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Assassin's Creed 2: Review

 
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Hersteller: Ubisoft
Publisher: Ubisoft
Genre: Action: Adventure
USK: Freigegeben ab 16 Jahren
PEGI: 18+ Violence Bad Language
Spieler: nur Singleplayer
Testversion: Retail
Weitere Infos: Game-Facts zu Assassin's Creed 2

Fazit von Daniel Boll (Xbox 360)

Es ist immer wieder ein groteskes Vergnügen, als virtueller Profikiller unterwegs zu sein. Assassin's Creed II lebt aber nicht nur von seinen ausgefeilten Tötungstechniken, sondern überzeugt diesmal mit einer aufwändig inszenierten, dramatischen und technisch exzellent umgesetzten Handlung, die einige Zeit der Hauptantriebsfaktor für mich war. Doch wurde das Spiel eigentlich in allen Bereichen deutlich verbessert: Gewohnt spektakuläre Schwertkämpfe, die nun dank Nebenverdienstmöglichkeiten mit immer besserer Ausrüstung bestritten werden dürfen. Eine noch glaubwürdigere Bevölkerung, die mich mit vielen abwechslungsreichen Kommentaren amüsiert hat. Und nicht zuletzt noch mehr Versteckmöglichkeiten und Nebenaufgaben. Sogar meine eigene Villa darf ich aufmotzen, um Besucher anzulocken und Profit zu erzielen. Das Ganze wird in einer beeindruckenden technischen Aufmachung präsentiert, die trotzdem ohne Framerate-Einbrüche auskommt.

Eigentlich kann ich das mindestens 15 Stunden andauernde Abenteuer also jedem Hobby-Assassinen ans Herz legen. Allerdings muss auch angemerkt werden, dass die Storydichte später spürbar nachlässt und sich Haupt- und Nebenmissionen spielerisch so ähnlich werden, dass ich keine Lust mehr hatte, mich Kurierdiensten, Prügeleien, Wettrennen und anderen Nebenverdiensten zu widmen. Und zu meinem Erstaunen war das relativ egal, weil Hauptaufträge eben auch Geld einbringen und die nötigsten Utensilien auf diese Weise locker bezahlt werden können. Hinzu kommen unnötig lange Laufwege, die mit etwas durchdachteren Missionsdesigns und Schnellreisemöglichkeiten innerhalb von Städten hätten eliminiert werden können.

Letztlich weise ich noch auf zwei Abstürze hin, die sich während meiner Testphase ereigneten. Wobei ich da offenbar noch gut mit wegkam, klagen Besitzer einer PlayStation 3-Fassung doch über regelmässige, reproduzierbare Freezes. Wer sich den Ärger ersparen möchte, sollte also mit dem Kauf abwarten, bis ein Patch die Stabilität verbessert.

Fazit von Martin Weber (Xbox 360)

Mit der Assassin's Creed-Lizenz geht Ubisoft äusserst pfleglich um. Davon profitieren nicht nur die firmeneigenen Bilanziers, sondern in erster Linie auch die Spieler. Ezio meuchelt sich durch eine mitreissende Handlung, gut durchdachte Aufgaben und schöne Schauplätze. Sogar die Nebenmissionen sind abwechslungsreicher als im ersten Teil, und ein kleines Shopsystem wurde eingebaut, das Krämerseelen wie mich länger bei der Stange hält, als vermutet. Schliesslich möchte man in einem gediegenen Eigenheim residieren, das man mit seinen Aufträgen finanziert und ausbaut. So lohnt sich das halbseidene Handwerk.

Mit der Zeit stellen sich allerdings auch leichte Ermüdungserscheinungen sowie Knicke in der tollen Story ein, die so mancher Spieler mit Augenrollen quittieren wird. Auch die Zweikämpfe sind leider nicht wirklich verbessert worden. So wird man sich nach einiger Zeit eher routiniert als gefesselt durch das mittelalterliche Venedig schnetzeln.Trotzdem festigt sich schon allein durch die tolle Grafik, den lebendigen Sound und eine organisch-glaubwürdige Umgebung ein grossartiges Spielerlebnis. Ein klarer Kandidat für die Jahres-Hitliste ist Assassin's Creed II allemal.

Fazit von Daniel Boll (PC)

Spielerisch unterscheidet sich die PC-Fassung nicht grossartig von den Konsolenbrüdern. Diverse Bonusinhalte sind je nach Ladenversion von vornherein enthalten - das war's dann auch schon mit den inhaltlichen Extras. Auch auf dem PC bekommt ihr also ein filmreifes, abwechslungsreiches Actionadventure geboten, das mir persönlich mit Maus und Tastatur mehr Spass macht als auf der 360. Klar, die Eingewöhnungszeit ist angesichts der vielen belegbaren Tasten gross, doch danach geht das wirklich wunderbar intuitiv von der Hand.

