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GBase-Community: Special - Tennous (Sprach-)Rohr #5

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Es ist Montag Morgen und die Menschheit steckt vernebelt im tiefsten Herbst. Bäume verlieren Blätter, Filme wie Feuchtgebiete floppen an den (zumindest Schweizer-) Kinokassen, Nasen beginnen zu triefen und die Motivation will gar nicht erst an so etwas wie Aufstehen denken. Ja, liebe Leser, es ist Montag. Zeit, diesen nebligen, unseligen Tag mit einer neuen Kolumne aus Tennous Feder aufzulockern. Wir wünschen viel Spass mit Auskopplung #5!

Marketing-Opfer? Wieso Opfer? Du willst es doch auch ...

Eine Kolumne aus Tennous Feder

Diesmal habe ich meine extra dunkle Sonnenbrille aufgesetzt und bin aus meinem Keller emporgestiegen. Ich schritt durch die urbanen Lande, um einen der ältesten Feinde der Menschheit auf mich einschlagen zu lassen. Werbung. Pokémon-artig, lief das in etwa so ab: Ein wildes Marketing erscheint! Marketing setzt Megahype ein! Megahype ist supereffektiv! Fast hätte ich mir GTA V gekauft, dabei habe ich gar keine passende Konsole ...

Wie konnte das passieren? Und mit "das" meine ich folgende beeindruckenden und doch auch gewissermaßen erschreckenden Zahlen: GTA V hat innerhalb der ersten 24 Stunden weltweit einen Umsatz von 800.000.000 US-Dollar gemacht. Das entspricht zirka elf Millionen verkauften Exemplaren. Weit abgeschlagen, aber nicht weniger beeindruckend auf dem zweiten Platz, ist Call of Duty: Black Ops II mit 500 Millionen US-Dollar. In drei Tagen erreichte GTA V die volle Milliarde US-Dollar Umsatz. Black Ops II benötigte für diese Summe ganze fünfzehn Tage. Um mal die Macht der Spieleindustrie darzustellen, hier der Vergleich mit dem neuen iPhone 5C: Dieses wurde in den ersten 24 Stunden nach seiner Ankündigung nur lächerliche 2,2 Millionen Mal vorbestellt.

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Da geh' ich mal vor die Tür, um meinem Zockerdasein zu entfliehen, und sehe so etwas ...

Erst mal genug mit Zahlen jongliert und zurück zur Frage, wie Rockstar das geschafft hat. Durch Marketing? Die ersten GTA-V-Meldungen gab es im April 2012. Im Juni 2012 wurde es dann offiziell angekündigt und war seitdem allgegenwärtig. Foren waren überlastet, ständig gab es Neuigkeiten und "unbeabsichtigt" geleaktes Infomaterial. Banner auf Websites und Plakate in den Strassen. Den News lagen offizielle Pressemitteilungen zugrunde, welche eine beinahe kostenlose Form des Marketing darstellen. Das geleakte Infomaterial, etwa eine Stadtkarte, ist auch nichts weiter, als eine für Rockstar kostenlose Werbung für das Spiel. Ob die Veröffentlichung dieses Materials nun tatsächlich ein Versehen oder sogar "Datendiebstahl" war oder aber pure Absicht seitens Rockstar, werden wir wohl nie erfahren. Dennoch behaupte ich, dass sich GTA V ... hmmm ... sagen wir nur fünf Prozent weniger Leute gekauft hätten, hätte man gänzlich auf Werbung verzichtet.

Seien wir doch mal ehrlich: Jeder kennt Rockstar und die GTA-Serie. Alle wissen, wie episch jeder einzelne GTA-Teil bisher war und immer noch ist, und vor allem, wie viel Spass diese Spiele machen. Die offizielle Ankündigung von Teil 5 und eine Liste mit Features hätte gereicht, und kaum einer der nun vorhandenen 15 Millionen Käufer hätte auf das Spiel verzichtet.

Zwar fühlte ich mich von der Präsenz der Banner auf Internetseiten und den Plakaten auf der Strasse zu dem Spiel nicht wirklich belästigt, nein, ganz im Gegenteil. Ausnahmsweise war das mal ein Hype, der Spass gemacht hat. Aber als ich gesehen habe, dass GTA V nicht die üblichen 60 Euro, sondern sage und schreibe 70 Euro kostet, war mir klar, warum dies so ist. Zum einen, um die Kosten des Marketings zu decken ... nein ... weil Rockstar ganz genau weiss, wie mächtig sein Marketing war. Rockstar weiss, dass die Zockergemeinde derartig gehypt ist, dass sie sogar 100 Euro für GTA V zahlen würde. Doch Rockstar ist gnädig und lässt uns nur 70 Euro zahlen. Danke schön, Rockstar!

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Andy Wyss

 
Andy Wyss am 30 Sep 2013 @ 09:20
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