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Teenage Mutant Ninja Turtles: Kinofilm- Special

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Ursprünglich als Parodie auf Superheldencomics geschaffen, entwickelten die Ninjakampfschildkröten von Kevin Eastman und Peter Laird schnell eine Eigendynamik, die zu Zeichentrickserien, Actionfiguren und drei zunehmend schlechter werdenden Filmen führte. Nun versucht man sich mit Computergrafik wieder der doch recht düsteren Vorlage anzunähern. Wie das Ergebnis aussieht, konnten wir bei einer Pressevorführung im Berliner Filmpalast sehen.


Nach einer frappierend an den Anfang von Der Herr der Ringe erinnernden Einführungssequenz kommt auch schon die nächste, wohl eher unbeabsichtigte Anspielung: Im dichten mittelamerikanischen Gebüsch sucht April O'Neil nach Leonardo, das Ganze sieht aus wie aus der Crysis-Techdemo kopiert. Doch Moment, Mittelamerika? Richtig, hier hält sich Leo zur Zeit auf. Die anderen Kriechtier-Ninjas sind in New York zurückgeblieben, gehen aber dennoch alle ihren eigenen Sorgen nach, Michelangelo verkauft Pizzen und Raphael bekämpft als maskierter Rächer das Kleinverbrechen.

Vom Zuschauer wird erwartet, dass er die Geschichte um die Kampfschildkröten schon kennt. Dass Leonardo der Kopf der Bande, Donatello der Tüftler, Raphael der Kämpfer und Michelangelo der Fuss auf der Bananenschale ist. Die spirituelle Beratung kommt von der Ratte Meister Splinter, und alle zusammen sind sie unter einer Dusche radioaktiven Schleims wortwörtlich gross geworden. Die Absenz dieser Ursprungserklärung stört jedoch nicht, ganz im Gegenteil: Nach den etlichen Comicverfilmungen, die sich vor allem auf die Ursprünge der Helden konzentrieren, wie beispielsweise Batman Begins und Spider-Man, kommt eine Geschichte aus der Mitte richtig erfrischend rüber.

Die Schildkröten haben sich etwas auseinander gelebt, und eigentlich ist ihr Einsatz auch nicht wirklich gefragt - ihr Erzfeind Shredder ist Geschichte. Dezente Bedrohung geht von den Überresten des Fussclans aus, aber auch hier ist eine Zusammenarbeit seitens der Krötenbrüder nicht nötig. Schlimm wird's erst, als ein Industrieller mit dem Namen Wilson eine Horde Monster zum Leben erwecken beziehungsweise zur Welterorberung benutzen will. Die Schildkröten müssen natürlich einspringen und in einer Szene, die glatt eine Hommage an die Ghostbusters-Filme sein könnte, die Stadt retten.

Und das ist der Film im Grunde: Eine grosse Ansammlung an Zitaten mit einer Handlung, die ungewohnt übernatürlich wirkt. Allerdings ist an dem Film alles gelungen. Die Animationen sind solide, die Witze gut, es gibt herrliche Actionsequenzen und die eine oder andere Slapstickeinlage. Um das Humorelement auszugleichen, gibt es einen sehr ernsten Subplot um einen Brüderzwist, bei dem jedoch Donatello und Michelangelo leider etwas untergegehen. Letzteres, zusammen mit den doch etwas blassen Bösewichten hindert den Film daran, perfekt zu sein. In GBase-Punkten würde ich sagen: 8 von 10. Wer die Schildkröten mag und sie noch von früher kennt, der macht sicherlich keinen Fehler, wenn er sich diesen Streifen anguckt.

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Wille Zante

 
Wille Zante am 09 Apr 2007 @ 01:50
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