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The Bureau - XCOM Declassified: Review

  Playstation 3 XBOX 360 

Nichts für Hitzköpfe

Der zweite Teilbereich des Spiels, und natürlich das Kernstück, sind die Gefechte gegen die Invasoren ausserhalb der Basis. Das interessante hierbei ist die Tatsache, nicht - wie von den meisten modernen Shootern gewohnt - als Ein-Mann-Armee in die Schlacht zu ziehen und sich mit roher Waffengewalt durch die gegnerischen Reihen zu pflügen. Viel wichtiger ist in diesem Spiel der taktische Aspekt, der sich sogar schon vor Kampfbeginn offenbart. Es dürfen nämlich schon von vornherein bis zu acht andere Agenten für unser Team rekrutiert werden - ins eigentliche Gefecht dürfen jedoch nur zwei Kollegen mitgenommen werden.

Dabei ist ausserdem zu beachten, dass jeder Agent eine andere Spezialisierung und somit auch andere Fähigkeitenschwerpunkte besitzt. Agenten der Commando-Klasse sind so zum Beispiel eher auf die direkte Konfrontation geeicht und sich auch nicht zu schade, Feinde zu provozieren und somit gegnerisches Feuer auf sich zu lenken. Support-Agenten wiederum sind im Austeilen von Schaden nicht sonderlich nützlich, können aber beispielsweise Gold wert sein, wenn es darum geht, einem sterbenden Kollegen wieder auf die Beine zu helfen. Das ist besonders wichtig, da zu Boden gegangene Mitstreiter innerhalb weniger Sekunden verbluten und damit unwiderruflich sterben. Dies kann ärgerlich sein, wenn der Betroffene schon reichlich Erfahrung hatte und man nicht mehr von seinen erlernten Fähigkeiten profitieren kann, sondern dann einen schwächeren Agenten an seiner Stelle einsetzen muss. Der Aufklärer ist im Fernkampf und für Ablenkungsmanöver besonders wertvoll, und der Pionier kann mit vielen unterstützenden Spielzeugen, beispielsweise Minen oder Geschütztürmen, für Hilfestellungen im Kampfgeschehen sorgen. Hier lohnt es sich, zu experimentieren und die passende Agentenkombination herauszufinden, mit welcher man am effektivsten gegen feindliches Feuer bestehen kann.



Eins haben jedoch alle Mitstreiter im aktiven Gefecht gemein: sie sind ungeheuer blöd. Ein weiterer Punkt, der das grosse Potential des Titels daran hindert, sich letztendlich auch entfalten zu können, denn wie ein Befehlshaber, der seine Untergebenen gezielt über die Karte navigiert und somit zum Erfolg führt, fühlen wir uns nicht. Wir kommen uns eher wie ein Kindermädchen vor, welches allen hinterherräumen muss. Oft ertappen wir unsere Kollegen beim sinnlosen Herumstehen, während wir unmittelbar zu ihren Füssen verbluten. Und wir wissen ganz genau: Wenn ein Gegner eine Granate wirft, wird der betroffene Kollege nicht eigenständig den Explosionsradius verlassen, weshalb wir uns schon mal mental auf Erste-Hilfe-Massnahmen vorbereiten können.

Wenn wir unserem Untergebenen befehlen, seine Deckung zu wechseln, und dieser den Befehl zwar ausführt, dies aber ohne Rücksicht auf Verluste und auf direktestem Wege tut - also quer über die Karte und mitten durchs Kreuzfeuer - und dann zu Boden geht, schwillt einem auch schon hin und wieder der Hals. Und das, obwohl die Areale allesamt so durchdacht und raffiniert gestaltet sind, dass es genügend Deckungsmöglichkeiten gäbe, um Feinde gezielt zu flankieren. Die Alien-KI kann das kurioserweise besser - da wir aber ständig unseren Kollegen mit dem Verbandskasten hinterherhechten müssen, ist es gar nicht mal so schwer, aufs Korn genommen zu werden. Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad ist das noch zu verkraften, und die Gefechte trotz der Umstände gut machbar. Aber diejenigen, die den Titel auf Veteran oder gar dem höchsten Schwierigkeitsgrad durchspielen wollen, werden aufgrund der derben KI-Aussetzer mit mehr Frust als Spielspass rechnen müssen.

Wer jedoch Ruhe bewahrt und genügend Geduld besitzt, um zu erkennen, was er seinen Mitstreitern nicht befehlen darf, der wird durchaus seine Freude mit dem Titel haben. Im Prinzip sind die Gefechte zwar fordernd, es macht aber auch grossen Spass, mal nicht einfach nur loszurennen und zu ballern, was die Magazine hergeben, sondern Taktiken auszutüfteln und mit den Fähigkeiten seiner Agenten zu experimentieren. Zudem ist das Grundgerüst der erzählten Geschichte über die Entstehung des XCOM-Projekts eigentlich hochinteressant und kann ein paar tolle Momente aufweisen - nicht nur für Fans der Serie. Die lahme und langweilige Inszenierung lässt diese Stärke jedoch schnell in die honorarlose Belanglosigkeit abrutschen. Auch optisch ist der Titel nicht unbedingt konkurrenzfähig, kann aber dafür durch die tolle und atmosphärisch gehaltene Levelgestaltung punkten. Alles in allem ist The Bureau: XCOM Declassified eine wunderbare Erfrischung im tristen Shooter-Alltag und weiss auch durchaus zu unterhalten, Begeisterungsstürme bleiben aufgrund vieler kleinerer und grösserer Schnitzer jedoch leider aus.

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Jessica Rehse am 05 Sep 2013 @ 20:09
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