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Amnesia - The Dark Descent: Review

  Personal Computer 

H.P. Lovecraft hat es einst so treffend beschrieben: "Die älteste und stärkste Emotion des Menschen ist Furcht, und die älteste und stärkste Form der Furcht ist die Angst vor dem Unbekannten." In Amnesia - The Dark Descent haben sich Frictional Games dieses Zitat offenbar unter jeden Monitor geklebt, ihren Bildschirmschoner damit versehen und sich T-Shirts in Spiegelschrift damit drucken lassen, damit sie es selbst auf der Toilette beim Händewaschen noch lesen können.

Der momentan nur per Download erhältliche Horror-Survival-Titel schafft es, diese Furcht wunderbar auf den Bildschirm zu transferieren und nimmt euch mit auf eine angstvolle Reise. Es sei denn, ihr gehört zu den wenigen bereits völlig abgestumpften Spielern und Horrorfilm-Experten, bei denen die Alarmglocken in der Dunkelheit nicht mehr schrillen, wenn sie bedrohliche Geräusche zu hören bekommen. Direkt im Tutorial packt euch das Spiel und verabreicht euch eine erste Dosis des wohligen Schauers, der sich im zunehmenden Spielverlauf in waschechten Grusel verwandelt.

Ihr steuert aus der Ego-Perspektive heraus einen offenbar total verängstigten Mann namens Daniel, der schlussendlich regelrecht zusammenbricht. Ist er unter Drogen gesetzt worden? Was hat ihn derart in Panik versetzt? Als ihr wieder zu euch kommt, sollt ihr einer Spur folgen, doch bereits diese ersten Sequenzen machen eurem Helden schwer zu schaffen. Er knirscht mit den Zähnen, atmet schwer, fängt an zu bibbern und murmelt pure Verzweiflung vor sich hin. Ihr öffnet Türen, entzündet hier und dort eine Kerze und begreift schnell, dass euer Held sich im Dunkeln deutlich mehr fürchtet. Licht gibt seinem Geist neue Kraft; verharrt ihr in der Dunkelheit, könnt ihr regelrecht spüren, wie sein Geisteszustand sich verschlimmert. Er droht dem Wahnsinn zu zerfallen!



Allmählich beginnt ihr zu verstehen, dass ihr euer Gedächtnis verloren habt. In Briefen, die ihr entdeckt, erhaltet ihr Nachrichten von euch selbst. Wir schreiben das Jahr 1839 und es gilt, Alexander von Brennenburg umzubringen. Wer das ist? Und warum eigentlich? Das bleibt im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln. Eine Gänsehaut bekommt ihr spätestens, wenn ihr davon lest, dass euch ein furchtbarer Schatten verfolgt. Ausgestattet mit diesen wenigen Informationen beginnt ihr, das barocke Gemäuer zu erkunden.

Optisch haut euch das Abenteuer zunächst nicht aus den Schuhen. Die Texturen wirken teils klobig und verwaschen, einen Schönheitspreis gewinnt das Spiel nicht. Doch nur allzu schnell hat man dies vergessen, weil die akustische Seite verbunden mit der Architektur und der Physik im Spiel derart gut verwoben ist, dass einen regelrecht das Grauen zu packen scheint. Jeder Schritt vorwärts bedeutet, sich noch tiefer in die angsterfüllende Materie zu verstricken. Der Wind pfeift um die Ecke, stösst eine Holztür auf, die sich knarrend vor euch öffnet. Ein Vorhang weht im Wind, Staub wird in einer Ecke aufgewirbelt, und da waren doch eindeutig schlurfende Schritte zu hören? Euer Held fängt an zu jammern, stöhnt auf und bricht halb zusammen. Er will offenbar nur eines: Weit Weg von hier!

Amnesia - The Dark Descent
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Markus Grunow

Amnesia---The-Dark-Descent


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Markus Grunow am 10 Okt 2010 @ 16:56
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