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GBase-Community: Special - Tennous (Sprach-)Rohr #3

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Unser Groupie-Anführer Tennou schlägt wieder zu, diesmal widmet er sich dem Thema "Dumbed down" und erläutert, warum immer mehr Spiele dazu einladen beim Spielen das Hirn auszuschalten. Wie immer sind wir auf eure Reaktionen und Rückmeldungen gespannt und wünschen euch gute Unterhaltung!

Schwierig für Anfänger

Eine Kolumne aus Tennous Feder

Njuuuuuuuummmmm - WUUUSCH!!! Im 1,5-Tonnen-Supersportwagen mit 360 km/h durch die Haarnadelkurve! So macht das Zocken Spass! Und hier: BÄMM, BÄMM, BÄMM! Nur drei Tasten in der richtigen Reihenfolge gedrückt und ein imposantes Skript wird ausgelöst, bei dem meine Spielfigur mittels beeindruckender Akrobatik ein ganzes Dutzend Feinde niedermäht! Jaaaa, das macht Spass. Man muss praktisch gar nichts mehr machen. Nur zugucken und ab und zu ein paar Tasten drücken, um zu gewinnen. Ja ... voll ... ähm ... langweilig. Und auch ziemlich dumm. "Dumbed down" ist die Begrifflichkeit, die sich wie eine ansteckende Krankheit auf mehr und mehr Spiele überträgt. Automatische Zielhilfen in Shootern, eine Arcade-Fahrphysik in Rennspielen, die an Autoscooter erinnert, und Strategiespiele, deren Nachfolger vom Spieler so viel Aufmerksamkeit und Multitasking verlangen, wie bei der Zubereitung von Toast im Toaster.

Ich weiss nicht so genau, wo das losging. Mir persönlich ist es aufgefallen, als ich bei CoD(z): MW1 Zeuge wurde, wie mein Kumpel läuft und läuft und läuft und dabei von seinem Sergeant über die Mission bequatscht wird. Dann ein Felsvorsprung. "DRÜCKE X" *X drück* Seil auswerfen -> Abseilen -> Feinde unten töten. All das durch den Druck einer Taste. Quick-Time-Events - zum ersten Mal richtig intensiv und bis heute unvergleichlich gut eingesetzt bei God of War. Den Feind durch tatsächliches Können und geschicktes Beherrschen der Spielfigur mürbe machen und dann genauso geschickt und/oder flink ein paar plötzlich eingeblendete Tasten drücken, um ihm den Rest zu geben. So gehören sich QTEs. Aber doch nicht so wie in Spielen wie Dead Space 3. A-Taste auf dem Gamepad drücken und dann zwei Minuten zusehen, wie der Held obskure Konstrukte demontiert. Und wie viele Spiele gibt es inzwischen, bei denen man minutenlang auf einem festen Pfad geht - also mit 3 km/h -, während man von der Seite zugelabert wird? Zu viele.

FAIL!

Zum Thema Strategiespiele sei genannt: Civilization V. Nur noch eine Einheit pro Spielfeld? Nicht mehr endlos viele aufeinander?! Wieso auch, da müsste man ja sein Hirn benutzen und sich merken, welche Einheiten man wo hingestellt hat. Und dann das Zusammenwirken mehrerer Einheiten auf einmal. Das kann man heutzutage wirklich keinem mehr zumuten. Die Verdummung ging aber schon viel früher los. Bei Age of Empires III, im Jahr 2005, wurde gänzlich auf die Ressource "Stein" verzichtet. Vermutlich waren die Entwickler selbst zu stoned und haben es deshalb schlichtweg vergessen. Jüngstes Beispiel ist allerdings Sanctum 2. Ein Tower-Defense-Spiel, welches vor kurzem erschien und im Gegensatz zum Vorgänger keine aufrüstbaren Waffen mehr hat, und die Plätze zum Türmeplatzieren sind nun auch bedeutend weniger geworden. Der Begriff "Auto-Aim" bei Shootern sagt auch schon alles. Praktisch, denn so kann ich auch treffen, nachdem mir Wespen meine Augen zerstochen haben.

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Marco Peters

 
Marco Peters am 31 Jul 2013 @ 21:53
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