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Homefront: Review

 
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Hersteller: Digital Extremes
Publisher: THQ
Genre: Action: 3D-Shooter
USK: keine Jugendfreigabe
PEGI: 18+
Spieler: 32
Testversion: Retail
Weitere Infos: Game-Facts zu Homefront
Fazit von Michael Hoss
Ich hatte grosse Hoffnungen in Homefront gesteckt. Allein die völlig abwegige Geschichte hatte mich von Anfang an interessiert. Jetzt habe ich es durchgespielt und ein fader Beigeschmack bleibt. Das Spiel endet urplötzlich und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass einfach mehr drin gewesen wäre. In Sachen Schauplätze. In Sachen Story. Und natürlich auch in Sachen künstlicher Intelligenz.

Beim Mehrspielermodus geht es mir da ähnlich. Der ist zwar auch richtig gut. Und am Ende lohnt sich Homefront in erster Linie für jene Spieler, die auf der Suche nach einem gelungenen Mehrspielermodus sind, doch auch hier wäre mehr drin gewesen. Mehr Karten. Mehr Spielmodi. Das Konzept an sich und die Umsetzung stimmen ja schon.

Das heisst jetzt nicht, dass Homefront ein durchschnittliches oder gar schlechtes Spiel ist. Ganz im Gegenteil. Es ist ein tolles, ein mitreissendes und ein forderndes Spiel mit seinen eigenen Ideen, welche es allein schon der Geschichte wegen von der Masse abheben. Nur ist es nicht der erhoffte Meilenstein geworden, aber das kann ja mit dem hoffentlich kommenden Nachfolger noch gelingen.

Übrigens: Daumen hoch für so viel Aufwand für eine PC-Version. So etwas ist ja in der heutigen Zeit fast schon eine Rarität geworden.

Fazit von Stefan Vogel (Xbox 360)
Ich bin leider nicht ganz so begeistert von Homefront wie mein Kollege Hoss. Die Story finde ich sehr austauschbar. Nordkoreaner als neue Nazis? Ich weiss ja nicht. Auf jeden Fall haben die Entwickler von Kaos Studios die Geschichte recht cool inszeniert und das Ganze auch recht intensiv gestaltet. Doch vieles wirkt gerade durch die Tabubrüche aufgesetzt und müsste einfach nicht sein. Wieso in einer Grube voller Leichen verstecken, wenn nur drei Soldaten kommen, nachdem man vorher an die 30 niedergemäht hat? Pure Effekthascherei meiner Meinung nach. Über die wirklich saublöde KI und die Kürze der Kampagne will ich mich hier gar nicht mehr auslassen. Grafik und Sound gehen aber durchaus in Ordnung, auch wenn man hier eher Ware des gehobenen Durchschnitts sieht. Auch die Steuerung wirkt etwas roh, alleine das Zielen per LT hat etwas Latenz und ist gewöhnungsbedürftig.

Der Mehrspielerteil reisst Homefront aber wieder ein bisschen in höhere Wertungsgegenden. Zwar ist der Umfang auch nicht so riesig, aber er macht durchaus Spass. Wir vermerken auch einige gut gemachte Gameplay-Ideen, die ein wenig Rollenspielelemente haben. Leider klappt es noch nicht so ganz mit dem Matchmaking, aber ein Patch ist schon in Aussicht.

Leider hat Homefront wieder den von EA etablierten Online-Pass mit an Bord, der bei THQ nun auch Standard geworden ist. Ohne diesen kommt man nicht in den vollen Genuss des Online-Modus. Für Neukäufer liegt dieser in jeder Packung bei. Gebrauchtkäufer müssen ihn separat erwerben.

