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Dies und das: Reportage - 15. Retro-Börse im Ruhrgebiet

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Von Verkaufs-Displays und Prototypen

Wer vom Treiben in den Börsen genug hatte, der konnte sich im Ausstellungsraum neben einigen obligatorischen Pong-Konsolen, die später noch für ein Turnier genutzt wurden, auch eine kleine Auswahl aus Verkaufs-Displays für Handhelds anschauen. Sind die Game-Boy-Präsentationsstände noch jedem bekannt, überraschte uns ein grosser Tiger-Electronics-Tisch aus Frankreich, der in Form der berüchtigten LCD-Minispiele gehalten war. Bis heute können wir nicht verstehen, wie Tiger mit diesen schrecklichen Geräten Lizenzen wie Sonic oder Castlevania ergattern konnte. Ebenfalls mit von der Partie waren Klassiker von Tomy wie UFO Attack und World Cup, die, wie ein ebenfalls ausgestellter Flipper, sogar noch einwandfrei funktionierten. Einen Raum weiter konnte man eine kleine Auswahl an Treasure-Spielen erleben. Insbesondere Ikaruga war mit hochkant aufgestelltem Display und Dreamcast-Arcade-Stick faszinierend.

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Für die Freunde passiver Unterhaltung gab es auch noch ein Programm im hauseigenen Kinosaal. In dem kleinen Raum für maximal 50 Personen konnten zu Beginn noch SNES-Spiele auf der Leinwand ausprobiert werden, bevor eine Reihe aus Vorträgen für Abwechslung sorgte. So konnten wir uns einen unveröffentlichten Prototypen der Odyssey 3 anschauen, der sich vor allem durch hübsche Hintergründe in bereits veröffentlichten Spielen abheben sollte. Kurz vor dem ursprünglich geplanten Start der Konsole mussten noch mehr Spiele her, weshalb Hersteller Magnavox eben alte Veröffentlichungen nahm und diese grafisch etwas aufhübschte. Heute nennt man das HD-Remastering. Manche Dinge ändern sich halt nie. Die Odyssey 3 wurde auf diversen Messen präsentiert, wurde aber nie fertig gestellt.

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Von gefälschten Spielen und Game-Boy-Musik

Auf diese Präsentation folgte eine Lesung von Boris Kretzinger. Der Autor las aus seinem aktuellen Buch "Nerdvana", in dem der Protagonist und Retrofan Paul einen in finanzielle Nöte geratenen Videospielladen mit dem Verkauf von gefälschten seltenen Spielen retten will. Kretzinger schreibt dabei unterhaltsam und bindet immer wieder gekonnt kleinere wie grössere Anspielungen auf die Retroszene ein, die belesene Spieler zu schätzen wissen und Neuankömmlingen etwas über die Geschichte der Videospiele lehrt.

Zum Abschluss gab es dann noch ein Doppelkonzert. Sowohl das Debüt des Elektroduos E.T.e (Electric Town exit), das mit vielen Synthesizern einen modernen, Dubstep-lastigen Sound erzeugte, als auch das sehr experimentelle Konzert von Tronimal waren faszinierend. Letzterer kam mit dem Pedelec aus Wuppertal angereist und hatte jede Menge Game-Boy-Hardware im Gepäck, die er gekonnt für seine Eigenkompositionen nutzte, auch wenn die Tontechnik nicht immer auf seiner Seite war.

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So ging auch die 15. Retro-Börse erfolgreich zu Ende, und wieder mal konnten sich die Organisatoren über eine wunderbare Veranstaltung freuen. Die perfekte Lokalität, die proppenvollen Hallen und das sehr interessante Nebenprogramm machten diese Börse zu mehr als nur einen Flohmarkt. Hier merkte man an allen Ecken und Enden die Passion und das Herzblut, mit der diese Retroveranstaltung aus dem Boden gestampft wurde. Dazu gab es freundliche Verantwortliche, die sich gerne mit den Besuchern unterhielten, und jede Menge Retrospiele. Die Termine für die nächsten Retro-Börsen gibt es auf Retroboerse.de.

Dieser Beitrag enstand in Kooperation mit Nimm Idol. Dort findet ihr auch weitere Fotos.

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Patrik Nordsiek am 18 Mai 2015 @ 21:32
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