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Sony Entertainment: PlayStation Themen- Special Teil 1

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Das dreidimensionale Zeitalter

Mit dem Start der PlayStation standen alle Zeichen auf 3D. 3D war das Zauberwort schlechthin, und alles, was Rang und Namen hatte, entwickelte Spiele für das noch junge System. Mit Battle Arena Toshinden und Tekken erschienen auch zwei der ersten dreidimensional spielbaren Beat 'em ups überhaupt auf einer Konsole. Mit Ridge Racer bot Namco zum Verkaufsstart ebenfalls ein überaus erfolgsversprechendes Rennspiel, welches auf dem selben System um ganze drei Nachfolger bereichert wurde und meist in einem Satz mit der Bezeichnung PlayStation genannt wurde. Spätestens mit dem Erscheinen von WipEout, welches übrigens gleich zum europäischen Verkaufsstart angeboten wurde, wurden Videospiele auch cool. Die Marke PlayStation wurde zu einer Art Inbegriff einer hippen Jugendkultur und jeder, der was von sich hielt, musste sie haben.

Und im Grunde kann man es auch heute noch kaum jemandem verübeln, hatten schliesslich viele bekannte Spieleserien auf dieser Plattform ihren Ursprung. Nebst den bereits genannten Beispielen finden sich darunter auch Franchises wie Spyro the Dragon, Gran Turismo, Resident Evil, Dino Crisis, Parasite Eve, Ace Combat, Colony Wars, Cool Boarders, Destruction Derby, G-Police, Silent Hill, Oddworld und unzählige mehr, die ihre Feuertaufe auf der PlayStation bestanden. Da läuft selbst der altgedienten GBase-Redaktion noch das Wasser im Mund zusammen.

Sony Entertainment Bild

Japan marschiert in Europa ein

Und noch ein Phänomen geht auf das Konto der PlayStation: Mit dem Erscheinen von Final Fantasy VII wurden japanische Rollenspiele plötzlich salonfähig. Was vormals eher ein Nischenprodukt war und auch nur vereinzelt seinen Weg nach Europa fand, wurde nun von einer gänzlich neuen Fangemeinde mit offenen Armen empfangen. Der siebte Teil der Serie mutierte zu einem Millionenerfolg und gilt unter Fans auch heute noch als einer der besten Ableger der Serie, was nicht zuletzt auch daran liegen dürfte, dass Final Fantasy VII das erste Rollenspiel seiner Art war, welches auf vorgerenderte Hintergründe setzte und so eines der grafisch opulentesten Spiele für das System wurde. Doch der Grafik alleine war der Erfolg sicherlich nicht zu verdanken. Zu emotional war die tiefgreifende Geschichte über Rache und Liebe, und zu genial waren die Zwischensequenzen. So musste das monumentale Epos dann auch auf insgesamt drei CDs untergebracht werden.

Und gerade in dieser Hinsicht ist es interessant, dass einmal mehr Nintendo selbst den Weg für Sonys Erfolg geebnet hat. Denn Final Fantasy VII ist ein Paradebeispiel für den (damaligen) Fall Nintendos von der Spitze der Konsolenhersteller, die von Sony in einer Art Blitzkrieg (!) eingenommen wurde. Ursprünglich, um genau zu sein im Jahre 1994, als die ersten Entwicklungsarbeiten starteten, war nämlich eine Veröffentlichung für das Super Nintendo angedacht. Später sollte das Projekt dann für das Nintendo 64 veröffentlicht werden.

Doch Nintendo beharrte zum eigenen Unglück auf der Cartridge-Technologie, die schon damals eher zum alten Eisen gehörte. Zwar mussten sich Entwickler und auch Spieler über Ladezeiten keine Gedanken machen, doch musste man sich mit einem im Vergleich zu CDs extrem beschränkten Speicherplatz zufriedengeben. Das verhinderte zwar nicht die Tatsache, dass auch auf dem N64 extrem umfangreiche Spiele erschienen sind, doch damals waren die Entwickler technologisch noch nicht so weit, ausschweifende Rendersequenzen auf einem derartigen Modul unterzubringen. Entgegen der allgemeinen Meinung schaffte es Capcom zwar zu einem späteren Zeitpunkt dennoch, Resident Evil 2 mit sämtlichen Rendersequenzen und -hintergründen auf ein einziges Modul zu quetschen, doch das ist wieder ein anderes Thema.

Squaresoft (später Square Enix) veröffentlichte die Final Fantasy-Serie bis dahin auf Nintendo-Plattformen. Doch die Tatsache, dass Nintendo auf Modulen als Speichermedium beharrte, und das Vorhandensein diverser Streitigkeiten zwischen den beiden Firmen trieben den Final Fantasy-Hersteller geradewegs in die Arme von Sony.

Ein Denkmal für Lara

Der Erfolg der PlayStation beruhte aber nicht nur auf Spielen wie Final Fantasy VII, Resident Evil und WipEout. Mitverantwortlich an dem Erfolg waren auch sechs Typen aus Derby, England, die zusammen eine Firma namens Core Design unterhielten. Die sechs Mannen, darunter natürlich auch Toby Gard, programmierten ein Spiel namens Tomb Raider - Starring Lara Croft! Man schrieb das Jahr 1996 und die Jungs von Core dürften von dem Erfolg des Spiels wohl nur geträumt haben. Tatsache ist aber: Bevor das Spiel das Licht der Welt auf der PlayStation erblickte und dort auch zum grossen Ruhm kam, veröffentlichte man es zuerst für den SEGA Saturn. Erst vier Wochen später folgten die Umsetzungen für PC und PlayStation.

Die revolutionäre Grafik, das neuartige Gameplay und nicht zuletzt auch der finanzielle Erfolg von Tomb Raider auf Sonys 32-Bit-System beflügelte nicht nur die dafür verantwortlichen Programmierer, sondern auch die Verkaufszahlen der Konsole. Der Nachfolger war 1997 eines der meisterwartesten Spiele überhaupt. Doch aus Tomb Raider und Lara Croft wurden weit mehr als eine extrem erfolgreiche Spieleserie. Mit der Hauptdarstellerin wurde gleichzeitig auch eine Ikone geboren, die weit über das Videospieluniversum hinaus berühmt wurde. Das Konzept einer schlanken Figur mit grossen Brüsten scheint voll aufgegangen zu sein. Die deutsche Band Die Ärzte landeten mit ?Männer sind Schweine? wohl nicht zuletzt wegen der im Musikvideo auftauchenden Lara Croft einen Hit, es wurden Comics und sogar Filme über die zähe Lady veröffentlicht. Und sie schaffte es auch auf unzählige Magazin-Cover.

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Andy Wyss am 24 Nov 2010 @ 12:59
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