uns übers Ohr zu hauen. Ausserdem steht Autodiebstahl auf dem Programm. Und Wei kann Booster-Packs kaufen, um mehr Schaden anzurichten oder seine Gesundheit aufzupeppen. Das funktioniert, indem er sich massieren lässt oder eine Suppe oder einen Hotdog kauft - alles nicht neu, aber so etwas gehört eben zu einem Sandbox-Spiel. Genauso gehört auch ein Telefon dazu, wo die Kontakte eingespeichert sind - darunter auch Frauen, um als Casanova Karriere zu machen. Die holden Damen, mit denen wir zu Beginn des Spiels eifrig flirteten, verschwanden aber plötzlich alle aus unserem Wahlspeicher. Ein Fehler oder eine schwachsinnige Idee der Entwickler? Beides wäre ziemlich ärgerlich.

Morsezeichen mit dem Controller

Dabei hat Sleeping Dogs neben der guten Rahmenhandlung einiges zu bieten. Das beginnt mit den Martial-Arts-Kämpfen, die gut inszeniert sind und für viel Spannung und Spass sorgen. Mit etwas Glück erbeuten wir ein Küchenmesser oder ein Hackebeil von einem Angreifer und können uns massiv zur Wehr setzen. Es gibt auch die Möglichkeit, Schläge von Gegnern zu kontern, und es ist nicht immer ein Kampf eins gegen eins, sondern oft werden wir von mehreren Gegnern gleichzeitig angegriffen. Das ist aber ein eher halbherziges Unterfangen, denn letztlich sind die Feinde zurückhaltend und wir können uns immer auf einen von ihnen konzentrieren. Wer in Ruhe kämpfen will, wartet auf Angriffe und kontert, was sogar wesentlich einfacher geht als zum Beispiel bei Assassin's Creed. Dass nahezu alle Angriffe - ausgenommen die Konter - ausschliesslich eine Taste benötigen, macht die Kämpfe zum Morse-Code: dreimal kurz und einmal lang ergibt eine Kombo, zweimal kurz und einmal lang ebenfalls. Nein, zum Button-Smashing wird ein Kampf nicht degradiert, aber es ist trotzdem sehr einfach, sich gegen zehn angreifende Gegner zur Wehr zu setzen und am Ende zu überleben.

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Alexander Boedeker


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Alexander Boedeker am 12 Sep 2012 @ 09:20
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