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El Matador: Review

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"Libertad y Orden", Freiheit und Ordnung, so lautet der Wahlspruch der Kolumbianer. Und exakt für Letzteres, also Ordnung, sorgt der Protagonist von El Matador. Victor Corben ist nämlich unter anderem auch Mitglied der amerikanischen Drogenbekämpfungsbehörde DEA. Weshalb diese in Kolumbien zu Werke geht, hat relativ einleuchtende Gründe, schliesslich ist das Land doch nicht zuerst als Heimat der wohl berühmtesten Hüftschwingerin unserer Zeit, Shakira, bekannt. Auch die Tatsache, dass Kolumbien der weltgrösste Schnittblumenproduzent ist, tritt in der öffentlichen Wahrnehmung eher in den Hintergrund. Und das alles nur wegen einer einzigen Pflanze, Kolumbien ist nämlich auch global führend im Anbau von Koka. Würde der daraus erzeugte Stoff, also Kokain, in Kolumbien bleiben, hätte die DEA wohl nicht ganz so viel dagegen, aber weil grosse Mengen auch in die USA verschifft und dort konsumiert werden, geht's den Drogenbossen nun tüchtig an den Kragen. Hierin zeigt sich aber lediglich die Motivation der DEA, Victor selbst hat nämlich andere Beweggründe.

Kriminal-Tango - und wer führt?

El Matador erzählt die Geschichte des DEA-Agenten Victor Corben, wegen seiner Schiesswütigkeit im Kollegenkreis "El Matador" genannt. Als Doppelagent ist Victor aber kein klassischer guter Cop, sondern vielmehr ein recht übler Zeitgenosse, denn er vertritt die Interessen eines nicht genannten Kartells, das über die Eliminierung der kolumbianischen Bosse den Kokainmarkt an sich reissen will. Genau zu diesem Zweck wurde Matador in die DEA eingeschleust: Die unliebsame kolumbianische Konkurrenz aus dem Weg zu räumen. Im Drogenbusiness ist freie Marktwirtschaft nun halt eher unerwünscht, schmälert sie doch die eigenen Gewinne. Und hey, wenn's um Kohle geht, ist ja nicht nur bei Mafiabrüdern Schluss mit lustig.

Man sollte meinen, dass dieser rote Faden einiges an spannenden Handlungssträngen und interessanten Charakteren - mithin also eine tolle, rasante Story - erlauben würde. Leider gelang dies den Entwicklern nicht annähernd. Die einzelnen Kapitel sind mehr oder minder lose aneinandergereiht, wobei die ein- und überleitenden Zwischensequenzen aber relativ gut gelungen sind. Die Figuren, insbesondere der Hauptdarsteller, bleiben jedoch ohne Ecken und Kanten (nun, von den Polygonen einmal abgesehen jetzt). Man identifiziert sich aber nicht nur deswegen nicht mit den Darstellern, sondern hauptsächlich weil sie ziemlich unsympathisch sind. Und ein Protagonist, der einem die ganze Zeit auf die Nerven fällt, ist nun mal nicht sonderlich viel wert. Rein storymässig liegen zwischen El Matador und seinem grossen, unerreichten Bruder Max Payne demnach Welten.

El Matador: Ballermann fett

Das Game kommt im Gewand eines Third-Person-Shooters daher, man sieht die Spielfigur also stets im Bild. Beim Zielen mit einer Waffe wird hereingezoomt, so dass eine Schulterperspektive entsteht, die man so beispielsweise auch aus Splinter Cell: Chaos Theory kennt (leider ist es in El Matador aber nicht möglich, die Waffenschulter zu wechseln). Die einzelnen Levels sind stark linear aufgebaut und meist durchgängig geskriptet, mehrere oder beinahe ganz freie Lösungswege wie in Far Cry bestehen damit nicht, und die Gegner tauchen immer an den gleichen Stellen auf. Dass das nicht zwingend schlecht sein muss, hat Max Payne 2 eindrücklich bewiesen, denn auch ein inspiriertes, spezielles Leveldesign kann für die mangelnde Bewegungsfreiheit entschädigen. Die Karten in El Matador sind aber eher durchschnittlich, einfallsreiche und einfallslose Passagen halten sich in etwa die Waage. An Schauplätzen werden unter anderem geboten: Ein Nachtklub (ohne Tänzerinnen), eine Villa (mit einem sehr speziellen Keller), ein Frachthafen (mit, oh Wunder, vielen, vielen bunten Schiffscontainern).

Man ballert sich also durch die Levels, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Meist ist man alleine unterwegs, teilweise begleiten einen KI-gesteuerte Mitstreiter. Wie bereits aus diversen anderen Titeln bekannt, verfügt auch der Held von El Matador über eine Zeitlupenfunktion (Bullet Time), die es dem Spieler erlaubt, das Geschehen für einige Sekunden zu verlangsamen. Diese Funktion ist zwar recht nützlich, im Vergleich zu anderen Games (Max Payne, F.E.A.R.) aber weit weniger spektakulär ausgefallen. Trotzdem ist El Matador ein actiongeladenes Spiel, das streckenweise durchaus zu packen weiss, auch wenn man so ziemlich alles irgendwo anders schon besser gesehen hat. Die Action beschränkt sich im Übrigen vollständig aufs Ballern; Hüpfeinlagen oder kleine Rätsel wie beispielsweise in Half-Life 2 gibt es keine.

El Matador
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Valentin Haller

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Valentin Haller am 10 Nov 2006 @ 06:13
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