GBase - the gamer's base

Header08
oczko1

Fable - The Lost Chapters: Review

  Personal Computer 

Für gewöhnlich ist die Rollenverteilung klar: Mit der ganzen Breitseite der political correctness wird dem Computerspieler aufgedrängt, doch gefälligst das Gute zu spielen, gegen das Böse. Fable scheisst drauf. Erliegen anderswo gute Pixelstatisten ihren Kollateralschäden beim Feldzug gegen das Böse, gehört das bei Fable mitunter zum guten Ton.

Lange hat´s gedauert, aber nun ist endlich nach dem Erscheinen der Xbox-Version rund ein Jahr später auch die PC-Fassung von Fable zu haben. Leicht erweitert, natürlich mit hübscherer Grafik auf dem PC-Monitor und mit vielen Logos auf der Verpackung. Die deuten bereits drauf hin, dass schon andere Gamemags das Spiel mit Höchstwertungen auszeichneten. Ich freute mich auf den Test.

Ich geb´s zu, ich war kürzlich böse! Sehr sogar. Was blieb mir auch Anderes übrig: Seit über einem Jahrzehnt schlage ich mich auf der Seite der Guten durch, zerhäcksel bösartige Kreaturen und rette ein Prinzesschen nach der anderen. Und was ist der Lohn dafür? Nicht mal nackt bekam ich die Mädels je auf den Schirm! Wenn überhaupt, dann nur durch hinterlistiges Cheaten. Böse sein bringt mich also ans Ziel, dachte ich mir, und machte mir im Action-Rollenspiel "Fable: The Lost Chapters" das zunutze, was andere Spiele mir verwehren: Das Schlüpfen in eine mir unvertraute bösartige Rolle. Fable macht´s möglich. Die nackten Weiber bekam ich zwar nicht zu sehen, dafür ein geiles Action-Rollenspiel für ein langes Vorspiel mit angehängtem Nachspiel.

Zu neuen Ufern

Die Xbox-Fassung von Fable gibt es ja bereits schon seit einigen Monaten. Angeblich sollte es nie für PCs konvertiert werden, doch allen Gerüchten zum Trotz ist es nun da - bigger, better and stronger than ever before! PC-Spieler profitieren also jetzt von einigen zusätzlichen Quests, die zwar kein völlig neuartiges Spiel aus Fable machen, aber wenigstens die kurze Spieldauer etwas strecken. Natürlich erfreuen wir PC-Spieler uns an einer besseren Grafik, den hochauflösenden Monitoren sei Dank. TV-Grafik? Bäh, nicht ohne HDTV.

Spielerisch gesehen bleibt alles beim Alten. Ihr schlüpft in die Rolle eines namenlosen Helden, dessen Familie in frühester Kindheit von Räubern entweder verschleppt oder scheinbar niedergemetzelt wurde. Genauere Handlungsverläufe lässt die erste Spielepisode noch nicht erahnen. Jedenfalls haben die Fieslinge das ganze Dorf plattgewalzt. Euer kleiner Bub steht also nun allein da. Vater tot, Mutter und Schwester ... sonstwo. Klar, zukünftig so ganz ohne Taschengeld dazustehen, das macht sauer. Und so schürt der kleine Mann im Laufe der kommenden Jahre grosse Rachegedanken. Klasse, dass ihr in der hiesigen Heldengilde aufgenommen werdet und euch erste Kampftricks mit Nahkampfwaffen (Schwert, Keule, Hammer oder Axt), Distanzwaffen (Bogen und Armbrust) oder magische Fähigkeiten aneignet. Kindheit und Jugend verbaselt eure Spielfigur nicht etwa mit Murmel spielen oder beim Streicheln von Nintendogs. Nein, hier in phantasievoller Mittelalterumgebung haut ihr in Trainingsarenen auf den Putz, verdient euch mit dem Abschiessen von Spatzen etwas Gold dazu und investiert schon im jungen Alter gewonnene Erfahrungspunkte in die drei Fertigkeitenlinien Körper (Nahkampf), Fertigkeit (Fernkampf) und Magie. Kindheit und Jugend eures Heldens werden in zwei Abschnitten auch optisch dargestellt. Erst nach dem Ablegen der Gildenprüfungen, die irgendwie ziemlich einfach geraten sind, dürft ihr als erwachsener Möchtegern-Held in die weite Welt hinaus und echte Quests erledigen.

Eine derart simple Hintergrundgeschichte (bittere Überfälle, Kind sauer, süsse Rache) ist nicht gerade jedermanns Geschmack. Wohl aber die Möglichkeiten, die euch Designer Peter Molyneux zusammen mit seinem Team von Lionhead auf den Weg gibt. Neben der Entscheidung, ob eure Figur eher Schwertkämpfer, Bogenschütze oder ein Zauberer wird, steht ihr ständig zwischen Engel und Teufel, Gut oder Böse. Folgt ihr brav dem Weg eines typischen RPG-Heldens, erledigt Quests wie vorgeschrieben, gebt Kindern verlorene Teddybären zurück und klaut ihr bloss keine Besitztümer anderer, verehren euch die Einwohner als lieben Kerl. Wie langweilig. Das geht auch anders: Einfach mal umherlaufenden Hühnern in den Eiertank treten, den Dorfrüpel beim Anrülpsen eines armen Bettlers unterstützen oder hitzköpfig eine ganze Dorfgemeinschaft mittels Feuerzauber zu Tode flambieren. Burn baby, burn! In Fable ist das möglich und das Spiel bleibt trotzdem durchspielbar.

Fable - The Lost Chapters
Game-Facts

Game-Abo
 Was ist das?


Thomas Richter

Fable---The-Lost-Chapters


Fable---The-Lost-Chapters


Fable---The-Lost-Chapters


Fable---The-Lost-Chapters


Thomas Richter am 07 Okt 2005 @ 23:06
Kaufen
oczko1 Kommentar verfassen