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Homefront: Vorschau Special

  Personal Computer Playstation 3 XBOX 360 

Mit dem Neustart der Medal of Honor-Marke ist Electronic Arts im vergangenen Jahr gescheitert, zumindest aus qualitativer Sicht. Die Verkaufszahlen waren Konzernangaben zufolge weniger enttäuschend. Ob man sich damit das lukrative Genre schönredet, um auch künftig ein Stück vom Call of Duty-Kommerzkuchen abzuzwacken, sei mal dahingestellt. Fakt ist aber, dass der immense Erfolg der Activision-Reihe nicht wenigen Konkurrenzunternehmen den Mund wässrig macht und dadurch längerfristig für Genrenachschub gesorgt sein dürfte. Diesen Monat schickt THQ seinen Mitbewerber Homefront in den hart umkämpften Markt. Wir haben eine drei Kapitel umfassende PC-Vorschauversion gespielt.

Der Wolf im Schafspelz

In naher Zukunft tritt Nordkoreas Despot Kim Jong-il seine Höllenfahrt an. Kein Grund zum Feiern, sollte man meinen, denn Sohn Kim Jong-un übernimmt die Führungsrolle. Der junge Vier-Sterne-General und angebliche Modern Talking-Fan entpuppt sich jedoch als Reformer und sorgt in den Folgejahren für die friedliche Wiedervereinigung mit Südkorea. Er erhält den Friedensnobelpreis und baut das neue Korea zum Wirtschaftswunder auf. Gleichzeitig verlieren die einstigen Supermächte an Bedeutung. Ölkrisen sorgen für Literpreise nahe der 20-US-Dollar-Marke an den Tankstellen und für Bürgeraufstände in der westlichen Welt. Den Regierungen gleitet die Kontrolle aus den Händen, es bilden sich Schwachstellen in der Verteidigung. Kim Jong-un nutzt im Jahr 2027 die Gunst der Stunde, legt mit einem als Kommunikationssender getarnten EMP-Militärsatelliten das Stromnetz der USA lahm und infiltriert das Land mit hochmodernen Kriegsmitteln. Die grössenwahnsinnige Fratze Jong-uns zeigt sich hinter der Maske des vermeintlich lupenreinen Staatsmannes.

Das Intro von Homefront sorgt für Gänsehaut in der politisch interessierten Redaktion. Gekonnt werden reale Ereignisse rund um Nordkorea, etwa die Versenkung eines südkoreanischen Kriegsschiffes im Jahr 2010, mit der fiktiven Welteroberungsvision des Spiels verknüpft. Eine Rede von US-Aussenministerin Hillary Clinton, aber auch Bilder von Atomtests, Aufständen und US-Nachrichtensendungen sind zu sehen. Die auf dem Papier eher hanebüchen wirkende Hintergrundgeschichte beginnt an Glaubwürdigkeit und Substanz zu gewinnen. Der böse Koreaner als Hassfeind manifestiert sich in unseren Köpfen. Wir sind bereit, für den US-Widerstand zu kämpfen und die kommunistische Bedrohung abzuwehren.

Homefront Bild

Ethnische Säuberung

Die USA sind in ihren Grundfesten erschüttert. Überall im Land herrschen die koreanischen Truppen. Konzentrationslager werden errichtet, Hinrichtungen durchgeführt. Von alledem ahnt Ex-Militärpilot Jacobs wahrscheinlich noch nichts, als er eines sonnigen Tages in einer spartanisch eingerichteten Ein-Raum-Wohnung aufwacht und von drei koreanischen Soldaten unliebsam in einen Gefängnisbus verfrachtet wird. Durch das Busfenster werden wir während der Fahrt ins Ungewisse Zeuge von erschütternden Szenen. Menschen werden mit Gewehrkolben verprügelt, von ihren Liebsten weggerissen oder regelrecht aussortiert. Jemand versucht in unsere Richtung zu flüchten und wird erschossen. Sein Blut besudelt unsere Fensterscheibe. Wenig später wird ein junges Ehepaar an einer Mauer hingerichtet, vor den Augen ihres kleinen Sohnes, der schreiend und desillusioniert zu den Leichen seiner Eltern rennt. Eine Stelle, die uns besonders nahegeht und die wir sonst eher aus Filmdramen über Naziverbrechen kennen.

Ein gekonnter Tabubruch also, der die Gnadenlosigkeit des koreanischen Regimes in all seiner Härte widerspiegelt und eine Mischung aus Unwohlsein und Abscheu in uns auslöst. Wir wollen nicht länger passive Zuschauer sein, sondern den Verbrechern aktiv ins Handwerk pfuschen. Passenderweise rammt wenig später ein Laster der Widerstandsbewegung unsere mobile Gefängniszelle, die sich daraufhin spektakulär überschlägt und die meisten Insassen in den Tod reisst. Leicht angeschlagen überleben wir die Aktion und werden von zwei Widerstandskämpfern befreit. Von Jacobs Wohnung bis hierhin lief bereits alles in Echtzeit ab, allerdings konnten wir lediglich das Sichtfeld des Helden beeinflussen. Bis jetzt!

Schienenfahrt mit Hindernissen

Rianna und Connor heissen die beiden Rebellen, die wir fortan durch zerstörte US-Siedlungen begleiten. Schnell macht sich die streng lineare Levelstruktur der drei Kapitel bemerkbar. Wie auf Schienen geht es durch Hinterhöfe, Wohn- und Geschäftsgebäude. Unsichtbare Wände und unüberwindbare Objekte verhindern meistens eine eingehendere Erkundung des Areals. Das hinterlässt einen faden Beigeschmack und Kratzer auf der ansonsten gelungenen Atmosphäre. Zwar werden keine Wundertexturen oder sonstigen bahnbrechenden Effekte geboten, doch sind die Schauplätze mit viel Detailliebe gestaltet und sehr hübsch ausgeleuchtet. An Glaubwürdigkeit mangelt es dem urbanen Invasionsszenario jedenfalls nicht. Und schon die Vorschauversion funktioniert auf maximaler Detailstufe mit 4x Kantenglättung und 16x anisoptrope Filterung - beides übrigens in den Optionen einstellbar - einwandfrei. Unser Testsystem: Core 2 Quad mit 3,4 GHz, 4 GB RAM und GeForce GTX 460 Sonic Platinum.

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Daniel Boll

 
Daniel Boll am 04 Mrz 2011 @ 00:00
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