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Sniper - Ghost Warrior 2: Review

  Personal Computer Playstation 3 XBOX 360 

Sarajevo, 6 Uhr morgens, leicht bewölkt. Die Zielperson befindet sich im Visier. Wir haben freies Schussfeld und halten noch einmal inne. Schwarze Krähen kreisen über unserem Kopf, die Luft knistert vor Spannung. Es hat schon etwas Majestätisches, als Elite-Scharfschütze im Unterholz zu ruhen und mit nur einem Fingerzug über Leben und Tod zu richten. Weil die Opfer keine Chance haben. Weil sie tot sind, bevor sie merken, dass ein Mann mit angepappten Moosmatten in ihr Revier eingedrungen ist. City Interactives damaliges Sniper-Spiel bot einen guten Ansatz, der jedoch katastrophal umgesetzt wurde. Bei Sniper: Ghost Warrior 2 hingegen ist schon beim Konzept etwas schiefgelaufen. Ein Trauerbericht.

Als Scharfschütze hat man ein wahrlich beschwerliches Leben: Man liegt den ganzen Tag im Dornengestrüpp, starrt durch eine kleine Linse und darf nicht einmal fünf Minuten unachtsam sein, während man seine Nudelterrine aufkocht. In Sniper: Ghost Warrior 2 hingegen haben wir es als Fernkämpfer deutlich einfacher: Wir brauchen nur unserem Spotter zu lauschen und die Feinde abzuschiessen, die er für uns markiert. Statt im Dornengestrüpp lümmeln wir unter Palmen, und nach knapp drei Stunden ist der Einsatz schon beendet. Das Spiel füllt somit allenfalls eine Mittagspause, in der wir unbehelligt eine Nudelsuppe geniessen können, weil dem zweiten Serienteil sämtlicher Anspruch fehlt.

Sniper - Ghost Warrior 2 Bild

Bierdeckelgeschichte mit Papierprotagonisten

Sniper: Ghost Warrior 2 ist also ein Shooter-Snack, dessen banale Geschichte ebenso simpel wie verdaulich ist. Wir schlüpfen in die Rolle des Elite-Scharfschützen Cody Anderson und jagen zusammen mit unserem Team einen Waffenhändler, der eine gestohlene Biowaffe an Terroristen verkaufen will. Zwar wartet der Plot mit einer klitzekleinen überraschenden Wendung auf. Die lässt uns aber allein deshalb kalt, weil uns die blassen Charaktere bis zum Schluss wie Fremde vorkommen. Und obwohl wir im zweiten Akt zurück in den Bosnienkrieg versetzt werden und mehr über die Vergangenheit der Charaktere erfahren, bleibt der Protagonist erschreckend konturlos. Ehrlich gesagt wussten wir nach dem Abspann nicht einmal mehr seinen Namen.

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Im Laufe der Handlung besuchen wir drei verschiedene Schauplätze. Los geht es auf den Philippinen, wo wir durch dichtes Tropenblattwerk kriechen und vor allem in den prächtigen Aussenbereichen immer wieder unseren Blick schweifen lassen: Verästelte Bäume, Schlingenpflanzen und glasklare Seen, aus denen schroffe Felsen ragen. Hier lässt die Unreal Engine 3 ihre Muskeln spielen. Allerdings unterscheiden sich die Kulissen optisch kaum voneinander, denn neben den zerrütteten Strassen im bosnischen Krisengebiet blühen erstaunlich unbeschädigte Stadtparks. Selbst die asiatischen Tempelanlagen in den Bergen Tibets gleichen sich wie eine Scharfschützenuniform der anderen.

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Mirco Kaempfer

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Mirco Kaempfer am 01 Mai 2013 @ 11:17
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