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Red Faction - Guerrilla: Review

 
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Hersteller: Deep Silver Volition
Publisher: THQ
Genre: Action: 3D-Shooter
USK: -
PEGI: 16+ Violence
Spieler: -
Testversion: 1.00
Weitere Infos: Game-Facts zu Red Faction - Guerrilla

Fazit von Daniel Boll (Xbox 360)

Wenn ich mehrstöckige Gebäude zum Einsturz bringen und damit auch noch einer fiesen Konzernarmee eins auswischen darf, bin ich in meinem Element. Noch nie sind Häuser so spektakulär zusammengekracht, selten gab es schönere Explosionen und Physikeffekte in einem Shooter zu bestaunen. Da macht es gar nichts, dass die eigentliche Marslandschaft nicht mehr zerlegbar ist. Und ich verzeihe Volition auch gerne die eher dünne Handlung und die abseits der Action wenig interaktive Spielwelt. Die Vielfalt an Nebenmissionen ist schliesslich beachtlich: Wenn ich mal keine Geiseln retten oder EDF-Einrichtungen stürmen möchte, versuche ich mich halt am Demolition Master-Modus und verbringe Stunden damit, Gebäude mit möglichst geringem Aufwand zum Einsturz zu bringen. Neue Hightech-Waffen freischalten, Schrott sammeln, Verfolgungsjagden absolvieren - selbst eilige Spielernaturen dürften mindestens 15 Stunden bis zur Endsequenz brauchen.

Die Feuergefechte machen sogar einem PC-verwöhnten Shooter-Zocker wie mir Freude, auch wenn ich zu Beginn schon sehr unter der Gamepad-Steuerung zu leiden hatte. Red Faction Guerrilla überzeugt hier jedoch schnell mit seinem Deckungssystem und der wirklich sehr pfiffig agierenden Gegner-KI. Adrenalin pur! Seht die toll in Szene gesetzte Marsumgebung als riesigen Actionspielplatz und interpretiert in die vermeintlich offene Spielwelt nicht zu viel hinein. Das hier ist kein neues GTA und will es auch gar nicht sein. Und wenn ihr einmal in einem Mech oder Panzer Platz genommen und damit eine halbe EDF-Garnison geplättet habt, werdet ihr auch nichts vermissen. Selbst die teils langen Fahrstrecken machen Laune, kommt doch in Jeeps richtiges Offroadfeeling auf.

Neben den bereits erwähnten Story-Defiziten stören vor allem die elendig langen Ladezeiten, die man wegen der Dynamik beziehungsweise Unberechenbarkeit der Spielmechanik durchaus öfters ertragen muss. Frustrierend kommt hinzu, dass während der Hauptmissionen keine Speichermöglichkeit gegeben und man auf Kontrollpunkte angewiesen ist. Auch zerren mancherorts leichte Slowdowns an den Nerven - beim häufigen Speichern kann es gar zu länger andauernden Freezes kommen. Mehr Zwischensequenzen, mehr Dialoge abseits des Handlungsfadens wären wünschenswert gewesen. Dass manche Vegetationen zu spät aufpoppen, fällt da eher weniger ins Gewicht.

Wer es sich lieber mit Freunden vor einer Konsole gemütlich machen möchte, wird sich über den Wrecking Crew-Modus freuen. Hier könnt ihr euch abwechselnd in der Zerstörung von Gebäuden messen und eure Leistungen anhand von Highscores einschätzen - auch ohne Goldabo!

Den umfangreichen Mehrspielermodus mit Rangsystem und freischaltbaren Features konnten wir leider mangels Mitspieler nicht testen. Dies ist technisch bedingt - unsere Xbox 360 Debug erlaubt kein Einloggen in das reguläre Xbox Live-System, sondern lediglich in einen für Entwickler und Redaktionen in sich abgeschlossenen Online-Bereich. Zwar wäre es hier theoretisch möglich, Mitspieler zu finden, doch waren zum Testzeitpunkt keine Online-Server vorhanden. Wir bitten also das Fehlen einer Mehrspielerbeurteilung zu entschuldigen - allerdings hätten sowieso nur Goldabonnenten etwas davon, da Silberkonten bekanntlich vom Online-Gaming generell ausgeschlossen sind.

Fazit von Martin Weber (PlayStation 3)

Volition rüstet zur Generalmobilmachung auf dem roten Planeten. Dabei macht das Studio eine richtig gute Figur und zeigt der Shooter-Konkurrenz sprichwörtlich, wo der Hammer hängt. Die GeoMod-Engine lässt zu, dass die Spieler ein Trümmerfeld in der Sandbox-Welt hinter sich lassen und die Gebäude gleich reihenweise physikalisch einwandfrei zusammenkrachen. Selten war es spassiger, auf einem anderen Planeten zur menschlichen Abrissbirne zu werden. Das Grafikteam zeigt ebenfalls, dass sie die Konsolenfront gut im Griff hat, und präsentiert einen Mars, wie man ihn sich immer vorgestellt hat: voller Geröll, karg und eben staubig rot - ein echtes Paradies für Bergarbeiter. Das weitläufige Spielfeld kann mit einem recht grossen und vor allem PS-starken Fuhrpark erkundet werden.

Längen können trotzdem auftauchen, denn abgesehen davon, dass die Spieler kaputt machen sollen, was sie kaputt macht, kommt nach einiger Zeit das Bedürfnis nach ein wenig abwechslungsreicheren Missionen auf. Immerzu Kameraden aus den Fängen der Wachdrohnen befreien, Gebäude gezielt auf Normalnull bringen oder Fahrzeuge klauen sind nun einmal Aufträge, die wenig Tiefe in der Handlung zulassen. Bis dahin könnte man sich aber schon längst mit dem Suchtteufel des Gameplays infiziert haben. Auch der Mehrspielermodus macht dabei eine gute Figur: Mit bis zu 16 Hobbyrevoluzzern gegen die diktatorischen EDF-Schergen ins Feld ziehen. Dass dabei nicht weniger Schutt hinterlassen wird, versteht sich von selbst. Ein Spiel wie ein Dampfhammer!

