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Watch Dogs: Review

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Nach jahrelangem Warmlaufen holt Ubisoft mit dem Open-World-Abenteuer Watch_Dogs zum Rundumschlag gegen Rockstar Games aus - und fängt sich ein blaues Auge ein. Die Franzosen machen die gleichen Fehler wie beim ersten Assassin's Creed. Warum der Hacker-Sandkasten trotzdem einen grossen Schatten vorauswirft, klären wir im Test.

Henry Ferguson ist 37 Jahre alt und hat ernste Geldprobleme. Bis zum Hals steckt er in Schulden, seine Frau hat ihn deswegen bereits verlassen. Einen Tastendruck später ist Henry noch ärmer, weil unser Held Aidan Pearce ihm per Smartphone-Hack 500 Dollar stiehlt. Direkt auf sein Bankkonto. Einfach so, denn in Aidans Welt ist mit ein wenig Affinität für illegale Programmcodes alles möglich.

Diese Stadt sieht alles

Watch_Dogs zeichnet eine Welt, wie sie aktueller und nachvollziehbarer nicht sein könnte: Das Leben wird von Technik bestimmt, in der Stadt wimmelt es von Überwachungskameras, zwielichtige Gestalten dealen in Hinterhöfen mit Smartphone-Hacks. Das fiktive Chicago ist kaum mehr als eine Geisel von Kleinstcomputern, die nicht nur in das Verkehrssystem eingreifen, sondern mittels Blackout-Virus sogar die ganze Stadt kurzzeitig lahmlegen können.

Watch Dogs Bild
Kern dieses Netzwerks ist das sogenannte CTOS - das Betriebssystem der Stadt. Es kontrolliert alles: Ampeln, Fernseher, Werbetafeln, Hebebrücken. Und damit das funktioniert, muss das CTOS alles über seine Umgebung und die einzelnen Konstanten wissen. Sprich: Menschen werden reuelos überwacht, 24 Stunden am Tag. Dass der Bankangestellte in Wahrheit ein Pädophiler ist; dass der Nachbar eine Vorliebe für getragene Frauenunterwäsche trägt - jede Einzelheit wird aufgenommen und gespeichert. Eine beängstigende Vorstellung, die heutzutage dank Big-Brother-TV und NSA-Skandal erschreckend realistisch erscheint.

Diese Welt bringt Menschen wie unsere Hauptfigur Aiden Pearce hervor. Er ist ein sogenannter Fixer, ein Hacker und Söldner in Personalunion, der für Geld so ziemlich alles wieder in Ordnung bringt. Als er bei einem seiner Aufträge über ein mysteriöses Videofragment stolpert, setzt das eine Kette von Ereignissen in Gang, die im Tod seiner kleinen Nichte Lena endet. Monatelang sucht er nach den Drahtziehern des Mordes und findet zu Beginn des Spiels eine erste Spur.

Wie eine Platzpatrone

So toll die Figuren aber auch gezeichnet sind, so banal fällt die Handlung letztlich aus. Watch_Dogs macht aus seiner Prämisse nicht viel und erzählt letztlich nur eine 08/15-Rachegeschichte. Eine Handlung, die sich zwar mit dem Verlust der Privatsphäre und der totalen Überwachung beschäftigt, zu diesen Themen aber nichts Nennenswertes zu sagen hat. Der rote Faden ist wie eine Platzpatrone: Anfangs staunen wir und verfolgen ehrfürchtig die Geschehnisse, nur um am Ende zu merken, dass der grosse Knall ausbleibt.

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Mirco Kaempfer


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Mirco Kaempfer am 10 Jul 2014 @ 08:31
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