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Dies und das: Movies und Games Special - Die Spieleindustrie erobert Hollywood

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Was war als Erstes da, die Henne oder das Ei? Eine Frage, die bis heute strittig diskutiert wird und auch auf andere Gebiete angewendet werden kann. Zum Beispiel: Was war als Erstes da, der Film oder das gleichnamige Videospiel? Oftmals ist es so, dass man sich einen Film ansieht und man nicht genau sagen kann, ob dieser Streifen aus der Feder eines Gamedesigners oder Hollywood-Autors stammt. Die Grenzen verschwimmen dabei immer mehr, aber warum funktionieren viele Konzepte auf der Leinwand einfach nicht und warum werden Filmadaptionen oftmals zu einem 08/15-Spiel?


Dabei ist die Qualität dieser Medien besser als je zuvor und man könnte fast denken, das sich die Gamedesigner etwas von den Filmemachern abgeschaut haben. Oder ist es doch umgekehrt? Sowohl die Geschichte als auch Optik und Atmosphäre sind absolut filmreif in manchen Spielen inszeniert. Die Kombination aus Spielfilmqualität und Interaktion lässt Games in der Gunst des Publikums immer mehr steigen. Kaum ein anderer Unterhaltungszweig verzeichnet ähnliche Wachstumsraten. Mehrere Milliarden Dollar setzt die Branche jährlich weltweit um - mehr als Hollywood mit seinen Filmen einspielt. Helden werden durch die Spieleindustrie im Wohnzimmer erschaffen und nicht nur von Hollywood vorgegeben - aber von der Traumfabrik wiederum aufgegriffen, was mit Double Dragon oder Tomb Raider begann, geht mit Silent Hill und Far Cry weiter. Hideo Kojima, der Metal Gear Solid-Vater, macht schon seit Jahren aus seinen Spielen so etwas wie einen interaktiven Film und mixt geschickt spielerische Elemente mit cineastischen Sequenzen. Derzeit entwickelt der Japaner Metal Gear Solid 4: Guns Of The Patriots; das Budget dafür erreicht fast schon Hollywood-Dimensionen.

Dies und das BildDoch auch Spiele wie Red Steel oder Stranglehold haben Entwicklungskosten, die man sich früher nie hätte vorstellen können. Die Einnahmen sprechen für sich und die Filmindustrie hat das schon lange erkannt, denn hier kann man noch richtig Kohle machen. Dumm gelaufen, wenn der Zuschauer merkt, dass die Hintermänner eben nur mal ein paar schnelle Dollar verdienen wollen. Das Produkt leidet darunter und die menschlichen Augen ebenfalls. Übrig bleibt der schlechte Ruf, auch aufgrund der Tatsache, weil diese beiden Unterhaltungszweige einfach nicht ineinander übergreifen. So musste man damals Filme wie Mortal Kombat, Street Fighter oder den Super Mario-Film über sich ergehen lassen und fast jeder fragte sich, wo die guten Ideen aus denSpielen geblieben sind. Nirgends, denn übrig blieb oftmals nur ein hundertzwanzig Minuten langer Haufen Müll. Vielleicht ist ein Beat 'em up als Grundlage für ein Movie auch nicht immer unbedingt die beste Wahl gewesen. Aber der Name lockte erstmal viele Besucher in die Kinos und Filmproduzenten wie Entwickler sahen hier eine Marktlücke. Aktuell pfeffert man die Produkte nur so aus den Studios, fast zu jedem Film gibt es ein gleichnamiges Spiel. Die Liste ist endlos und fängt bei Disneys Aladdin an und hört bei den Transformers auf. Es flimmern heutzutage mehr Produktionen dieser Art über die Kinoleinwand als je zuvor.

Dies und das Bild Aber haben die Leute überhaupt Lust, sich immer wieder inhaltlich schwache Produktionen anzusehen? Der Ruf dieser Umsetzungen ist verdammt schlecht und das kommt nicht von ungefähr. Bestes Beispiel für einen Film, dessen Spielvorlage ein Klassiker ist und der hohe Erwartungen mit sich brachte: Alone in the Dark. Das Ergebnis war erschreckend schwach und die Frage nach dem Warum steht dabei immer noch im Raum. Selbst mit der heutigen Technik schaffen es viele Filmteams nicht, die Atmosphäre eines Adventures oder Shooters überzeugend einzufangen. Vielleicht liegt es an den Verantwortlichen, die einfach nicht das richtige Gespür dafür besitzen. Wie so oft hat man einen Film gesehen, dessen Handlung eigentlich überhaupt nichts mit der Vorlage zu tun hatte. Die Kreativität der Produzenten zerstört häufig das Originalkonzept. Möglicherweise liegt es aber auch am Zuschauer, der zu anspruchsvoll ist, übersättigt von der Gewohnheit, Teil der Handlung zu sein und selbst entscheiden zu können, wie es weitergeht. Man sieht eine Szene und weiss, dass sie im Spiel eigentlich ganz anders war, einfach weil Herr Maier oder Frau Müller selber den Weg geebnet haben, und nicht ein The Rock oder eine Angelina Jolie. Was dem Leser sein Buch, ist dem Zocker sein Spiel.

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Nicole Lange

 
Nicole Lange am 27 Jul 2007 @ 02:19
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