Fazit von Daniel Boll (PC)

Spielerisch unterscheidet sich die PC-Fassung nur unwesentlich von den Konsolenbrüdern. Klar, dank der Tastatur- und Mausunterstützung ist weitaus präziseres Zielen möglich, wodurch die Gefechte, aber auch diverse Herausforderungen deutlich an Anspruch verlieren. Dem Spielspass schadet das aber keineswegs, schliesslich dürfen Shooter-Kenner auf Wunsch den Schwierigkeitsgrad anheben. Einen Tadel gibt es für die Steuerungsoptionen, weil selbst Doppelbelegungen nicht angeprangert oder verhindert werden. Hier müsst ihr also genau hinschauen, ob nicht doch eine Taste mit mehreren Funktionen belegt wurde.

Dank höherer Auflösung, DirectX 10- sowie VSync-Support, wirkt die Grafik sauberer als auf der Xbox 360. Flüssiger ist sie allerdings nicht, ganz im Gegenteil: Selbst mit komplett deaktivierten Echtzeitschatten gibt es deutliche und häufige Nachladeruckler, was sich vor allem in Fahrsequenzen negativ bemerkbar macht. Auch geht die Framerate bei grösseren Explosionen gerne in die Knie. An unserem Testsystem - ein Core 2 Duo 3.2 GHz, 4 GB RAM, Radeon 4870, SuperTalent UltraDrive ME-SSD - dürfte das eher nicht liegen. Hier ist die Ursache wohl eher in einer unzureichenden Engine-Optimierung zu finden. Immerhin sind die Ladezeiten spürbar kürzer und angenehmer als auf der Xbox 360. Das Laden der Weltkarte geht nun nahezu verzögerungsfrei über die Bühne, was angesichts der häufigen Nutzung dieses Features ein Segen ist.

Bedarf für einen Patch besteht sowieso. So kann es im Hauptmenü zu extremen Verzögerungen kommen. Ausserdem gibt es zumindest in Verbindung mit Realtek-Soundchips und Creative Labs X-Fi-Soundkarten ein derbes 5.1-Surround-Problem, durch das ständig nervtötend laute Motoren- und Umgebungsgeräusche zu vernehmen sind. Alle anderen Sounds geraten da in den Hintergrund und können auch über die Feinabstimmung der Lautstärke im Spiel nicht verstärkt werden. Temporäre Lösung für den Fehler: Windows auf Stereo-Sound umstellen. Die deutsche Sprachausgabe ist recht solide, wobei es ihr im Vergleich zur englischen Fassung aber an Emotionen mangelt. Leider fehlt der deutschen Version eine Sprachauswahlmöglichkeit.

Immerhin konnte ich nun endlich den Mehrspielermodus zocken und muss sagen, dass das Erfahrungspunktesystem in Verbindung mit den umfangreichen Freischalt-Features sehr spassig ist. Server-Admins werden mit einem Haufen Auswahloptionen beglückt, darunter Start- und Map-Waffen, Respawnzeiten und Gegnersichtbarkeit. Nicht ganz so vorbildlich ist leider die Server-Suche geraten. Hier seid ihr auf Automatismen angewiesen, die keinerlei Auswahltransparenz zulassen und euch mangels Mitspieler meist auch noch zum Server-Host machen, obwohl ihr eigentlich auf der Suche nach einem Server wart. Und weil die Qualität der Serververbindung schwer einschätzbar ist, kommt es nicht selten vor, dass ihr mitten in einem Match mit Verbindungsabbrüchen zu kämpfen habt. Schade.

Unterm Strich wiegen sich die Vor- und Nachteile der PC- und Konsolenfassungen ziemlich auf, weshalb es auch für die Windows-Umsetzung bei einer 8.5 bleibt. Bedenkt vor dem Kauf allerdings, dass es einerseits eine Online-Aktivierung mit E-Mail-Angabepflicht und andererseits einen Games for Windows Live-Zwang gibt. Auch rate ich aufgrund der Zensuren von einem Kauf der USK 18-Fassung ab und empfehle eine unzensierte Importversion.

Zensurwarnung: Die deutschen USK 18-Fassungen sind zensiert. Unter anderem fehlt die Möglichkeit, Haftminen an Gegnern anzubringen und Leichen mit dem Hammer zu bearbeiten. Des Weiteren bleiben Sägeblätter und Stahlgeschosse nicht in Gegnern stecken.



Review Lesen - Seite 1

Pro: Contra:
+ Exzellenter Soundtrack
+ Pfiffige Gegner-KI
+ Spassige Offroad-Raserei
+ Taktische Feuergefechte
+ Wrecking Crew-Modus
+ Zerstörungsorgie
- 5.1-Surround-Bug (PC)
- Dünne Handlung, blasse Protagonisten
- Kein Speichern während der Hauptmissionen
- Lange Ladezeiten (Konsolen)
- Online-Modus nur mit Goldabo (360)

Gesamtwertung:  
GBase Score:
8.5
Abwechslung: Gut
Atmosphäre: Gut
Bedienung: Befriedigend
Langzeitmotivation: Sehr Gut
Herausforderung: Gut
Spieldauer: Befriedigend
Multiplayer: Gut
Preis/Leistung: Gut

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Daniel Boll am 24 Sep 2009 @ 18:29
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