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Bad Day L.A.: Review

  Personal Computer 

Es gibt Tage, an denen sollte man lieber im Bett bleiben. Da wacht man bereits mit Kopfschmerzen auf, erblickt durch das Fenster nur Regen und sobald man sich aus dem Bett erheben will, tritt man in eine Scherbe. Wenn ein Tag so beginnt, sollte man am besten vorsorglich einige Stossgebete gen Himmel richten. Was aber, wenn das nur kleine Probleme sind und der noch junge Tag mit einem entspannten Flugzeugabsturz und diversen Terroranschlägen beginnt? Dann sollte man tatsächlich lieber im Bett bleiben. Doch was macht ein Mensch wie Anthony Williams, ein Obdachloser, der gar kein Bett hat, an einem Tag, an dem in Los Angeles das Chaos ausbricht?

Giftgas auf nüchternem Magen

Kult-Designer American McGee hat sich für sein neuestes Werk Bad Day L.A. wieder einmal ein Szenario ausgesucht, das nicht unbedingt zu den üblichen Genrestandards eines Third-Person-Titels gehört. Der Spieler schlüpft in die Rolle des unverschämten und vorlauten Obdachlosen Anthony Williams, der an diesem sonnigen Morgen nichts Besseres zu tun hat, als seinen prall gefüllten Einkaufswagen mitten über den ohnehin schon überlasteten Freeway zu schieben und so den Unmut der PKW-Fahrer schnell auf sich zu ziehen. Doch wüste Beschimpfungen und laute Hupkonzerte werden ganz schnell nebensächlich, als wenige hundert Meter vor Anthony mitten auf dem Freeway eine mit Giftgasbomben ausstaffierte Passagiermaschine abstürzt. Nur Sekunden nach diesem Terroranschlag findet sich Anthony in einem Chaos aus Autowracks, Flammen und Schwerverletzten wieder. Der egoistische Penner denkt aber gar nicht daran, seinen Mitmenschen zu helfen und möchte sich erst einmal selbst in Sicherheit bringen. Das dürfte allerdings reichlich schwierig werden, war das doch nur der Anfang eines wirklich miesen Tages.

Nach dieser vorgerenderten Startsequenz findet sich der Spieler mitten auf dem verwüsteten Freeway wieder. Schnell merkt Anthony, dass er jedoch sehr wohl als helfende Hand eingreifen sollte, um in dieser angespannten Situation nicht auch noch Prügel von den Mitbürgern zu kassieren. Also schnappt sich der Spieler Verbandszeug und einen Feuerlöscher, versorgt Verletzte und löscht wild umherrennende Feueropfer. Dieser erste Abschnitt ist das Tutorial des Spiels, in dem sprechende Eichhörnchen ? nein, das war kein Scherz - und durchgeknallte Passanten den Spieler in die grundlegende Spielmechanik von Bad Day L.A. einführen. Interessant ist, dass Anthonys Verhalten Einfluss auf seine Umgebung hat. Rettet der Spieler also Schwerverletzte, tötet oder heilt er durch das Giftgas zu Zombies gewordene Opfer oder nietet er Terroristen um, sammelt Anthony Pluspunkte. Will sich der Penner aber um jeden Preis schnell ans Ende des Levels bringen und ballert dabei jeden noch so friedliebenden Passanten über den Haufen, hagelt es Minuspunkte und bald wird Anthony von der Polizei und wütenden Menschenmassen gejagt und attackiert. Und diesen Ärger kann der obdachlose ehemalige Hollywood-Agent gar nicht gebrauchen, rutscht er doch ohnehin schon von einer kniffligen Situation in die nächste. Immer wieder stolpert der Spieler über Menschen, die seine Hilfe benötigen oder einen Auftrag für ihn haben.

Das Ungewöhnliche an Bad Day L.A. ist zweifellos der Grafikstil. Das Spiel wird in einer dreidimensionalen Comic-Grafik dargestellt, die dem Cel-Shading-Verfahren, das zum Beispiel in XIII zum Einsatz kam, sehr ähnlich sieht. Die gesamte Grafik basiert dabei auf Zeichnungen und Vorlagen des amerikanischen Künstlerpaares Kozyndan. Dieser sehr ansehnliche Stil sorgt darüber hinaus dafür, dass einige recht blutige Szenen und Effekte eher wie eine überzeichnete Parodie wirken, anstatt wie echte Schockelemente.

Vor, zurück im Sauseschritt

Anthony steuert sich genreüblich mit der Maus und den Tasten W, A, S und D. Die aktuelle Waffe oder den aktuellen Gegenstand setzt der Spieler mit der linken Maustaste ein, interagiert wird mit der rechten Maustaste. Nachgeladen werden muss in der Regel nicht, auch alternative Feuermodi gibt es meist keine, so dass die rechte Maustaste zur Universaltaste wird. Die Steuerung geht dabei gut von der Hand, auch mit der Kamera gibt es nur selten Probleme.

Bei seiner Flucht aus dem untergehenden L.A. bekommt Anthony den einen oder anderen Ast zwischen die Beine geworfen. Immer wieder muss der Spieler bestimmte Ziele erfüllen, um in den nächsten Abschnitt vorzudringen. Im ersten Level müsst ihr beispielsweise einen vergifteteten und deshalb stets kotzenden kleinen Jungen zur nächsten Ambulanz bringen. Wer allerdings glaubt, den kleinen Störenfried dann loszuwerden, der täuscht sich. Denn genau wie ein zusätzlich auftauchender verrückter Kettensägen-Mexikaner klebt euch der kleine Kotz-Knabe bis zum Ende des Spiels am Allerwertesten.

Bad Day L.A.
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Tobias Kuehnlein

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Tobias Kuehnlein am 25 Aug 2006 @ 21:44
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