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GBase-Community: Special - Tennous (Sprach-)Rohr #7

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Auffällig ist jedoch, dass bei dem Spieler-Score fast immer binär gewertet wird. Das Spiel ist entweder schwarz oder weiss. Bestes Spiel aller Zeiten oder der Grund dafür, warum die Menscheit ausgerottet werden sollte. In den Spielertests finden Schlammschlachten zwischen Fanboys und Hatern statt. Diese Minikriege reichen von lustig zu peinlich und haben mit Rationalität und Objektivität nur äusserst selten etwas zu tun. Daher werden Spieler-Scores von mir grundsätzlich nicht ernstgenommen.

Viel Interessanter finde ich da den Metascore der Testredaktionen. Man sollte meinen, dass die Testredakteure professionell und distanziert genug zu jeglichem Spiel sind, um nur einen minimalen Anteil an Subjektivität in den Test und das letztendliche Resultat einfliessen zu lassen. Ich zumindest glaube fest daran. Ganz verhindern kann man einen Hauch Persönlichkeit im Test natürlich nie. Die Tester sind schliesslich Menschen und nicht Glados oder Skynet. Deshalb drückt bei GBase ein Tester mal ein Auge bei einem Fehler zu und übersieht ihn, während bei IGN derselbe Fehler als fürchterlich bewertet wird. Soeben genanntes Szenario kann natürlich auch andersrum ablaufen. Auch kann es sein, dass Tester A mit riesigen Erwartungen an das Spiel geht und dann enttäuscht wird. Das drückt die Wertung. Währenddessen hat Tester B nicht viel erwartet und wird dann positiv überrascht, weshalb die Bewertung besser ausfällt. Derartige Unterschiede in einzelnen Tests sind völlig normal. Jetzt kommt es allerdings drauf an. Habt ihr die Zeit, euch sämtliche Tests durchzulesen? Lest ihr nur einen einzigen Test und vertraut diesem absolut? Wer auf Nummer sicher gehen will, kann nur eines tun: Die beste Methode wählen, um diese persönlichen Empfindungen der Tester rauszufiltern. Und das ist die Durchschnittswertung respektive der Metascore. Das ist nunmal ganz simple Mathematik, stumpfe Zahlen, unumstössliche Fakten!

Dumm natürlich, wenn in einem ARPG ein geringer Metascore entsteht, weil dort ein sehr hoher Anteil Levelgrinding dabei ist. Was aber, wenn euch das nichts ausmacht? Vielleicht denkt ihr beim stumpfen Levelgrinden über eure Doktorarbeit zum Thema Geschlechtskrankheiten nach, um endlich das Frauenarztstudium abzuschliessen. Doch ihr kauft euch das Spiel nicht, eben wegen des geringen Metascores. Auch das Gegenteil kann der Fall sein. Ihr sucht einen guten Shooter, weil ihr als Streifenpolizist doch nicht die erwünschte Action erlebt, und kauft euch Battlefield 4, weil das einen bombastischen Metascore hat. Nach vier Stunden sitzt ihr dann heulend in der Ecke, weil das einzige, was euch interessiert hat - nämlich die Solokampagne - schon vorbei ist. Von den vier Stunden "Spielzeit" waren zwei Stunden nichts weiter als Herumstehen und Skripts anschauen? Hättet ihr euch mal doch Tests durchgelesen ...

Ach ja, ich erwähnte die Macht von Zeugnissen. Zu weit geht mir der Einfluss von Metacritic in seiner Form als Zeugnis, wenn ganze Entwicklerstudios geschlossen werden oder Prämien von mehreren tausend US-Dollars nicht ausgezahlt werden. Nur weil ein Spiel nicht einen angestrebten Metascore von 80+ erreicht. So eine Wertung ist zwar für jedes Studio und sein Machwerk erstrebenswert, aber auch Spiele mit einer Wertung im 60er-Bereich können grossen Spass machen. Grade solche Wertungen im oberen Mittelfeld sollten ein Ansporn sein, es beim nächsten Mal besser zu machen, anstatt die Entwickler vor die Tür zu setzen. So schon vorgekommen. BioShock-Entwickler Irrational Games stellt sogar nur Entwickler ein, die schon an mindestens einem Spiel gearbeitet haben, welches einen Metascore von 85+ erhalten hat. Ist das fair?

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Andy Wyss am 25 Nov 2013 @ 12:45
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