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Das Schwarze Auge - Satinavs Ketten: Review

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Das Schwarze Auge. Nicht jeder kann damit etwas anfangen, doch für Millionen von Spielern ist es der Zeitvertreib schlechthin. Zumindest, wenn man sich als Papier-und-Bleistift-Held mit einer Vorliebe für stundenlange Würfelpartien outet. Und genau hier ist das Problem: Wer will schon den ganzen Tag mit eloquenten Koboldfreunden rumhängen und wälderweise Papierstapel vollkritzeln, nur um etwas Spass zu haben, in eine Welt abzutauchen? Das geht schliesslich auch mit Daedalics Satinavs Ketten, der ersten Adventure-Umsetzung der in Europa enorm beliebten Fantasievorlage. Und wenn es jemand versteht, diese grosse Bürde auf sich zu nehmen, dann die Hamburger Virtuosen der Klick-und-Knobelspiele. Tatsächlich wird Das Schwarze Auge - Satinavs Ketten den hohen Erwartungen gerecht und entpuppt sich im Test als mitreissend erzählte Bilderjagd, die allerdings ausgerechnet im Finale einen entscheidenden Fehler macht.

Schauplatz von Satinavs Ketten ist das fantastische Reich Aventurien, dessen idyllische Waldhaine, morastige Sumpflandschaften und windgepeitschte Berghänge genügend optische Abwechslung bieten. Wenn wir jetzt noch erwähnen, dass im Mittelpunkt der Handlung das Dörfchen Andergast steht, dürfte DSA-Fans ein vertrautes Zucken durch den Laib fahren. Generell stolpern Puristen im Laufe der rund zehn Stunden langen Geschichte über viele kleine Seitenhiebe und Details, die die Entwickler in enger Kooperation mit einem DSA-Autor eingewebt haben. Alle anderen brauchen jedoch keine Angst zu haben: Satinavs Ketten verlangt keinerlei Grundwissen und ist damit auch für jene ein Genuss, die bei Das Schwarze Auge eher an eine religiöse Sekte denken.

Klick- und Rätselspass auf gewohnt hohem Niveau

Zurück zum Dorf Andergast. Dort treibt ein mysteriöser Seher sein Unwesen, der die Bewohner mit seinem Hokuspokus gruselt, zudem noch hilflose Menschenkindlein verschleppt und deswegen auf dem Scheiterhaufen endet. Bevor den Alten jedoch die Flammen einhüllen, überkommt ihn eine letzte Vision: Ausgerechnet der kleine Geron soll sein Heimatdorf ins Unheil stürzen - eine Krähenplage sei der Vorbote des Untergangs. Als 13 Jahre später Gerüchte lautwerden, der Seher könne an seiner Wiederkehr arbeiten und bei seiner dunklen Prophezeiung nachhelfen, trifft der mittlerweile zum Vogelfänger ausgebildete Geron die Entscheidung seines Lebens: Nur wenn er seine Weste reinwäscht und den blinden Schamanen ausmerzt, kann er das drohende Schicksal abwenden.

Das Schwarze Auge - Satinavs Ketten Bild
Wie genau der Wuschelkopf das letztlich anstellt, wollen wir nicht verraten. Wohl aber, dass die in stilsicheren Scherenschnittsequenzen erzählte Geschichte enorm schnell an Fahrt aufnimmt und bis zum Schluss an den Bildschirm fesselt. Das liegt vor allem an den glaubwürdigen wie sympathischen Figuren: Der aus Andergast verstossene Geron ist trotz eines latenten Hangs zur Tollpatschigkeit so liebenswert, dass man ihn unmöglich nicht ins Herz schliessen kann, zumal er doch sonst niemanden hat, der ihn mag. Abgesehen von Nuri natürlich; recht früh im Spiel stossen wir auf ein aufgewecktes Feenmädchen, das Geron auf seiner Reise begleitet und - so viel sei gesagt - mehr als nur Freundschaft für den Fallensteller hegt. Zudem gliedert sie sich mit ihren Zauberkräften wunderbar ins Spielgeschehen ein. Während Geron als Magiedilettant kleinere Objekte zerbricht, kann Nuri den Scherbenhaufen im Handumdrehen wieder zusammenkitten. Im Rätseldesign funktioniert diese Wechselwirkung indes nicht immer, weil sich uns einfach nicht erschliesst, was kaputtgehen kann und was nicht. So scheitert Geron etwa beim Zerdeppern eines Holzhockers; eine metergrosse Eisscholle ist für ihn jedoch kein Problem.

Überhaupt geizt das Spiel mit Hinweisen. Was sind wir kopfkratzend durch das Feenreich gestiefelt, haben kombiniert und geflucht, die Antwort aber einfach nicht gefunden. Es wäre eben gut zu wissen, dass der plätschernde Wasserfall magische Fähigkeiten hat und Objekte vergrössern oder schrumpfen kann. Wer da nicht durch Zufall oder Experimentierfreude von allein draufkommt, ist auf Lösungen aus dem Internet angewiesen - blöd. Ungeachtet dessen sind die meisten Kopfnüsse originell ausgefallen und nachvollziehbar in die Handlung eingebettet. Und obschon die Rätselschwierigkeit im letzten Spieldrittel immens anzieht, werden sich Adventure-Veteranen kaum die Finger wundklicken.

Das Schwarze Auge - Satinavs Ketten
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Mirco Kaempfer


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Mirco Kaempfer am 30 Jun 2012 @ 19:29
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