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Dies und das: Lioncast Hardware Special

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Der deutsche Hardware-Hersteller Lioncast ist noch recht jung, besitzt aber schon jetzt das Portfolio eines ganz grossen: Controller, Kabel, Taschen, Headsets und sogar ganze Konsolen gibt's hier auch für Leute mit kleinerem Geldbeutel. Die Ware wird sofort kostenlos geliefert, bei Mängeln und Problemen greift ein Rückgaberecht von satten 100 Tagen. Ein wagemutiges Versprechen, das der Löwe da in den Hardware-Dschungel brüllt. Aber kann er es auch halten? Wir haben uns den Onlineshop sowie vier Lioncast-Produkte genauer angesehen.

Kauft man sich eine Konsole, ist oft nur das Nötigste dabei, darunter auch nur ein Controller. Das mag für die ersten Spielrunden reichen, selbst der Lust nach Online-Gefechten steht nichts im Wege. Doch spätestens, wenn der Kooperativkumpel nicht 100 Kilometer entfernt, sondern daheim auf der eigenen Couch vor der Glotze hockt, dürfte er angesichts des einen Controllers nur mit den Augenbrauen klimpern. Was hilft, ist eine zweite Steuereinheit, und zwar eine möglichst gute. Haltet ihr eurem Freund nämlich ein Billigprodukt unter die Nase, bei dem die Knöpfe wackeln, als hätte es Zahnausfall, wird er beim Spielen keine Freude haben.

Es muss nicht immer das teure Original sein

Aber wie sieht man der Peripherie im Allgemeinen und dem Controller im Speziellen nun an, ob sie auch etwas taugen? Ob sie lange Street-Fighter-Nächte exzessiver Analogstickvergewaltigung aushalten und beim obligatorischen Wutausbruch nicht in tausend Teile zerschellen? Die Antwort: Meist gar nicht. Deswegen muss man sich vor dem Kauf auf die entsprechenden Nutzerbewertungen im Internet verlassen. Auch, weil häufig allein das aussergewöhnliche Design fremder Hardware einen wenig vertrauenswürdigen Eindruck macht.

Da ist das Steuerkreuz anders angeordnet, da sind die Griffe etwas länger geraten. Wenn dann auch noch die Tasten klemmen und im Spiel den Befehl verweigern, hat man sein Geld zum Fenster rausgeworfen. Auf der sicheren Seite ist man in jedem Falle mit der Original-Hardware, denn weder dem Xbox 360- noch dem PS3-Controller können Drittherstellerprodukte das Wasser reichen. Bei Fernbedienungen, Ladestationen und Kopfhörern verhält es sich äquivalent. Allerdings verlangen Sony, Microsoft und Nintendo horrende Preise für ihr Zubehör, weswegen sich der Einkauf bei günstigeren Anbietern durchaus lohnen kann.

Während sich Unternehmen wie etwa Snakebyte oder Bigben Interactive ob ihrer überzeugenden Produkte längst einen Namen gemacht haben, muss sich Lioncast im Hardware-Segment noch behaupten. Hinter dem Logo mit der Zottelmähne verbergen sich nämlich gleichfalls keine überteuerten Luxusartikel, sondern Konsolen, Handhelds, Spiele und Zubehörteile im niederen und mittleren Preissegment. Im Folgenden stellen wir euch vier Produkte von Lioncast vor, untersuchen, wie sich Fernbedienung, Kopfhörer und Controller im Praxisalltag schlagen, und ob sich der junge Hersteller im stark umstrittenen Online-Markt behaupten kann.

Wii Remote inklusive Motion Plus und Nunchuk: beinahe wie das Original

Als Beispiel gingen wir in der Artikeleinleitung vornehmlich auf das Thema Controller ein, also fangen wir doch direkt mit einem an. Wir haben uns die Wii Remote nebst Nunchuk von Lioncast genauer angeschaut und entdeckten zunächst kaum einen Unterschied zum Original. Zwar sind Digitalkreuz und ein paar andere Knöpfe leicht verändert worden, und auch dem Lautsprecher der Wii Remote wird etwas mehr Platz zuteil; das Löwenprodukt ist mit circa 130 Gramm (inklusive Batterien) aber genauso schwer wie das Nintendo-Vorbild und schlägt sich darüber hinaus im Praxistest ausserordentlich gut.

Dies und das Bild
Zunächst muss der Controller mit der Wii synchronisiert werden. Das geschieht ohne grosse Umschweife über die entsprechenden Knöpfe an Wii Remote und Konsole. Ist das Signal hergestellt, kann es losgehen. Egal, ob wir uns in Wii Sports Ressort austoben, in Mario und Sonic bei den Olympischen Sommerspielen 2012 ins Schwitzen kommen oder in Red Steel 2 ein paar Gegner in Scheiben hacken - die Steuerung funktioniert dank integriertem Motion Plus anstandslos. Sogar Handgelenkdrehungen und schnelle Schwenks sind für die Wii Remote von Lioncast kein Problem. Etwas Angst hatten wir beim seltsam abgerundeten Digitalkreuz - immerhin ist das die Achillesferse eines jeden Controllers. Doch auch in flotten Jump & Runs wurden wir nicht enttäuscht. Zu keiner Zeit plagten uns Aussetzer oder Bedienungsprobleme. Vielmehr hat der Hersteller den Z-Knopf des Nunchucks vergrössert, und der Analogstick hat nun weniger Spielraum. Marginale Änderungen, aber im Langzeittest hat sich diese Designentscheidung als Komfortplus bewährt.

Auch bei der Verarbeitung hat sich Lioncast Mühe gegeben. Obschon aus mattem, statt glänzendem Plastik gefertigt, macht die Wii Remote optisch einen guten Eindruck. Um die Oberfläche vor lästigen Kratzern zu schützen, wurde sie ab Werk mit einer Folie versehen, die sich leicht abziehen lässt. Zudem liess es sich der Löwe nicht nehmen, einige Verbesserungen durchzuführen. Während etwa Nintendo für sein Zubehör immer auf das gleiche rutschige Material zurückgreift, wurde die Rückseite des Lioncast-Nunchuks leicht spröde gefräst - besonders bei anstrengenden Sportdisziplinen und schwitzenden Händen von Vorteil.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: Die Akku-Abdeckung der Wii Remote hat zu viel Spiel und klappert lauter als die Tasten einer mechanischen Tastatur. Darüber hinaus liegt dem Controller-Duo unverständlicherweise keine Handgelenkschlaufe bei. Das ist jedoch Kritik auf hohem Niveau, denn im Gegensatz zu Nintendo verlangt Lioncast nicht über 60 Moneten, sondern lediglich 23,95 Euro. Wer da nicht zuschlägt, ist selbst schuld.

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Mirco Kaempfer

 
Mirco Kaempfer am 21 Aug 2012 @ 10:05
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