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PlayStation TV: Hardware Test

  Global 

Mit PlayStation TV kommt die vielleicht letzte Inkarnation der Vita auf den Markt. Nicht etwa als neuer Handheld, sondern als kleine Daddelkiste für die Glotze. Was sich anhört wie ein Zockertraum - PlayStation-1-, PSP- und Vita-Spiele zocken als auch PlayStation-4-Titel streamen -, ist in der Praxis ein Paradebeispiel für misslungene Produktentwicklung.

Was ist PlayStation TV?

Entgegen der ersten Assoziation ist PlayStation TV keine Zockerglotze aus dem Hause Sony. Hinter dem Namen verbirgt sich das einst als Vita TV angekündigte Projekt einer kleinen Kiste, mit der ihr Titel diverser Sony-Plattformen spielen könnt. Im Inneren werkeln viele Komponenten, die bereits in der Vita verbaut wurden. Die CPU, der Grafikprozessor, die Grösse des Arbeitsspeichers, 1 GB interner Speicher - all das entspricht exakt dem Handheld. Seid ihr vertraut mit der Vita und startet PlayStation TV erstmals, werden euch weitere Gemeinsamkeiten auffallen. Die Anordnung der Symbole, die Menüs und Optionen entsprechen zu 99 % denen des Live-Area-Bildschirms der Vita. Optionen zum Einstellen des Controllers, der Netzwerkverbindung via LAN und Ausgabe der Videosignale sind die einzigen Änderungen.

Neu sind hardwareseitig der Anschluss fürs Netzwerk, eine USB-Buchse zum Registrieren eures Controllers und der HDMI-Ausgang, der das Signal in 480p, 720p oder 1.080i ausgibt. Dabei handelt es sich um hochskalierte Bildsignale - die interne Auflösung entspricht immer dem Standard der jeweiligen Ursprungsplattform. Auf der Vita entspräche dies 960 x 544 Bildpunkten.

Was ist im Lieferumfang enthalten?

Das Gerät selbst, alle notwendigen Anschlusskabel (AC-Adapter, HDMI-Kabel), eine gedruckte, multilinguale Anleitung und ein Download-Code für drei kleine Titel (Worms, OlliOlli und Velocity Ultra). Mehr nicht. Dafür werden gut 100 Euro fällig. Um das Gerät auch nutzen zu können, solltet ihr mindestens 60 Euro für einen DualShock 3 oder 4 einplanen. Und da die 1 GB interner Speicher gerade mal ausreichen, um einen oder zwei PlayStation-1-Titel herunterzuladen, wird eine Speicherkarte mit 16 GB empfohlen. Kostenpunkt: über 30 Euro. Das Preis-Leistungs-Verhältnis des europäischen Pakets ist mies, wenn ihr einen Blick über den grossen Teich werft. In den USA erhalten Käufer für 99 US-Dollar nicht nur PlayStation TV, sondern daneben auch einen DualShock 3, eine 8 GB grosse Memory-Card und einen Download-Code für das LEGO-Spiel zum LEGO-Film.


Welche Plattformen werden denn nun unterstützt?

Egal, ob PlayStation 1, PSP oder Vita - PlayStation TV soll die Games dieser Plattformen auf den grossen Bildschirm bringen. Zudem ermöglicht PlayStation TV das Streamen von PS4-Spielen auf einen anderen Fernseher. Theoretisch, denn in der Praxis hat das Gerät zahlreiche Probleme und spielt einen grossen Batzen Titel gar nicht erst ab. Mag einleuchten bei Vita-Spielen, die regen Gebrauch vom Vorder- und Rückseiten-Touchpad machen. In FIFA wird über einen Tipp auf die Rückseite bestimmt, wo genau ihr aufs Tor schiesst, in Uncharted mit einem Wisch die Kletterroute bestimmt oder in Killzone: Mercenary das Messer in die Schlagader eures Gegners gerammt.

Und das funktioniert auf PlayStation TV nicht?

Nun, zumindest nicht wie gewohnt. Wie auch? Die unterstützten Controller (DualShock 3 und 4 - Dritthersteller-Controller bleiben aussen vor) besitzen nicht die Möglichkeit, Vorder- und Rückseiten-Touchpad natürlich zu emulieren. Hier wäre der PlayStation-4-Controller im Vergleich im Vorteil, da er eine Touch-Fläche besitzt - die wird von PlayStation TV aber nicht unterstützt. Sony bedient sich daher eines anderen Tricks. Drückt ihr einen der beiden Sticks, wird eines der Touchpads auf dem Bildschirm dargestellt. Ein Cursor erscheint, den ihr mit den Sticks über den Bildschirm fahrt und die X-Taste drückt, um eine Aktion/eine Berührung auszuführen/zu emulieren - mühseliger ist nur noch das Beenden eines Programmes. Ihr drückt zunächst die PS-Taste und haltet danach den Kreis-Button gedrückt, um die Anwendung zu schliessen. Das ist alles andere als intuitiv und überhaupt die denkbar schlechteste Lösung, die Sony anbieten konnte. Die Japaner versprechen für die nahe Zukunft Patches für ihre beliebtesten Vita-Titel.

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Daniel Wendorf

 
Daniel Wendorf am 15 Dez 2014 @ 23:04
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