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Dawn of War III: Review

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Auf der sehr lesenswerten Videospiel-Satireseite (jap, so etwas gibt es wirklich) Point-and-Clickbait gab es vor einigen Jahren den lustigen Witz, dass eine Taube, die sich in die Zentrale von Games Workshop verirrt habe, einen Lizenzvertrag für Warhammer-Spiele erhalten habe. Hihi. Eine Taube. Einen Lizenzvertrag. Für Warhammer-Games! Brüller. Ein Fünkchen Wahrheit steckt darin jedoch ...

Auf der Erfolgswelle

Die Schwemme an Spielen aus dem Warhammer- und Warhammer-40k-Universum ist selbst für Fans kaum noch überschaubar. Dawn of War III sticht da noch heraus, denn zum einen hat sich der Erstling hervorragend verkauft und extrem interessante Erweiterungen nach sich gezogen. Zum anderen war der erste Teil eine Anbiederung an ausufernde Echtzeitschlachten, während der Nachfolger Dawn of War II kleinere Scharmützel in den Vordergrund schob. Der neueste Auswurf geht einen Schritt zurück zu den Wurzeln des klassischen Basenbaus und unternimmt sodann zwei nach vorne, um sich den MOBAs à la Heroes of the Storm anzubiedern.

Das klappt, aber nur bedingt. Natürlich könnt ihr Truppen über Truppen produzieren und übers Schlachtfeld hetzen, werdet damit aber nicht jede Schlacht gewinnen. Um das Blatt zu euren Gunsten zu wenden, ist der Einsatz von Helden unerlässlich, die ganze Gegnerscharen betäuben, mit einem Streich ausradieren oder andere nützliche Buffs wirken, die den gemeinen Soldaten ebenso unterstützen. Dieser Prämisse folgend ist der Basenbau eine eher lästige, glücklicherweise jedoch extrem kurzzeitige Angelegenheit. Bis Produktionsgebäude und Upgrade-Punkte hochgezogen wurden, vergehen nur wenige Minuten, der Aufwand fürs Mikromanagement verlagert sich eher auf die Truppenführung.

https://www.youtube.com/watch?v=Uh7fFq4RpF8

Mieses Feedback

Habt ihr eine kleine Streitmacht beisammen, zieht diese los, um Kontrollpunkte einzunehmen. Mehr Kontrollpunkte bedeuten mehr Ressourcen, die wiederum bedeuten, dass ihr mehr Einheiten produzieren könnt. Die Scharmützel sind lustig anzuschauen, der taktische Anspruch hält sich aber in Grenzen. Nur wenn ihr eine Kanone beschützen müsst, damit diese ordentlich lädt und über die halbe Karte ballert, wird es knifflig. Dann verlangt Dawn of War III höchste Konzentration, müssen Einheiten strategisch klug positioniert und eingesetzt werden.

Solche Momente sind allerdings rar, vielfach reicht stumpfes Geklicke aus, und das Feedback des Spiels aus dem Verlauf des Krieges könnte mieser nicht sein. StarCraft II – trotz seines Mikrotransaktionswahns – informiert euch sekündlich über den Kriegsverlauf, Dawn of War III stellt euch eigentlich nur das Resultat dar. Viel zu spät also werdet ihr gewahr, dass ihr vielleicht eure Strategie überdenken solltet. Da hilft nur der Missionsneustart – und das kostet Nerven.

Auch ansonsten ist der Vergleich zum Genreprimus StarCraft II sinnvoll, um zu zeigen, wo Potenzial verschenkt wurde. Animierte Charakterporträts fehlen, die comichaften Cutscenes können mit Blizzards wuchtig inszenierten und in Echtzeit gerenderten Filmchen nicht mithalten. Von der Sprachausgabe ganz zu schweigen, denn Dawn of War III bietet lediglich englische Sprecher. Die erledigen ihren Job exzellent, eine deutsche Synchronisation aber wäre trotzdem wünschenswert – behelfsmäßig tun es auch die deutschen Untertitel.

Das alles geht zulasten der ansonsten ordentlichen und wuchtigen Geschichte, deren Protagonisten hinsichtlich ihrer Charakterabgründe exzellent geschrieben sind und glaubwürdig agieren. Für Außenstehende dürfte die Story rund um ein Artefakt und dessen Auswirkungen auf das vom Krieg durch und durch gezeichnete Universum nur schwer nachvollziehbar sein. Fans der Tabletop-Spiele und Romane jauchzen hingegen vor Freude, weil zig Handlungsstränge der Vorlagen tangiert und Anspielungen pointiert gesetzt werden. Interessant ist die 16 Missionen umfassende Kampagne auch, weil ihr die Fraktionen der Space Marines, Orks und Eldar quer durcheinander zockt.

Dawn of War III
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Daniel Wendorf


Daniel Wendorf am 29 Jun 2017 @ 19:16
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