Technisch bekommen PC-Zocker natürlich höhere Auflösungen und eine generell sauberere Grafik. Mit Kantenglättung und anisoptroper Filterung sieht das sowieso schon hübsche Spiel noch ein ganzes Stück besser aus. Allerdings gibt es zumindest mit ATI-Grafikkarten auch diverse Nachteile. So flackern stellenweise Texturen und Schatten. Ausserdem stören Aufpoppeffekte auf dem PC noch mehr als auf der Konsole, wo man immerhin weiter vom Bildschirm wegsitzt. TFT-Besitzern sei dringend aktivierte Vertikale Synchronisation empfohlen - damit ist zwar die Maussteuerung spürbar unflüssiger, dafür eliminiert ihr aber die noch fieseren Schlierenbildungen bei Richtungswechseln.

Zum Schluss noch ein paar Worte zum Kopierschutz - und ich weiss, dass einige von euch sicher nur aus diesem Grund das PC-Fazit lesen werden. Die Launch-Probleme mit angeblich attackierten und somit lahmgelegten Servern waren ärgerlich. Login-Vorgänge dauerten extrem lange oder waren gar nicht erst möglich. Zudem konnte der Freischalt-Code für Bonusinhalte die ersten Tage nicht eingelöst werden, weil die Server nicht erreichbar waren. So etwas darf gerade bei so einem umstrittenden Kopierschutz, der auf permanente Online-Verbindung setzt, nicht geschehen. Peinlicher Start für Ubisoft, und eine Steilvorlage für alle Gegner des hauseigenen Kopierschutzsystems. Als Redakteur darf ich mich von persönlichen Gefühlen möglichst nicht leiten lassen. Ich muss den Sachverhalt objektiv bewerten. Somit kann ich nach den Startschwierigkeiten zu dem Schluss kommen, dass ich als Besitzer einer seit Jahren unproblematischen Breitband-Flatrate eigentlich keine weiteren Mängel zu beklagen hatte und zum Beispiel die Online-Bereithaltung der Spielstände als durchaus nützlich erachte. Keine Diskabfragen, keine Installationslimits mehr - ich muss mich zum Zocken lediglich einloggen und währenddessen eine möglichst unterbrechungsfreie Internetverbindung gewährleisten.

Aber - und jetzt kommt der grosse Haken an der Sache: Wer kann so etwas schon garantieren? Wenn simple DDoS-Attacken schon die angeblich so abgesicherte dezentrale Serverinfrastruktur lahmlegen können, muss ich mich fragen, ob auch in Zukunft und mit steigender Serverlast eine reibungslose Online-Anmeldung gewährleistet bleibt. Zudem sehe ich den Online-Zwang gerade gegenüber Kunden, die über keinen Internetzugang oder keine Flatrate verfügen, als dreiste Benachteiligung an. Hier wird eine Zwei-Klassen-Community erzwungen, die meines Erachtens nach die Raubkopiererszene nur weiter stärken wird, anstatt sie zu schwächen. Letztlich ist die ganze DRM-Kiste nur eine weitere Gängelung ehrlicher Käufer, die sich einen Erwerb darum hoffentlich zwei Mal überlegen werden. Aus Sicht einer Privatperson würde ich jedenfalls keinen Cent in die PC-Fassung investieren, obwohl sie objektiv betrachtet die spielerisch und technisch beste Umsetzung ist.

Review Lesen - Seite 1

Pro: Contra:
+ Eigene, ausstattbare Villa
+ Exzellente technische Präsentation
+ Mitreissende Handlung
+ Sehr präzise Steuerung
+ Stimmungsvolle Spielwelt
+ Virtuose Schwertkämpfe
+ Verdeckte Tötungsmöglichkeiten
+ Verdienstmöglichkeiten
- Absturzfehler (Xbox 360)
- Deutsche Sprachausgabe mittelmässig
- Gegner blocken zu effektiv ab
- Grafikfehler (PC)
- Handlung verliert später an Fahrt
- Haupt- und Nebenmissionen zu ähnlich
- Viel Lauferei

Gesamtwertung:  
GBase Score:
8.0
Abwechslung: Gut
Atmosphäre: Gut
Bedienung: Gut
Langzeitmotivation: Befriedigend
Herausforderung: Befriedigend
Spieldauer: Gut
Multiplayer: nicht verfügbar
Preis/Leistung: Befriedigend

Assassin's Creed 2
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Daniel Boll am 12 Mrz 2010 @ 00:01
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