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Dreamcast: Sturmwind-Entwickler im Interview

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Als letztes Jahr kurz vor Weihnachten ein neues Spiel für die Dreamcast angekündigt wurde, wurden wir von GBase hellhörig. Insbesondere auch deshalb, weil hinter der Entwicklung des Shooters, der auf den Namen Sturmwind getauft wurde, ein deutsches Studio steckt. Duranik heisst das aus Roland und Johannes Graf bestehende Zwei-Mann-Team.

Was die beiden antreibt, jetzt noch ein Spiel für eine offiziell tote Konsole zu entwickeln und womit sich dieses von der Masse abheben will, lest ihr in unserem exklusiven Interview. Wie ein gewöhnlicher Alltag der beiden aussieht und welche Shooter-Perlen Johannes mit auf eine einsame Insel nehmen würde, haben wir dabei natürlich auch geklärt.

Hallo Roland, hallo Johannes! Schön, dass ihr euch etwas Zeit für uns nehmen konntet. Stellt doch euch und Duranik erst einmal unseren Lesern vor.

Wir sind zwei Brüder, mein Name ist Johannes, ich bin 39 Jahre alt und lebe in Wien. Ich arbeite als Grafiker in der Videospielbranche. Mein Bruder Roland ist 40 Jahre alt und lebt in Deutschland. Er arbeitet als Netzwerkadministrator.

Bei Duranik bin ich für die ganzen Grafiken und das Leveldesign zuständig, mein Bruder für die Programmierung.

Wie seid ihr auf die Bezeichnung "Duranik" gekommen? Steckt da eine interessante Geschichte hinter?

Der Name Duranik entstand 1989, mein Bruder programmierte da unter dem Namen Duerrsoft, und ich erstellte Grafiken unter dem Label Meranik. Wir haben dann die beiden Namen kombiniert und so kam Duranik heraus, was auch deutlich besser klingt als die zwei anderen Namen.

Duranik als Neueinsteiger in der Entwicklerbranche zu bezeichnen, wäre eigentlich blanker Hohn. 2004 habt ihr ja beispielsweise den Titel Alpine Games für das Atari Lynx-System entwickelt und auch selbst vertrieben. Was war euer Antrieb, ein Spiel für den erfolglosen Handheld zu entwickeln, und wie gut hat es sich verkauft?

Wir waren ja immer Atari-Fans und haben mit dem Atari ST 1986 begonnen. Das Lynx hatten wir damals zwar auch, aber so richtig interessiert haben wir uns erst später dafür, als uns ein befreundeter Lynx-Enthusiast (hallo 42Bastian) ein Devkit geschenkt hat. Mein Bruder machte damals Sprüche, dass er ein Spiel im Stile von Wintergames in sechs Monaten nebenher programmiert. Letztendlich hat es dann fünf Jahre gedauert, bis das Spiel fertig war.

Das Spiel hat sich recht gut verkauft. Natürlich im Vergleich zu dem, was der Markt hergibt.

Im Zuge dieses Interviews können wir euch auch noch einen brandneuen, exklusiven Screenshot präsentieren!
Dreamcast Bild
Im Internet sind wir auf die Überreste eurer alten Homepage gestossen, die einen Shooter namens NATIVE, dessen Entwicklung im Dezember 1997 gestoppt wurde, beheimatet. NATIVE hat frappante Ähnlichkeiten mit Sturmwind, eurem aktuellen Dreamcast-Projekt. Klärt uns bitte auf!

Eigentlich gibt es da keine Gemeinsamkeiten zwischen den Spielen, ausser dass es halt beides Shooter sind. Es wurden aber keine Daten oder Grafiken übernommen. NATIVE haben wir angefangen, weil wir Lust hatten, etwas auf dem Jaguar zu machen. 1997, als wir an NATIVE arbeiteten, war es leider noch unmöglich, ein CD-Spiel selbst zu veröffentlichen. Der Encryption Key wurde erst Jahre später gefunden und ein Modul bot viel zu wenig Platz für das Spiel, wie wir es uns vorstellten. Die ganzen Atari-Dokus gab es damals auch noch nicht, und so haben wir das Projekt nach der Leveldemo beendet.

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Andy Wyss

 
Andy Wyss am 31 Jul 2011 @ 13:26
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