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Dies und das: Ist die Indie-Szene überbewertet? - Special

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Auf der anderen Seite setzt mittlerweile auch eine Art Übersättigung ein. Sogar auf Nintendo-Fanseiten findet man immer öfter den Kommentar, dass diese Pixelgrafik immer mehr anöde. Spätestens seitdem auch Mainstream-Entwickler diesen Retrotrend aufnehmen und als Berechtigung nehmen, um den neuesten Mobile-Ableger unverändert auf den großen Konsolen zu veröffentlichen, wie man zum Beispiel bei Harvest Moon: Seeds of Memories sieht, kochen die Gemüter bei Diskussionen um Indie-Titel immer wieder mal hoch.


Indie als Alleinstellungsmerkmal

Das Indie-Attribut wird zunehmend als Alleinstellungsmerkmal missbraucht. Sowohl bei den Bemühungen, ein Spiel zu vermarkten oder zu beschreiben, als auch von den großen Konsolenherstellern. Diese Vorgehensweise ist aber mehr als nur eine Stolperfalle. Für Microsoft, Nintendo und Sony scheinen Indie-Entwicklungen mittlerweile ein Highlight zu sein, und bis vor Kurzem noch eine nicht besonders kreative Ausrede für die viel zu kleine Spielebibliothek der aktuellen Konsolengeneration. Bei dieser Vorgehensweise wird der eigene Indie-Katalog aber vielmehr zu einem Hinterherhecheln des aktuellen Trends, das "Schaut her" wird zu einem "Wir auch!" und dadurch unattraktiv sowie in der Umsetzung auch etwas hilflos.

Interessant ist aber auch die Nutzung der Terminologie "Indie" oder alternativ "Retro", um das eigene Spiel zu bewerben. Ähnlich wie im Musiksektor werden Spiele nicht durch die Unabhängigkeit der Entwickler beschrieben, und letztlich ist auch der Retrobegriff nur eine Beschreibung der Präsentation und weniger eine der Einzigartigkeit. Als Konsequenz sieht man mittlerweile immer häufiger, wie entweder Entwickler oder Fans das Produkt in Foren und anderen sozialen Netzwerken mit dem Argument verteidigen, dass man doch nur alleine an dem Spiel arbeite und man dafür doch Beeindruckendes geschafft habe. Das mag richtig sein, doch besser macht es den Titel immer noch nicht.

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Überbewertet?

Aber zurück zur zentralen Frage: Ist die Indie-Szene überbewertet? Ja und nein. Natürlich hat die Welle an unabhängigen Entwicklern die Industrie mächtig durcheinandergewirbelt, zuletzt hat Microsoft sogar Minecraft-Entwickler Mojang für viel Geld aufgekauft; ein Testament an den Minecraft-Effekt. Insbesondere bevor die aktuelle Konsolengeneration erhältlich war, sorgten neue Spielansätze wie Flower oder Journey für Erstaunen und es machte sich ein Gefühl breit, das an die frühen 1990er erinnerte. Doch die schiere Menge an neuen, coolen, weil alt aussehenden Spielen nervt und macht es den echten Spieleperlen darüber hinaus auch noch schwer, sich abzuheben. Es ist löblich, dass jeder, der sein Spiel veröffentlichen will, dies nun auch kann. Doch die Szene muss sich bewusst werden, dass Indie für sich kein Alleinstellungsmerkmal ist, und die großen Konsolenhersteller dürfen sich nicht auf dem Erfolg der Indies ausruhen. Ein großer Katalog von kleinen Spielen ist keine Ausrede für einen zu kleinen AAA-Katalog.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Nimm Idol.

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Patrik Nordsiek am 27 Nov 2015 @ 15:40
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