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Mafia II: Review

  Personal Computer XBOX 360 

Auch an den Schiessereien haben die Entwickler geschraubt. Es gibt jetzt ein richtiges Deckungssystem, vergleichbar mit anderen modernen Third-Person-Shootern. Auf Tastendruck duckt sich Vito hinter fast beliebigen Objekten weg. Hier ist jedoch Eile geboten, denn viele Materialien sind dank PhysX-Engine zerstörbar. Betonsäulen zerbröckeln, Holz zersplittert und Wagen drohen zu explodieren, sofern ein Querschläger den Tank trifft. Dank der präzisen Maus-Tastatur-Steuerung ist der Anspruch der meisten Ballergefechte nicht sehr hoch. Pistole oder Gewehr in den Anschlag nehmen und Kopftreffer verteilen. Lediglich wenn Gegner in einer deutlichen Überzahl sind, ihrerseits Deckungen nutzen und Vito mit Granaten auf den Pelz rücken, kann es schon mal brenzlig werden. Das ist aber selbst auf dem höchsten der drei Schwierigkeitsgrade eher die Ausnahme. Unsere Vermutung: Die Gegner-KI wurde unverändert von der Xbox 360-Fassung übernommen und ist der präziseren PC-Steuerung nicht gewachsen. Was soll's, immerhin wird etwas fürs Auge geboten.

Übrigens ein Riesendankeschön an die Entwickler, dass Verbündete nicht mehr verwundbar sind. Endlich muss man eine Mission nicht mehr von Neuem beginnen, wenn einem wieder mal ein Kollege vor die Flinte gelatscht ist. Aber dass wir uns nicht missverstehen: Das Vor-die-Flinte-Latschen können die Jungs immer noch gut. Das ist ärgerlich, wenn man gerade einen Gegner im Visier hatte und der Schuss nun blockiert wird. Aber allemal erträglicher als ein Game-over-Bildschirm. Nun fehlte eigentlich nur noch ein manuelles Speichersystem. Leider wurde wieder darauf verzichtet, weshalb es aufgrund von ungünstig gesetzten Kontrollpunkten vorkommen kann, dass man ganze Dialogszenen oder längere Wege erneut über sich ergehen lassen muss.

Die Strassen von Empire Bay

Zwischen den Missionen bleibt genug Zeit, um die Stadt zu erkunden. Eine Vollbildkarte zeigt die wichtigsten Orte an und fungiert gleichzeitig als automatischer Routenplaner. Wie? Das US-Militär hat GPS erst in den 1970er-Jahren erfunden? Unsinn, ihr seht doch, dass die Mafia es schon in den 1950ern hatte. Egal, die Autofahrten versprühen auch acht Jahre nach dem ersten Teil immer noch ihren ganz speziellen Charme. Fast entsteht der Eindruck, als hätte sich am Fahrmodell kaum etwas verändert. Allerdings stehen jetzt schon von Beginn an Autos mit ordentlich Leistung zur Verfügung. Niemand muss sich mehr mit PS-Krücken eine Brücke hochquälen.

Auf die Einhaltung von Verkehrsregeln hat die Polizei wieder ein Auge. Allerdings eines, das sie gerne mal zuzudrücken scheint. Selbst wenn man vor einem Streifenwagen Verkehrsschilder umrast oder in fremde Gefährte hineinbrettert, führt das nicht immer zwangsläufig zu einer polizeilichen Verfolgung. Überhaupt fehlt den Ordnungshütern die Hartnäckigkeit der Lost-Heaven-Kollegen, die gerne mal mit 200 Sachen einem Verkehrssünder hinterherbretterten und einfach nicht lockerliessen. Koste es, was wolle. Die Empire-Bay-Exekutive hingegen ist eher gemächlich unterwegs. Vielleicht eine Folge gekürzter Lohnzahlungen? Wir wissen es nicht. Zumindest darf man aber die vergleichsweise lächerlichen Strassensperren kritisieren, wenn die Cops schon keine Lust mehr auf halsbrecherische Verfolgungsjagden verspüren.

Empire Bay sieht bei Tag nicht sehr spektakulär aus. Eher gräuliche Farbtöne beherrschen das Bild. Die Texturierung wirkt blass, und spät aufpoppende Objekte wie Zeitungsstände fallen besonders unangenehm auf. Wer alleine auf die integrierte Kantenglättungsfunktion vertraut, wird zudem mit grässlichen Treppcheneffekten auf Autos, Stromleitungen und Zäunen bestraft. Schaltet dieses schrecklich unperformante und ineffektive Ding also am besten direkt aus und erzwingt vernünftige Kantenglättung per Treiber.

Jedenfalls haut die virtuelle Stadt bei Tageslicht nicht wirklich vom Hocker. Aber lobt den Tag nicht vor dem Abend: Zunächst taucht ein sehr hübscher Sonnenuntergang Empire Bay in ein rötliches Licht. Dann bestimmen bunte Reklametafeln und grelle Laternenlichter, die sich in der regennassen Fahrbahn spiegeln, die Szenerie. Fängt es dann auch noch zu schneien an und ertönt "Let it snow" oder ein anderer Klassiker aus dem virtuellen Radio, sind alle Grafiksünden des Vortages vergessen. Grossartig! Wer die Wagen im Vorgänger gut im Griff hatte, wird sie in Mafia II übrigens direkt im Schlaf fahren können. Schön, dass sie ein modernes Schadensmodell verpasst bekommen haben. Nach Unfällen sind Kratzer im Lack und Dellen im Blech sichtbar. Stossstangen hängen halb herunter und wippen wild umher.

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Daniel Boll am 24 Aug 2010 @ 04:37
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