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Wolfenstein - The New Order: Review

  Personal Computer Xbox one 

Technik

Optisch ist Wolfenstein: The New Order auf der Xbox One wahrlich kein Leckerbissen und sehr weit davon entfernt, dass man es als Next-Gen-Titel bezeichnen könnte. Trotzdem läuft das Spiel in 1080p und mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde - sowohl auf der PlayStation 4 als auch auf der Xbox One. Dahingehend gibt es wirklich nichts zu beanstanden an der Konsolenversion des Titels, und wer sich mit der Shooter-Steuerung auf der Konsole anfreunden kann, bekommt hier eine erstklassige Konsolenfassung! Anders sieht es bei den Texturen aus, die selbst auf dem PC an zahlreichen Stellen extrem unscharf und verwaschen aussehen. Doch warum? Wolfenstein: The New Order basiert auf der id-Tech-5-Engine, mit der vor einiger Zeit bereits ein Titel namens Rage auf den Markt kam. Wie sich bestimmt einige noch erinnern werden, hatte auch dieser Titel mit der Engine zu kämpfen. Anscheinend sind die Probleme mit der Engine noch immer nicht aus der Welt, anders ist der Hardware-Hunger des Spiels auf dem PC nicht zu erklären, von der Installationsgrösse von satten 50 GB ganz zu schweigen. Andere Titel sehen hübscher aus und verlangen eurer PC-Hardware weniger ab. War also die Wahl der Engine eine Fehlinvestition? Zumindest auf der Konsole rennt der Titel ohne Probleme, auf dem PC hingegen ist sogar die VSync-Funktion fehlerhaft beziehungsweise muss über den Grafiktreiber erzwungen werden. Ohne VSync wird euch eine Schlierenbildung auf dem Bildschirm ausgegeben, die normalerweise durch keine Qualitätsprüfung durchgewunken werden dürfte!

Auf der Konsole ist davon, was uns echt überrascht, nichts zu sehen, dafür sind hier die Ladezeiten umso länger und jeder Tod kostet euch um die 20 bis 30 Sekunden Wartezeit, bevor ihr wieder loslegen dürft. Das hat nichts mit "Next Gen" zu tun!

Auch die KI hat hier und da ihre Macken beziehungsweise Totalausfälle. In einem Spielabschnitt sind sämtliche Regime-Soldaten mit Knüppeln, statt mit Waffen ausgestattet, was natürlich zur Folge hat, dass sie Blazkowicz nur im Nahkampf überwältigen können. In der Regel dürfte man davon ausgehen, dass eine Wache, sobald sie Blazkowicz erspäht, ihn in Windeseile niederknüppelt - doch nicht die Regime-Soldaten! Gemütlich erheben sie ihren Waffenarm, strecken den Knüppel in die Luft und gehen gemütlich, aber angesäuert auf B. J. zu. Ob es sich hierbei um Nazi-Zombies handelt, die General Totenkopf aus seinem Geheimlabor entlaufen sind, ist uns ungewiss. Vielleicht handelt es sich auch einfach um eine strunzdämliche KI, die an den besagten Stellen einfach in eine Art Zombiemodus verfällt. An anderen Stellen im Spiel nimmt uns die KI stellenweise auch gar nicht wahr, zum Glück sind das aber lediglich Ausnahmen und sie entsprechen nicht der Regel. Überwiegend verhält sich die KI sogar recht intelligent, sucht eigenständig Deckung, wechselt die Stellung, deckt uns mit Granaten ein und fordert Verstärkung an.



Die Sound-Abmischung ist den Entwicklern allerdings durchweg misslungen, denn sämtliche Gespräche im Spiel gehen bei der Action total unter. Wer sich hier nicht selbst hilft und die Untertitel einschaltet, bekommt schlicht nur die Hälfte der Gespräche mit. Wer über ein 5.1-System verfügt, kann versuchen, den Center-Lautsprecher etwas lauter zu stellen, auch wenn es inmitten des Actionfeuerwerks nur minimal helfen wird. Hier ist Machine Games gefordert, dies mit Hilfe eines Patches nachzubessern. Wir hoffen, dass dieser noch zeitnah erscheinen wird.

Was uns allerdings verwundert, ist die Tatsache, dass The New Order gänzlich ohne einen Mehrspielermodus daherkommt. Die Begründung fällt allerdings etwas ernüchternd aus. Die Entwickler legten den Fokus bei der Entwicklung des Spiels komplett auf den Einzelspielermodus, was ihnen im Nachhinein auch wirklich geglückt ist. Traurig sind wir aber schon ein wenig, dass wir nicht kooperativ beziehungseise gegen andere Spieler ins Gefecht ziehen dürfen. Aber Machine Games hat zwischen den Zeilen ja auch durchblicken lassen, dass ein Mehrspielertitel in Form eines Enemy Territory in Zukunft vorstellbar wäre. Wir hoffen das Beste!

Deutsche Version

Nazis und Computerspiele gehen nicht zusammen - zumindest in Deutschland. Daher wurde jeglicher Bezug zum dritten Reich getilgt, die Nazis in "das Regime" umbenannt, Hakenkreuze durch das Wolfenstein-Logo ersetzt und Dialoge umgeschrieben. Zumindest das Abwandeln des Hakenkreuzes müssen wir akzeptieren, so lange es dahingehend keine Gesetzesänderung gibt oder Videospiele in Deutschland endlich den offiziellen Stellenwert einnehmen, den sie schon lange inoffiziell besitzen. Dass man sich dahingehend für das Wolfenstein-Logo entschloss, ist in Anbetracht der Vorgänger nun nicht wirklich verwunderlich, aber trotzdem ärgerlich und atmosphäreschädigend. Schlimmer allerdings ist die Tatsache, dass man durch diese Selbstzensur auch die Dialoge umschrieb, so dass auch wirklich niemand auf die Idee kommen könnte, dass es sich bei den Regime-Soldaten doch um Nazis handeln könnte. Zum Glück der deutschen Spielergemeinde ist die Übersetzung allgemein aber sehr gut gelungen, die Synchronsprecher machen durchweg einen guten Job und hauchen den Charakteren Leben ein. Ebenso erfreulich ist es, dass der Gewaltgrad in der deutschen Version unangetastet blieb. Ihr bekommt also auch in der lokalisierten Version den gleichen Gewaltgrad wie in der internationalen Version geboten.

Schlimmer allerdings ist die Tatsache, dass selbst Steam es deutschen Verbrauchern untersagt, die internationale Version des Titels in Deutschland zu kaufen und zu aktivieren. Konsolenspieler können allerdings die internationale Version auf der PlayStation 4 und Xbox One dank fehlender Regionssperre problemlos spielen. Warum schiebt uns Steam hier einen Riegel vor? Zumindest die Aktivierungssperre sollte, nachdem diese für die Schweiz und Österreich gefallen ist, auch für Deutschland fallen, denn auch in Deutschland muss sich kein mündiger Bürger bevormunden lassen, was er privat spielen darf!

Wir möchten die deutsche Version nicht schlechtreden, trotzdem hat diese inhaltliche Zensur von Machine Games und Bethesda einen ganz fiesen Beigeschmack, den viele Spieler als den Atmosphäre-Killer überhaupt sehen.

Wolfenstein - The New Order
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Marco Peters am 02 Jun 2014 @ 22:24
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