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Airline Tycoon 2: Review

  Personal Computer 

Nach über 13 Jahren meldet sich Airline Tycoon mit einer Fortsetzung zurück. Teil 2 des damals beliebten Fluglinienmanagers setzt auf die gleichen Mechanismen wie der Vorgänger, nervt aber mit einem schaurigen Humor, einem antiquierten Spielkonzept und etlichen kleinen Fehlern.

Die Wahl der Qual

Grundlegend verzichtet Airline Tycoon 2 auf einen Mehrspielermodus. Stattdessen gibt es für Solisten nur ein Endlosspiel und eine umfangreiche Karriere. In der Karriere entscheidet man sich für einen klischeebeladenen Protagonisten. Wie wäre es mit dem ehemaligen Militärpiloten Mbangwe Mogambo? Oder vielleicht doch besser der Tussi Natalie Childman? Eventuell lieber den russischen Gauner Igor Tuppolevsky? Die Figuren orientieren sich wohl an realen Vorbildern, sie besitzen auch individuelle Vorzüge und eine eigene Vorgeschichte. Beispielsweise floppte die Spanierin Tina Cortez bei ihren Immobiliengeschäften und entschied sich für eine eigene Fluglinie. Da sie gute Beziehungen zu den Gemüsehändlern in ihrer Heimat pflegt, erhält sie günstigere Preise beim Catering für ihre Passagiere.

Mal wieder sind diese Vorzüge nicht ausserordentlich wichtig, vor allem nicht auf den niedrigen Schwierigkeitsgraden. Ohnehin gibt sich Airline Tycoon 2 sehr einsteigerfreundlich. In den ersten zwei Missionen wird man sehr langsam an die Materie herangeführt. Mit dem Startkapital legt man sich ein erstes Flugzeug zu, rüstet dieses nach Belieben aus, verfeinert die Optik und die Inneneinrichtung, und erwirbt erste Flugrouten rund um den Globus. Das Personal sollte genauso wenig vergessen werden wie beispielsweise die Werbung für das eigene Unternehmen oder die Versorgung der Fluggäste. Hat man das Tutorial (Mission 1) überstanden, versteht man die wichtigsten Aspekte, auch wenn man den Vorgänger nie erlebt hat.

Wo ist nun das Problem?

Innerhalb der ersten Stunde wird man die zahlreich vorhandenen Problemchen von Airline Tycoon 2 mitbekommen. Es fängt damit an, dass die Laufwege lästig sind. Der ausgewählte Held rennt von Raum zu Raum, um verschiedenste Dinge zu erledigen. Zwar existieren Tastenkürzel, nur muss man sich diese erst einmal merken beziehungsweise sie vorher in einem Menü aufrufen. Es bleiben so oder so die ständigen Ladezeiten zwischen den Orten des Geschehens. Aber nicht nur dadurch zieht sich die Spielzeit unnötig in die Länge. Quasi alle Aktionen müssen doppelt und dreifach bestätigt werden, zig Menüs verwirren unnötig. Von einem angenehmen Spielfluss kann kaum die Rede sein. Das passt nicht wirklich zu einer modernen Wirtschaftssimulation, bei der es eben auch mal schneller gehen sollte.

Doch damit nicht genug: der grenzdebile Humor ist ausserordentlich anstrengend. Die Personaltussi besitzt einen typisch sächselnden Dialekt, der Flugzeugdesigner sieht wie Albert Einstein aus, und der Fliegereinrichter musste natürlich Detlev heissen, ein Karl Lagerfeld-Verschnitt sein und sich auch wie ein solcher benehmen. Irgendwie ist das total daneben und auf einem intellektuell sehr niedrigen Niveau. Da kommt gelegentlich ein Fremdschämgefühl auf. Andererseits hat Airline Tycoon 2 auch ein paar lustige Momente parat: Riesige Werbung für einen 486 DX2/66-Rechner auf einem Flugzeug, schräge Dialoge, und amüsante Details auf dem Flughafen. Es hätte aber konsequent besser und anspruchsvoller gehen können. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass die Kenner des Vorgängers älter und reifer geworden sein dürfen.


Airline Tycoon 2
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Sven Wernicke

Airline-Tycoon-2


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Sven Wernicke am 20 Okt 2011 @ 22:04
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