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GBase: Special Kolumne "Fair geht vor!"

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Die unglaubliche Dreistigkeit, mit der uns manche Firmen veräppeln wollen, ist mir persönlich ein Dorn im Auge. Wenn altbackene Spiele neu aufgewärmt und unter anderem Namen leicht verändert erneut unter das Volk gebracht werden sollen, dann nenne ich das schlichtweg Veräppelei. Wer sich da nicht rechtzeitig informiert, hat eine schlechte Kopie auf der Festplatte und ärgert sich schwarz.

Natürlich fallen solche Titel nur selten auf, da es sich vornehmlich um kleinere Spiele im Mid-Price-Segment handelt. Und zudem regt sich ja auch kaum jemand über die ständig erscheinenden Fortsetzungen auf, die uns alljährlich beglücken. Da fahren Lara Croft und Sam Fisher Hand in Hand mit einem getuneten Porsche durch die Städte von San Andreas und Vice City, liefern sich Schiessereien mit Wehrmachtsoldaten oder Terroristen und besuchen anschliessend die Sims im Nachbarort.

Doch ist es wirklich so schlimm? Klar, im Sport-Genre reiht sich eine Fortsetzung an die Nächste, doch solange es keine neuen Sportarten gibt, werden uns Golfspiele, Fussballsimulationen oder Tennismatches nun mal in gleicher Form mit Optimierungen mit frischen Jahreszahlen im Titel geboten. Ähnliches gilt für Rennspiele, auch wenn es hier ständige Führungswechsel zwischen echten Rennsimulationen und Fun-Racern gibt. Es fällt leicht, den Entwicklern fehlende Innovation vorzuwerfen.

Doch vergleichen wie die Videospiele-Industrie doch mal mit einem anderen Produkt. Kommen etwa gänzlich neue Autos in jedem Jahr auf den Markt? Nein, zumeist handelt es sich nur um Face-Lifting-Versionen mit kleinen Verbesserungen. Und wie schaut es in andere Multimedia-Sektoren aus? Bei Kinofilmen vertraut man auch auf bewährte Kost, bringt lieber den dritten Teil eines erfolgreichen Horrofilms heraus, als einen gewagten Neuanfang, bei dem nicht sicher ist, ob er die Kosten einspielen wird.

Und ist dies nicht auch verständlich? Hinter den Firmen stecken Arbeitsplätze. Jedes Spiel verursacht in der Entwicklung gewisse Kosten, die gedeckt sein wollen. Häufig finden wir bei Publishern Aktiengesellschaften wieder. Deren Aktionäre wollen Gewinne einstreichen und möchten lieber Konstanz, als risikoreiche Unternehmungen für ihr Geld sehen. Doch müssen wir Spieler nicht darunter leiden, wenn stets die gleichen Spielideen auf den Markt kommen? Nein, ganz und gar nicht! Wer sagt denn, dass wir jedes Spiel auch kaufen und installieren müssen? Genau wie bei den Kinofilmen können wir selbst entscheiden, ob uns das Format zusagt oder nicht und die Fortsetzungen boykottieren, so wir sie nicht mögen.

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Markus Grunow

 
Markus Grunow am 07 Mai 2006 @ 18:27
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