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Dies und das: Was bleibt - Winnenden und seine Folgen Special

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Zwei Jahre sind vergangen. Zwei Jahre, die bestimmt war von Debatten, Auseinandersetzungen, Aktionsbündnissen, von Anstrengungen, interaktive Unterhaltung in ihrer künstlerischen Entfaltung einzuschränken oder - auf der Gegenseite - zu rehabilitieren. Winnenden ist nicht Erfurt, nicht Emstetten. Es ist ganz anders verarbeitet worden, medial und persönlich. Vielleicht war und ist Winnenden ein Wendepunkt. Eine Chance, die Standpunkte des anderen Lagers zu verstehen. Eine Möglichkeit, über die Christian Pfeiffers dieser Republik hinweg konstruktiv mit- und nicht gegeneinander zu reden. Eine Chance, die sich trotz schmerzlicher Verluste für die Hinterbliebenen der grausamen Tat einmalig anbot. Wurde sie genutzt? Schon vor einem Jahr wurde viel darüber berichtet und wir wollen einmal mehr zurückblicken - auf die 24 Monate nach Winnenden.

9.31 Uhr

Es ist ein kalter Tag, kaum 5 Grad über Null, bewölkt und windig. Kein schöner Tag, ein Tag, um daheim zu bleiben. Die Schüler der Albertville-Realschule in Winnenden beginnen gerade ihre zweite Schulstunde. Und Tim Kretschmer beschliesst in diesem Moment, seine ehemalige Schule zu betreten und ein Massaker anzurichten. Kein Weg zurück. Bewaffnet mit einer Pistole des Typ Beretta 92 feuert er in zwei Klassenzimmern und einem Chemieraum wahllos um sich. Ein Schüler, sechs Schülerinnen und eine Lehrerin sterben noch in den Räumen, während zwei weitere Schwerverletzte auf dem Weg ins Krankenhaus ihren Schussverletzungen erliegen. Neun Schülerinnen und eine Lehrerin haben Glück im Unglück und überleben - schwer verletzt und wohl für immer von dieser Tat gezeichnet. Schon um 9.33 Uhr ging ein Notruf bei der Polizei ein. Um 9.36 Uhr trafen zwei Einsatzteams an der Realschule ein und wurden sofort vom Amokläufer Kretschmer unter Beschuss genommen.

In seiner Panik flüchtet Tim stadteinwärts, tötet einen Mitarbeiter auf dem Rasen vor dem Zentrum für Psychologie. Danach zwang er einen Autofahrer, gut 100 km auf der Autobahn Richtung Wendlingen zu fahren. Nachdem der Fahrer sich aus seinem rollenden Fahrzeug retten konnte, dringt Kretschmer um 12.15 Uhr in ein in der Nähe befindliches Autohaus ein und erschiesst zwei Verkäufer - die ihm einen Fluchtwagen verweigerten. Als die Polizei eintrifft, erfolgt ein heftiger Schusswechsel, bei dem Tim Kretschmer Schüsse in beide Beine abbekommt und sich auf ein angrenzendes Firmengelände flüchten kann. Nachdem es zu einem weiteren Feuergefecht kommt, infolge dessen Tim zwei Beamte schwer verletzt, richtet sich Tim Kretschmer gegen 13 Uhr in seiner ausweglosen Situation selbst. Dreieinhalb Stunden dauerte der Terror und kostete vierzehn Menschen - einschliesslich des Täters - das Leben. Und hunderte sprichwörtlich den Verstand.

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Daniel Wendorf

 
Daniel Wendorf am 12 Mrz 2011 @ 10:47
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