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Jan Hegenberg: Reportage - Ein Abend mit dem Szenemusiker

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Während auch diesen Samstag wieder tausende Zocker virtuell so einiges erlebten, gingen einhundert dem Computer fremd und fanden sich gegen 20 Uhr im Münchner Orangehouse ein. Denn hier galt es, das Musikeridol vieler Gamer zu feiern: Jan Hegenberg spielte seine grössten Hits, und auch wir haben Tastatur und Maus für einen Abend ruhen lassen.

"Blass, beziehungsgestört und latent aggressiv", so sehen die Anwesenden definitiv nicht aus. Auch Jan hat keine Ahnung, was die Berliner Zeitung im Rahmen einer Konzertkritik vor vier Jahren zu solch einer Aussage über die Besucher seiner Konzerte bewogen hat. Uns verrät er, dass es keinen speziellen Jan Hegenberg-Fan gibt. "Die kommen aus den verschiedensten Sparten." Später fügt er hinzu, dass die Kritiken in den letzten Monaten ohnehin positiver geworden sind. "Das liegt an einem einzigen Punkt: Die Medienmacher fangen an, Kohle mit Games zu machen. Wir sind auf einmal keine mordende Masse mehr, sondern eine Kapitalanlage." Und dann ist Jan um kurz nach acht von einer gesunden Mischung aus jungen, kaufkräftigen Metalern, Hoppern und Normalos umgeben, die ihn mit tosendem Applaus empfangen.

Zielstrebig schnappt sich der 31-Jährige, der sich selbst als "angenehm gammelig" beschreibt, seine Gitarre und setzt sich auf einen mittig auf der Bühne platzierten Hocker. "Heute gibt es eine Der-Junge-mit-der-Gitarre-Show". Zum Einsatz kommt das Instrument aber erst mal nicht, denn Jan hat vor dem ersten Song noch so einige Geschichten über sich und sein Gamer-Dasein auf den Lippen. Auch im weiteren Verlauf des Abends ändert sich seine Erzählfreudigkeit nicht, und es wird noch viel Zeit mit ulkigen, spontan ausgedachten Geschichten verbracht. Dadurch erinnert das Konzert auch weniger an ein ebensolches, als an eine Internet-Radiosendung aus den frühen Tagen von Gamer FM oder Raute Musik.

Jan Hegenberg Bild
Obwohl Jan uns später im Interview verrät, dass er null Anspruch für seine Musik erhebt, freuen sich die Fans über jeden Song, den der selbstironische Ruhrpottler anstimmt. Egal, ob er gerade über den Eistee der Marke Trendy oder die Horde in World of Warcraft singt - es wird gesprungen, gerockt und abgegangen.

Jan Hegenberg
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Sebastian Hensel

 
Sebastian Hensel am 09 Jul 2008 @ 09:41
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