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Watch Dogs: Review

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Hör mal, wer da hackt

Zudem gibt es auch Interaktionsmöglichkeiten mit den Feinden. Einige tragen Granaten am Gürtel, die wir hacken und fernzünden können, andere rufen Verstärkung, und wieder andere reagieren irritiert, sobald wir ihr Handy klingeln lassen. Das alleine ist noch keine sensationelle Aktionsvielfalt, aber die feindlichen Figuren in unsere taktischen Möglichkeiten einzubeziehen, ist ein weiteres Beispiel für das Repertoire des Spiels. Kurz: Watch_Dogs tut, was ein gutes Spiel tun muss: die Spielmechaniken einführen, weiterentwickeln und schliesslich vom Spieler frei kombinieren lassen.

Das gilt doppelt und dreifach für ein Open-World-Spiel, in dem ein Grossteil des Spasses darin besteht, herauszufinden, was man mit den gegebenen Möglichkeiten so alles erleben kann. Hinzu kommt, dass Aidan hervorragend klettern kann. Wir steuern zwar keinen Ezio-Auditore-Verschnitt, in vielen Missionen zahlen sich aber ein wachsames Auge und räumliches Verständnis aus. Etwa, wenn wir die an einem Kran baumelnde Betonröhre heben oder senken, um schliesslich mit dem Motorrad durchzusausen und aufs Dach eines Gebäudes zu springen.

Watch Dogs Bild
Was sinnfreie Zerstörung betrifft, haben sich insbesondere die ferngezündeten Haftbomben bewährt - sei es, dass wir sie arglosen Zivilisten ans Auto pappen oder einfach einen riesigen Verkehrsstau provozieren und dann schauen, wie viele Karren sich auf einmal sprengen lassen - was angesichts der tollen Explosionseffekte und Fahrzeugphysik überaus cool aussieht. Auf der Strasse macht die Fahrzeugphysik dagegen keine so gute Figur. Während sich einige Vehikel noch relativ angenehm steuern lassen, eiern wir in anderen Kisten wie auf Flüssigseife über den Asphalt. Darüber hinaus kleben die Motorräder wie auf Schienen auf den Strassen.

Abzüge in der B-Note

Ausserdem blöd: Bei Vollgas kommt es des Öfteren zu nervigen Popup-Effekten, weil Objekte und teilweise auch der Stadtverkehr zu spät nachgeladen werden. Generell schaltet die Grafik sofort einen Gang zurück, wenn wir in ein Auto einsteigen. Auf der PlayStation 4 ist das Bild aufgrund fehlender Kantenglättung generell sehr unruhig. Immerhin kaschieren die famosen Effekte diese Schnitzer. Insbesondere bei Nacht und Regen sieht das Spiel dank toller Reflektionseffekte grossartig aus. Meckern müssen wir dafür beim Sound: Die Anzahl der Radiosender ist ein schlechter Scherz - ebenso wie die Motorengeräusche, die eher an einen Betonmischer erinnern.

Diese kleinen technischen Mankos sind jedoch schnell vergessen, wenn wir im Rahmen einer Verfolgungsjagd unterwegs sind, denn auch hier hält das Hacking-System einige Aha-Momente bereit. Der Flüchtling ist zu schnell für uns? Dann schalten wir die Ampelanlage auf Grün, der folgende Massen-Crash stoppt den robustesten Lastkraftwagen. Im umgekehrten Fall, also wenn wir der Polizei entkommen müssen, lassen wir Poller hochfahren, sprengen unterirdische Gasleitungen und heben Brücken an. Weil wir nicht ständig in den Rückspiegel glotzen können, um den richtigen Moment abzupassen, signalisiert uns diesen das Spiel freundlicherweise mit einer blinkenden Anzeige. Besonders harte Crashs werden schliesslich in einer Burnout-ähnlichen Zeitlupendarstellung spektakulär inszeniert.

Welche Möglichkeiten wir genau haben, um mit der Spielwelt Unsinn anzustellen, bestimmen die über 50 Fähigkeiten des mehrteiligen Talentsystems. Insbesondere im Fähigkeitenbaum für das Hacken lassen sich viele wirklich interessante Aktionen freischalten. Doch eine echte Spezialisierung unseres Helden existiert nicht, da es Erfahrungspunkte förmlich hagelt. Entsprechend frei von Konsequenzen ist unsere Entscheidung für die eine oder die andere Fähigkeit. Kaufen wir jenes Talent nicht jetzt, dann eben später. Spass macht das Freischalten trotzdem, aber das Erfahrungspunktesystem wirkt so, als habe Ubisoft es um seiner blossen Existenz willen integriert.

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Mirco Kaempfer am 10 Jul 2014 @ 08:31
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