Fazit von Alexander Boedeker (PC)
Auf die Veröffentlichung von Homefront habe ich mich wirklich seit der Ankündigung gefreut. Denn schliesslich haben die Jungs und Mädels mit Frontlines bereits vor einigen Jahren ein erfolgreiches Erstlingswerk auf die Beine gestellt. Doch nicht längst wurden alle Erwartungen erfüllt. Homefront bietet die Basis für eine spannende Geschichte. Amerikaner kämpfen auf dem ehemals eigenen Territorium ums Überleben gegen einen technologisch weit überlegenen Feind. Die Solokampagne versprüht ein wenig Endzeitstimmung, alleine das imposante Introvideo macht Lust auf mehr. Doch bevor die Geschichte erst mal so richtig in Fahrt kommt, trällert auch schon der Abspann über meinen Monitor. Knapp drei bis vier Stunden, ohne wirkliche Höhepunkte, sind dann doch einfach zu wenig. Dazu gesellt sich eine strohdoofe KI, die gerade einmal vielleicht als Kanonenfutter dient. Letzteres ist auch ein gutes Stichwort. Die Kaos Studios haben ordentlich von ähnlichen Titeln des gleichen Genres abgeschaut und verzichten auf verzweigte Levelsysteme, stattdessen wird man gradlinig durch die einzelnen Szenen geschleust. Steht man übrigens einem KI-Kollegen im Weg, wird man behutsam, aber mit Nachdruck automatisch zur Seite gedrängt.

Während der Kampf gegen die Besatzer im Solomodus relativ schnell ein Ende findet, bietet der Mehrspielerteil von Homefront schon mehr innovative Ideen. Das Punktesystem dient als Ansporn, als Team vorzurücken. Denn nur derjenige, der aktiv ins Geschehen eingreift, erhält die nötigen Punkte, um Fahrzeuge oder verbesserte Waffen zu kaufen. Ansonsten bleibt euch als Infanterist nur ein langer Fussweg bis zum nächsten Feind. Der Serverbrowser ist hingegen eine Qual und reagiert beim Abfragen neuer Serverdaten äusserst widerspenstig auf Eingaben. Hat man dann auch noch einen bereits überfüllten Server ausgewählt, fliegt man konsolentypisch ins Hauptmenü zurück und die Ruckelorgie beginnt erneut.

Grafisch ist Homefront ein zweischneidiges Schwert. Mir gefällt die Gesamtpräsentation ziemlich gut, ein wenig faschistisch-düstere Stimmung sorgt tatsächlich dafür, dass mir bei manchen Szenen im Spiel das Blut in den Adern gefriert. Weniger gelungen sind allerdings die Charakter-Emotionen. Wenn mein Begleiter über den Tod eines Freundes schluchzt und weint, muss ich mir anscheinend die dazu passende Animation bildlich vorstellen, denn gezeigt wird nicht viel. Auch die Bewegungen lassen teilweise zu wünschen übrig.

Alles in allem ist Homefront ein guter, aber eben nicht überragender Shooter geworden, der den Thron des besten Shooters 2011 ganz klar an sich vorbeiziehen lässt. Zwar mag die Geschichte noch so glaubwürdig und authentisch sein, die Spielzeit ist einfach zu kurz und die zum Einsatz kommende Technik sorgt ebenfalls, zumindest in einigen Aspekten, für lange Gesichter. Dafür entschädigt der umfangreiche und durchdachte Mehrspieler-Part, der aber bis zur vollständigen Reife noch ein paar Updates benötigt.

Review Lesen - Seite 1

Pro: Contra:
+ Tolle Inszenierung
+ Interessante Geschichte
+ Grosse Waffenauswahl
+ Spassiger Mehrspielermodus
+ Atmosphärisch stark
+ Aufgebohrte PC-Version
- Strunzdoofe KI
- Kurze Spielzeit
- Super linearer Spielablauf
- Unnötige Grafikpatzer
- Wenig Karten im Multiplayer

Gesamtwertung:  
GBase Score:
8.5
Abwechslung: Gut
Atmosphäre: Gut
Bedienung: Sehr Gut
Langzeitmotivation: Gut
Herausforderung: Gut
Spieldauer: Befriedigend
Multiplayer: Sehr Gut
Preis/Leistung: Befriedigend

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Michael Hoss am 13 Mrz 2011 @ 12:42
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