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X-Men - Destiny: Review

  Playstation 3 XBOX 360 

Die X-Men- oder generell die Marvel-Spiele zeichnen sich in letzter Zeit nicht unbedingt durch Tiefgang und Originalität aus. Meist ist das Spielprinzip auf schnell langweilig werdendes Buttonmashing begrenzt, eine abwechslungsreiche Geschichte sucht man auch vergeblich. X-Men - Destiny möchte gerne mit den Vorurteilen aufräumen und versucht sich zumindest stellenweise an neuen Ansätzen. Ging der Versuch dennoch in die Hose?

Neue Helden braucht das Land

Man könnte meinen, Marvel gingen die Ideen aus, um seine Superhelden vernünftig in ein Spiel zu packen. Anstatt nämlich wie in jedem anderen Titel des Universums in die Haut eines der zahlreichen Superhelden zu schlüpfen, gingen die Entwickler einen anderen Weg und geben uns Spielern die Wahl zwischen drei scheinbaren Normalo-Teenagern, die durch mysteriöse Umstände eigene Superkräfte erlangen und zudem jene Fähigkeiten von den gestandenen Vorbildern absorbieren können. Der unkonventionelle Ansatz ist zu begrüssen, in der Hoffnung, seinen eigenen neuen Superhelden zu kreieren und langsam stärker zu machen.

Doch leider wurde die gute Idee nur schwach umgesetzt. Es spielt fast keine Rolle, für welchen Charakter wir uns entscheiden, denn die eigenen Fähigkeiten sind nur früh im Spiel wirksam. Später kloppen wir uns eh nur noch mit den wesentlich effektiveren Kräften der bekannten X-Men wie Wolverine oder Cyclops durch die Gegner. Die anfängliche Wahl ist also leider nur kosmetischer Natur. Immerhin spendierten die Entwickler den Teenies noch eine Art Aufstufungssystem, mit dem wir nach und nach neue Fähigkeiten freischalten können.



Die Story läuft übrigens unter ferner liefen: Ein ominöser Bösewicht stört ausgerechnet eine Friedensdemo in New York und wir müssen herausfinden, wer hinter dem Angriff steckt. Natürlich treffen wir dabei marvelgerecht hier und da auf bekannte Charaktere des Universums, die allerdings bis auf Einzeiler und gelegentliche Hilfen im Kampf blass bleiben. Wer das Abenteuer durchzieht, sieht bereits nach gut sieben Stunden die Credits - viel Wiederspielwert ist nicht vorhanden, da wir mit jedem Helden die gleiche Geschichte durchspielen und unsere Entscheidungen zwischendurch den Plot in keinster Weise beeinflussen. Unsere Freunde schauen derweil ähnlich entgeistert drein wie wir: Es gibt noch nicht mal einen Kooperativ- geschweige denn einen klassischen Mehrspielermodus.

Die armen X-Men

Wer angesichts der lahmen Geschichte wenigstens ein ähnliches Brawl-Feuerwerk erwartet wie beim Solotitel zu Wolverine, der wird enttäuscht. Das Gameplay und das Kampfsystem kommen nicht über 08/15-Standard hinaus - wir prügeln uns von einer abwechslungsarmen Gegnerhorde zur anderen. Das zwar immerhin halbwegs spektakulär, X-Men - Destiny verhaut aber wie so viele seiner Vorgänger die Balance der Angriffe, sodass immer ein oder zwei effektive Standardfähigkeiten ausreichen, um sich selbst gegen Bossgegner zu behaupten. Der Fauxpas geht sogar so weit, dass wir so manch neu gelernte Fähigkeit einmal ausprobieren und danach nie wieder benötigen.

X-Men - Destiny
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Alexander Boedeker


Alexander Boedeker am 14 Okt 2011 @ 09:41
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