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Chaos auf Deponia: Review

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Dass Daedalic hierzulande als König des Adventure-Genres angesehen werden kann, sollte bei seinem beinahe traumwandlerischen Erfolgskurs, was Wertungen in der Fachpresse in den letzten Jahren angeht, kaum jemanden überraschen. Davon abgesehen schafft es zurzeit sonst kaum jemand, einen derart dichten und dabei konstant hochwertigen Output zu liefern. Mit Chaos auf Deponia melden sich die Macher von Edna Bricht Aus nicht nur von ihrem Ausflug in die extern lizenzierte Welt von DSA: Satinavs Ketten zurück, sondern beweisen auch, dass Fortsetzungen nicht immer schlechter sein müssen als das Original.

Rufus is back: lässiger than ever

Deponia ist allerdings auch ein dankbares Opfer für eine Fortsetzung, da es offensichtlich ursprünglich als viel umfangreicheres Spiel geplant war, das nun eben in Form einer Trilogie herausgebracht wird, wie es den Anschein hat. Natürlich bekommen wir es wieder mit dem egozentrischen Taugenichts Rufus, dem Protagonisten aus dem ersten Teil, zu tun. Nach seiner vermeintlichen Rettung des Müllhaldenplaneten durch ein persönliches Opfer hat Rufus nichts von seinem naiv-anarchistischen Verhalten eingebüsst, das von massloser Selbstüberschätzung geprägt ist. Obwohl er seine grosse Liebe, die hübsche Elysianerin Goal, mit seinem verschlagenen Doppelgänger Cletus zum Wohle von ganz Deponia hat ziehen lassen, hält er dennoch an seinen Plänen fest, nach Elysium, der Stadt in den Wolken, zu kommen - und das umso mehr mit der Aussicht, Goal für sich zurückzugewinnen.



Bei seinen Bestrebungen geht natürlich mal wieder einiges zu Bruch, und Goal landet ein weiteres Mal relativ unfreiwillig auf der Müllhalde, genauer gesagt im Schwimmenden Schwarzmarkt. Doch während sie im ersten Teil die meiste Zeit bewusstlos unter Rufus' Betreuung litt, wird diesmal ihr Bewusstsein in drei Teile aufgespalten, da unser verkannter Held, wider besseres Wissen, mangelhafte Datasetten für ihr Hirnimplantat besorgt, weil's ja 'nen Lolli gratis dazu gab. So kann man Goal quasi per Fernbedienung in den versnobten Ladymodus, den toughen Krawallmodus oder den naiven Babymodus umschalten. Neben der Verhinderung der Sprengung Deponias durch die von Cletus unterstützten Kräfte des Organons, stellt die Wiedervereinigung dieser drei Persönlichkeitsaspekte eine der wesentlichen Aufgaben im Spiel dar.

So weit, so gut. Leider ist der Auftakt nicht besonders gut gelungen, da hier versucht wird, das scheinbar notdürftig zurechtgestrickte Ende des ersten Teils - ebenso notdürftig - wieder in den ursprünglichen Plot zu überführen. So schliesst die Handlung im Grunde genommen unmittelbar an die letzten Ereignisse an, obwohl man von der Ausgangslage her eigentlich den Eindruck hat, dass deutlich mehr Zeit vergangen sein müsste.

Danach entfaltet sich allerdings eine wirklich interessante und abwechslungsreiche Geschichte, gerade weil es im ausufernden Hauptteil auf dem Schwimmenden Schwarzmarkt viel zu entdecken gibt und die drei Goal-Persönlichkeiten jede auf ihre Weise zur Kooperation bewegt werden wollen. In den letzten, recht kurz ausgefallenen Abschnitten kann man sich allerdings nicht des Gefühls erwehren, dass man dort einfach nur noch zügig zum Ende kommen wollte.

Chaos auf Deponia
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Alexander Boedeker

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Alexander Boedeker am 18 Okt 2012 @ 15:16
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