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WWE 2K19: Review

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WWE-Spielen ging es zuletzt in etwa so wie einem am Boden liegenden Wrestler in einem Last-Man-Standing-Match. Man wird angezählt, der Ringrichter ist schon bei Sieben, und jeder Fan ist sich sicher: der kommt nicht mehr auf die Füße. Aber wie so oft im Wrestling-Sport kommt es anders, als man denkt, und der vermeintliche Verlierer schafft es mit letzter Kraft, sich auf die Beine zu kämpfen und die Schlacht sogar noch für sich zu entscheiden. Nach einem verbugten WWE 2K17 und einem seelenlosen WWE 2K18 scheint also auch den WWE-Spielen langsam die Puste auszugehen. Aber der Ringrichter ist eben noch nicht bei Zehn.

Yes, Yes, Yes!

Wer WWE 2K19 erstmals startet und sich in ein schnelles Match wagt, der wird sich verwundert die Augen reiben. Denn das, was ihr seht, gleicht dem Vorgänger vom letzten Jahr wie ein Ei dem anderen. Grafik, Steuerung, Kern-Gameplay, alles scheint direkt aus dem Vorgänger übernommen worden zu sein. Doch der erste Schein trügt, denn – so viel sei verraten – WWE 2K19 überrascht uns gleich in mehreren Punkten. Und zwar positiv!

Die erste große Überraschung: Der Showcase-Modus ist zurück. Zwei Jahre lang musste der beliebte Spielmodus nun aussetzen, jetzt aber dürft ihr endlich wieder historische Kämpfe aus den WWE-Archiven nacherleben. Der Fokus liegt dabei auf der Karriere des einstigen Indie-Lieblings und mehrfachen WWE-Champions Daniel Bryan, der in seiner Karriere mit zahlreichen Aufs und Abs zu kämpfen hatte. Gleich zweimal wurde er von der WWE gefeuert, musste in einer albernen Pseudo-Reality-Show absurde Aufgaben erfüllen, steckte in einer unterhaltsamen wie peinlichen Team-Storyline mit Kane und konnte schließlich bei Wrestlemania 30 seinen großen Titelgewinn gegen Batista und Randy Orton feiern. All diese Wegstationen erlebt ihr im Doku-ähnlich aufgezogenen Showcase-Modus nach. Zwischen den Kämpfen erzählt euch Daniel Bryan persönlich, wie sich das alles für ihn dargestellt hat, garniert wird das Ganze von Ausschnitten der jeweiligen Matches und Phasen seiner Karriere.

Insgesamt gut ein dutzend Kämpfe aus Daniel Bryans illustrer Karriere dürft ihr dabei nachspielen. Angefangen bei seinem Jobber-Match gegen den damals noch blutjungen John Cena bei Velocity im Jahr 2003 über das legendäre Extreme-Rules-Match gegen Kane bis zu seinem triumphalen Gewinn bei Wrestlemania sind zahlreiche Karriere-Highlights als spielbare Matches enthalten. Erfüllt ihr alle Ziele und bringt die einzelnen Matches erfolgreich zu Ende, schaltet ihr zusätzliche Arenen und Wrestler-Outfits frei. So spaßig und kurzweilig das ist, werden vor allem die späteren, längeren Kämpfe zu einer Geduldsprobe. Wer kurz vor Ende des Matches eine Aufgabe versemmelt, muss das gesamte Match noch mal von vorn spielen. Das ist unnötig langatmig, trübt den Gesamteindruck aber nur marginal.

Turmbau zu Vince

Gänzlich neu ist der sogenannte Türme-Modus. Darin erwarten euch thematisch zusammengestellte Match-Abfolgen, die es nacheinander zu bezwingen gilt. So gibt es zum Beispiel einen Turm mit nur britischstämmigen Wrestlern, einen für die Cruiserweights, Legenden-Türme, NXT-Türme und viele mehr. Dabei spielen die Entwickler sehr kreativ mit unterschiedlichen Vorgaben oder Anpassungen. So kann es sein, dass ihr einen Turm in einer erhöhten Spielgeschwindigkeit spielen müsst, bei einem anderen erwarten euch nur Aufgabe-Matches, wieder ein anderer Turm verbietet euch das Rennen im Kampf oder untersagt euch, den Ring zu verlassen. Die Türme haben durch diese Anpassungen und die Anzahl der absolvierenden Kämpfe unterschiedlich hohe Schwierigkeitsgrade und werden außerdem täglich und wöchentlich aktualisiert, sodass euch nie die Herausforderungen ausgehen. Ein simpler, aber kurzweiliger Spielmodus, der ein wenig an Mortal Kombat erinnert.

Nicht neu, aber vollständig überarbeitet wurde der MyCareer-Modus. Man hat sich vom endlosen Durchqueren des Backstage-Bereichs und von den Textboxen der Vorgänger endlich verabschiedet und präsentiert euch stattdessen eine voll durchdachte Storyline mit zahlreichen Twists und Überraschungen, die zudem von den beteiligten WWE-Superstars wie Triple H, Matt Bloom oder Braun Strowman voll vertont wurde. Als relativ unbekannter, von euch selbst erstellter Wrestler beginnt ihr den Karrieremodus in einer fiktiven Hinterhof-Liga, ehe die WWE auf euch aufmerksam wird. Euer Weg an die Spitze des Main-Rosters wird euch aber von zahlreichen Neidern und Gegnern erschwert. Das spielt sich wesentlich kurzweiliger und cineastischer als in den Vorjahren und erinnert vielmehr an einen klassischen Storymodus, statt an die formelhaften WWE-Karrieren in den Vorgängern. Schade ist nur, dass die Preise in der Ingame-Währung für neue Moves oder Einzugsanimationen unverschämt hoch sind und nicht im Verhältnis stehen zu der Summe, die ihr mit gewonnenen Matches erarbeitet. Dadurch wird es unnötig schwer, euer Move-Repertoire im Karrieremodus zu erweitern.

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Daniel Boll

Daniel Boll am 18 Okt 2018 @ 10:39
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