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Kalypso Media: Line-up-2016/17 Special

  Personal Computer Playstation 4 Xbox one 

Urban Empire

Die finnische Spieleschmiede Reborn Games, besser bekannt unter dem Namen Fragment Production, werkelt seit geraumer Zeit an Urban Empire. Mit diesem Projekt will man nicht nur alte SimCity- und Cities-Skylines-Fans an sich binden, sondern gleich ein neues Genre begründen: den "City Ruler". Statt wie bei der Konkurrenz im Endlosmodus die größte und glitzerndste Stadt aus dem Boden zu stampfen, schlüpft ihr in Urban Empire in die Rolle eines Bürgermeisters, der zwar ebenfalls mit wenigen Mausklicks ganze Stadtzüge aus dem Boden stampfen kann, dem aber stets der Stadtrat auf die Finger schaut. So müsst ihr wichtige politische Entscheidungen stets dem Rat zur Diskussion vorlegen. Zwar besitzt ihr ein politisches Eigengewicht, und notfalls hilft auch eine Bestechung weiter, doch allen politischen Parteien vor den Kopf zu stoßen, ist im Hinblick auf eure Wiederwahl als Oberhaupt der Stadt nicht unbedingt sinnvoll.

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Die Geschichte und somit auch eure Karriere beginnen im Jahr 1820. Am Anfang eurer Laufbahn müsst ihr euch zunächst für eine Familie entscheiden. Jede Sippe verfolgt dabei unterschiedliche Ziele. Die Familie Sant'Elias will beispielsweise den technologischen Fortschritt um jeden Preis vorantreiben, während etwa die Kilgannons insbesondere die Arbeiterklasse im Blick haben. Im fortlaufenden Spiel schlüpft ihr nun in fünf verschiedene Vertreter dieser Familien – je einer für jede der fünf Epochen im Spiel. Sofern ihr vernünftig mit den städtischen Geldern umgeht und auch jedes Mal wiedergewählt werdet, errichtet ihr Stück für Stück eure Traumstadt. Einzelne Bezirke werden per Mausklick im Schnellverfahren angelegt, ihr müsst also nicht jedes Gebäude einzeln errichten. Eure Bewohner haben jedoch unterschiedliche Bedürfnisse, die es zu befriedigen gilt. Eine Polizeiwache sorgt etwa für Sicherheit, und eine Schule oder Universität deckt den Bedarf nach Wissen. Die Bildungseinrichtungen haben zudem den Vorteil, dass ihr durch sie die Forschung vorantreiben könnt, um auf neue Technologien wie etwa Straßenbahnen und Antibiotika möglichst frühzeitig zugreifen zu können.

Sollte eure Familie im Jahr 2020 noch in Amt und Würden sein, habt ihr das Spielziel erreicht. Andere Endpunkte sind etwa die Errichtung einer Börse und die vollendete Glückseligkeit eurer Stadteinwohner. Mehr als 800 verschiedene historische Ereignisse oder Events, die einschneidende Auswirkungen auf den Spielverlauf haben werden, sollen euch im Laufe der 200 Jahre Spielgeschichte vor immer neue Herausforderungen stellen. So müsst ihr etwa mit den Folgen des Ersten Weltkrieges fertigwerden und euch der Hippiebewegung stellen. Neben der Kampagne sind aber auch zahlreiche Szenarios geplant – etwa das Wettrennen um die Reise zum Mond während der Zeit des Kalten Krieges.

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Ersteindruck von Alexander Boedeker
Gerade einmal eine 15-minütige Präsentation war für Urban Empire auf dem Event eingeplant, denn eine für die Anwesenden spielbare Version hatte man nicht mitgebracht. Um die Komplexität, die dem Titel zugrunde liegt, aber in all ihren Facetten wahrzunehmen, bedarf es deutlich mehr Zeit, denn Urban Empire ist kein simpler SimCity-Klon, sondern etwas anderes. Nach wie vor dürft ihr in klassischer Manier eine Stadt auf dem Reißbrett mit ein paar Klicks aus dem Boden stampfen, die politische Schiene gibt dem Titel aber einen ganz besonderen Touch. So fühle ich mich nicht mehr als uneingeschränkter Stadtherrscher, der nur von der Ebbe im Geldbeutel gestoppt werden kann. Vielmehr muss ich nun genau abwägen, wie weit ich mit meinen Entscheidungen im Stadtrat gehen kann. Insofern bietet Urban Empire augenscheinlich recht viel Potenzial und ein hohes Maß an Komplexität. Ob Reborn Games aufgrund der Detailfülle den Spielspaß nicht aus den Augen verliert, gilt es demnächst mithilfe einer spielbaren Version herauszufinden.

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Alexander Boedeker am 05 Aug 2016 @ 07:45
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