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GBase-Community: Special - Tennous (Sprach-)Rohr #7

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Tennous aktuelle Kolumne mit dem Titel "Metacritic: Fluch oder Segen?!" beginnt mit einer Behauptung: Noten hätten verdammt viel Macht. Oder meint er doch eher den vermeintlichen Umstand, dass 50 Prozent der GBase-Leserschaft länger als sechs Monate zur Schule gingen? Wir sind uns nicht ganz sicher. Viel Spass jedenfalls mit seiner neuesten Auskopplung, die vermutlich jeder wissenschaftlichen Untersuchung standhalten würde.

Metacritic: Fluch oder Segen?!

Eine Kolumne aus Tennous Feder

Dieses Mal beginne ich mit einer Behauptung. Einer Behauptung ohne mathematisch errechnete Wahrscheinlichkeiten oder durch aufwändige Datensammlung erfasste Fakten. Ich nehme einfach mal an, dass mehr als 50 Prozent der Leserschaft länger als 6 Monate zur Schule ging. Das heisst dann, mehr als die Hälfte der Leser versteht die nachfolgende Einleitung, und das wiederrum rechtfertigt ihr Dasein. Wer also mehr als ein halbes Jahr die Schulbank gedrückt hat, hatte auch die grosse Ehre, ein Zeugnis in Empfang zu nehmen. Sofern man nicht zur Waldorfschule ging, findet man auf so einem Zeugnis Noten. Diese Noten haben amtlichen Bestand, und an ihnen hängt verdammt viel Macht dran: ob ihr ins nächste Schuljahr kommt, ob ihr nach der Schule eure Traumjobs Frauenarzt oder Streifenpolizist lernen dürft, und zuvor natürlich erst mal, ob ihr überhaupt euren Schulabschluss bekommt. Selbst der Führerschein setzt das Bestehen einer Theorieprüfung mit einem Gewissen Prozentsatz an richtigen Antworten voraus. Aber zurück zu der einzelnen Fachbenotung in der Schule. Diese errechnet sich nämlich immer auf die gleiche Art, egal, wo auf der Welt ihr euch befindet. Nämlich aus dem Durchschnitt der einzelnen Tests im Laufe des (Halb-)Jahres. So ein Zeugnis ist nichts weiter als der Metascore eurer persönlichen Leistung im jeweiligen Fach.

Metascore ... wer das Wort nicht kennt: Es entstammt der Website Metacritic.com. Sie schreibt keine eigenen Testberichte, stattdessen sammelt sie Tests in den Weiten des Internets, aber auch aus Printmedien und errechnet aus sämtlichen Wertungen den sogenannten Metascore. Das ist nichts anderes als der unverfälschte Durchschnitt. Zweifelt ihr, werte Leser, an der Logik und vor allem an der Verlässlichkeit hinter dieser simpelsten Durchschnittsrechnung, solltet ihr euch vielleicht direkt fürs Marsbesiedelungsprogramm einschreiben, denn auf diesem Planeten wird noch nach Vernunft und Rationalität gehandelt!

Na ja ... ich wünschte, es wäre so. Aber dann würden Spiele wie Call of Duty nicht jedes Jahr aufs Neue Verkaufsrekorde brechen. Brechen ist ein gutes Stichwort. Das ist es nämlich, was auf Metacritic 83 Prozent der Leute beim Gedanken an das neue Call of Duty tun. Diese 83 Prozent haben dem Spiel eine Wertung von weniger als 5/10 Punkten gegeben. Ja, Metacritic sammelt nicht nur stumpf die Wertungen von professionellen Testredaktionen, sondern gibt auch jedem x-beliebigen Menschen die Möglichkeit, einen eigenen Testbericht zu veröffentlichen oder einfach nur seine Punkte für das jeweilige Spiel hinzuschmettern. Immer wenn ich traurig bin, gehe ich auf Metacritic und lese mir die Tests der CoD-Spieler durch: "Warum bin ich schon wieder darauf reingefallen?! Nächstes Jahr kaufe ich es mir nicht mehr! 1/10 Punkten." Oder: "Das ist ja schon wieder derselbe Müll wie letztes Jahr!!! 2/10 Punkten!" Was mich aber auch aufmuntert, ist dies: "Game of the Year! Activision hat es wieder geschafft!! Danke!!! JEDER SHOOTER SOLLTE SEIN WIE CALL OF DUTY!!1elf 10/10 Punkten!" Dann freu ich mich, dass ich wenigstens schlauer bin als ein Meter Waldweg, und bin wieder froh.

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Andy Wyss

 
Andy Wyss am 25 Nov 2013 @ 12:45
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