GBase - the gamer's base

Header08
oczko1

Der Fall John Yesterday: Review

  Personal Computer 

Jetzt wird es ernst: Zeichneten sich die Spiele der Pendulo Studios (Runaway, The Next BIG Thing) bisher vornehmlich durch ihren heiteren Humor aus, malen die Entwickler nun mit schwarzer Farbe. Abgefackelte Obdachlose, propagierende Satanisten und ein Held mit Gedächtnisschwund - Der Fall John Yesterday ist für die Spanier ungewohnt düster geraten. Aber auch ungeheuer spannend.

In New York verschwinden immer mehr Obdachlose, gefunden werden nur die verbrannten Leichen. Wohin werden die Heimatlosen verschleppt? Und wer ist der Täter? John Yesterday weiss es nicht. Er kann sich auch keinen Reim darauf machen, wieso er mit brummendem Schädel auf dem Dach einer Fabrikhalle liegt. Denn: John Yesterday leidet an Amnesie. Woher etwa die Ypsilon-förmige Narbe stammt, die seine Handfläche ziert, ist ihm schleierhaft. Doch er kann sich noch gut daran erinnern, dass er mit einer Überdosis Quecksilber ermordet wurde.

Düsteres Knobelabenteuer

Kokelnde Tote, grauenhafte Sektenrituale, bestialische Morde: Für die Entwickler der Pendulo Studios ist Der Fall John Yesterday ein aussergewöhnlich düsteres Spiel. Fans von Runaway oder The Next BIG Thing müssen sich erst einmal an den morbiden Stil gewöhnen. Zwar konnten sich die Spanier nicht verkneifen, hier und da ihren Humor in die Dialoge einfliessen zu lassen. Lachen kann man über den schwarzmalerischen Zynismus aber nicht. Stattdessen konfrontiert uns das Spiel mit einer ernsten Thematik, die durch viele Zeitsprünge, Personen- und Szenenwechsel enorm spannend verpackt ist.

Der Fall John Yesterday Bild
Das führt dazu, dass der rote Faden nicht immer nachvollziehbar ist. Tatsächlich fällt es zunächst schwer, herauszufinden, wann das Hier und Jetzt angesiedelt ist. Welche Rolle ausserdem eine satanische Sekte, ein französischer Wissenschaftler, dessen Tochter, ein in den eisigen Bergen lebender Eremit und der viel zu freundlich scheinende Henry White spielen, wollen wir natürlich nicht verraten. Schliesslich macht die Ungewissheit gerade den Reiz des Spiels aus: Man fühlt sich eben genauso verwirrt wie der amnesiegeplagte Titelheld John Yesterday. Im Laufe der vier bis fünf Stunden stolpern wir aber über mehr und mehr traurige wie überraschende Enthüllungen. Über Puzzelteile, die die Lücken in Johns Gedächtnis schliessen. Diese Art der Geschichtenerzählung ist ähnlich wie im Film Memento ein starker Motivationsmotor.

Der Fall John Yesterday
Game-Facts

Game-Abo
 Was ist das?


Mirco Kaempfer


Der-Fall-John-Yesterday


Der-Fall-John-Yesterday


Der-Fall-John-Yesterday


Der-Fall-John-Yesterday


Mirco Kaempfer am 14 Mai 2012 @ 16:57
Kaufen
oczko1 Kommentar verfassen