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Sony Entertainment: PlayStation Themen- Special Teil 2

  Playstation 2 Playstation 3 

Dysbiose

Ähnlich der PlayStation 2 hatte auch der Nachfolger Startschwierigkeiten, dies vor allem wegen produktionstechnischer Gründe. Ursprünglich wäre nämlich geplant gewesen, das System weltweit gleichzeitig im November 2006 zu veröffentlichen. Doch es kam anders als gewollt und fast in letzter Minute. Kurz vor der Erstveröffentlichung in Japan gab Sony bekannt, dass sich der Start in Europa verzögern wird. Die Fans mussten sich daher in Geduld üben - oder haben mit etwas Glück zu einem ziemlich teuren Import greifen können. Grund für die Verschiebung in Europa war die Tatsache, dass Materialen, die im neuartigen Blu-ray-Laufwerk der Konsole verbaut wurden, knapp waren. Doch hatten wie angesprochen auch die Märkte in Japan und den USA mit der Systemknappheit zu kämpfen, auch wenn die Konsole dort planmässig am 11. beziehungsweise 17. November 2006 veröffentlicht werden konnte. Innerhalb weniger Stunden war die Konsole vergriffen. Ein Problem, welches man in Europa mit mindestens einer Million zur Verfügung stehenden Geräten umgehen wollte.

Einen weiteren Vorteil hatte der spätere Europastart übrigens auch noch: Während sich die Amerikaner mit zwölf Starttiteln begnügen mussten, hatten wir Europäer die Qual der Wahl. Fast 30 Spiele, Download-Titel noch nicht mitgezählt, wollten unter die Leute gebracht werden, darunter MotorStorm, Call of Duty 3, Genji: Days of the Blade, Ridge Racer 7 und Virtua Fighter 5.

Sony Entertainment Bild
Der Grund, warum wir dieses Kapitel allerdings Dysbiose genannt haben, ist folgender: Ähnlich der PlayStation 2 wollte Sony generell eine hundertprozentige Abwärtskompatibilität zu PSX- und PlayStation 2-Spielen gewährleisten. Schlussendlich war dies aber nur in den ersten in Japan und den USA erhältlichen Modellen der Fall, wo sowohl die Emotion Engine als auch der Graphics Synthesizer verbaut wurden. Im europäischen Startmodell fehlte dann allerdings die Emotion Engine. Sony setzte auf eine Hardware-Software-Kombination und versuchte, durch Firmwareupdates die Kompatibilität weiter zu verbessern. Da aber ein ganzes Stück Hardware fehlte, funktionierten einige ältere Titel nur schlecht oder gar nicht. Mit der Einstellung des berühmt-berüchtigten Modells mit 60-GB-Festplatte verschwand dann auch die Abwärtskompatibilität der Konsole von der Bildfläche. Dies verlieh der ersten Europaversion nicht nur einen Sonderstatus, sondern trieb auch den Preis von Gebrauchtgeräten massiv in die Höhe. Zeitweise war ein abwärtskompatibles Gerät mit 60-GB-Festplatte teurer als ein neuwertiges Nachfolgemodell mit 40 GB.

Laut Angaben von Sony wollte man durch diesen Entscheid Kunden primär zum Kauf von PlayStation 3-Spielen animieren und nur sekundär Herstellungskosten einsparen. Ein weiterer Knackpunkt war in der Startphase der Controller der PlayStation 3, der nicht mehr auf den Namen DualShock, sondern Sixaxis hörte. Rumble-Effekte suchten Spieler daher vergebens. Gefunden haben sie dafür Sensoren, die beispielsweise das Lenken eines Autos nur durch Bewegungen des Controllers ermöglichten. Ein Analogstick musste nicht mehr angefasst werden. Warum man die Rumble-Funktion gestrichten hat? Sony nannte technische Gründe, es wurde allerdings schnell klar, dass sich der Konzern damals in einem fünf Jahre andauernden Rechtsstreit mit der Firma Immersion befand, welche die verwendete Rumble-Technologie für sich patentiert hatte. Die Streitigkeiten konnten 2007 allerdings beigelegt werden, der DualShock 3 war somit nur noch eine Frage der Zeit. Bereits im November 2007 wurde in Japan der DualShock 2-Nachfolger marktreif gemacht. Die Sixaxis-Funktion wurde beibehalten. Spiele wie MotorStorm, die vor dem Erscheinen des neuerdings wieder rüttelfähigen Controllers veröffentlicht wurden, konnten nachträglich per Patch kompatibel gemacht werden.

Online 2.0

Onlinegaming war auch schon auf der PlayStation 2 nichts Ungewöhnliches. Einen einheitlichen Service gab es damals aber noch nicht. Und was bei Konkurrent Microsoft mit Xbox Live schon lange Standard war, wurde mit dem Erscheinen der PlayStation 3 nun auch im Hause Sony ernsthaft in Angriff genommen. Der grosse Vorteil des PlayStation Networks: Wer den Mehrspielermodus eines Spiels auch online geniessen will, muss dafür nicht erst bezahlen. Onlinegaming auf der PlayStation 3 war, ist und bleibt gratis. Mit dem PlayStation Store führte Sony ausserdem einen digitalen Onlineshop ein, über den nicht nur gratis Spieledemos heruntergeladen werden können, sondern auch Erweiterungssets zu bereits veröffentlichten Spielen angeboten werden. Auch werden reine Download-Spiele verkauft, die nicht noch zusätzlich auf eine Disk gepresst werden.

Retrofans freuten sich ausserdem auf die Möglichkeit, ältere PSX-Originale (kostenpflichtig) auf die Festplatte der PlayStation 3 zu saugen, was bei einigen allerdings auch einen faden Beigeschmack hinterliess. Stichwort Abwärtskompatibilität. Dennoch: Durch die meist angemessenen Preise wird auch all den Spielern, welche die PSX-Ära verpasst haben, eine Möglichkeit gegeben, einige Klassiker nachzuholen. Seit Juni 2010 ist übrigens auch ein kostenpflichtiger PSN-Service namens PlayStation Plus verfügbar. Wer diesen abonniert, kommt teils massiv günstiger an PSX-Klassiker oder PSN-Spiele heran und hat die Möglichkeit, automatische Downloads zu aktivieren, an Betaprogrammen teilzunehmen und Vollversionen vor dem Kauf Probe zu spielen.

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Andy Wyss am 24 Nov 2010 @ 13:00
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