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Final Fantasy XV: Review

  Personal Computer 

Was lange währt, wird endlich gut. Ob dieser Spruch auch auf die PC-Version von Final Fantasy XV zutrifft, die seit Kurzem erhältlich ist, zeigt euch unser Test.

Gestatten, Prinz Noctis

In der Introsequenz, die für Final-Fantasy-Verhältnisse erfrischenderweise sehr kurz ausfällt, lernen wir den jungen Prinz Noctis kennen. Er unterhält sich mit seinem Vater, dem König, der sich von ihm verabschiedet, da sein Sohn eine wichtige Reise vor sich hat. Dieser soll sich nämlich in einer nahe gelegenen Stadt mit der Frau vermählen, die ihm versprochen ist, um seiner Bestimmung nachzukommen. Um sicherzugehen, dass Noctis auch dort ankommt, wo er erwartet wird, tritt er die Reise nicht allein, sondern mit drei Begleitern an. Dass dies eine gute Idee war, zeigt sich schon wenig später, kurz nach dem Start der Reise. Die Vierergruppe, die in vielerlei Hinsicht an die Charaktere einer klassischen 1990er-Jahre-Boygroup erinnert, sitzt nämlich schon nach kurzer Zeit nicht mehr im Luxussportwagen des Prinzen, sondern schiebt das Auto mit vereinten Kräften zur nächsten Tankstelle. Da die Reparatur ein wenig Zeit in Anspruch nimmt, haben wir die Zeit, uns mit der offenen Spielwelt, dem Kampfsystem und der Unfähigkeit des Prinzen vertraut zu machen, bevor unser Abenteuer so richtig startet.

Gelungenes Roadtrip-Feeling

Grafisch überzeugt FF XV definitiv auch auf dem PC. Die Spielwelt vermittelt ab der ersten Spielminute ein Gefühl vollkommener Freiheit. Gerade dann, wenn wir diese im späteren Verlauf mit dem Wagen erkunden können, fühlt sich das Spiel nach einem echten Roadtrip an. Dies wird durch die Tatsache, dass wir das Auto nicht selbst steuern müssen, noch zusätzlich unterstrichen. Wenn wir nämlich nicht selbst hinterm Lenkrad sitzen, haben wir ausreichend Zeit, die wunderschöne Umgebung auf dem Weg zum nächsten Ziel zu beobachten. Die grafische Umsetzung besticht nicht nur mit realistischen Schattenwürfen, hervorragenden Spiegelungen oder einem authentischen Himmel, an dem die Wolken vorüberziehen, sondern auch mit Kleinigkeiten wie Dreck, der beim Laufen aufgewirbelt wird, oder auch der Bewegung der Kleider oder der Haare, wenn wir durch die Spielwelt sprinten. Darüber hinaus hat das Spiel einen sehr stimmungsvollen Tag-und-Nacht-Wechsel zu bieten, der uns die Natur auf völlig verschiedene Arten erleben und bewundern lässt. Ebenfalls sehr schön anzusehen ist, dass jeder der vier Hauptcharaktere eine individuelle Art hat, sich fortzubewegen. Gerade Noctis fällt mit seinem Jack-Sparrow-artigen Laufstil sofort ins Auge und sorgt dadurch für das eine oder andere Grinsen. Das Gefühl der Freiheit wird von dem hervorragenden Soundtrack zusätzlich unterstrichen. Dieser wartet mit klanglich äußerst hochwertigen orchestralen Stücken auf, die während der Reise etwas langsamer und tragender, in den Kämpfen dagegen sehr wuchtig und treibend ausfallen.

Es muss nicht immer kompliziert sein

Das Kampfsystem von Final Fantasy XV hat uns gerade mit seiner Schlichtheit sowie mit seinem hohen Tempo überzeugt. So führen wir unsere Angriffe standardmäßig über die linke Maustaste aus, hierbei haben wir die Wahl zwischen Einzelschlägen oder Serien, die durch das Gedrückthalten der Maus automatisch ausgeführt werden. Ebenfalls sehr schön ist die Möglichkeit, mit einem Warp-Angriff aus der Ferne zu attackieren oder im Zusammenspiel mit unseren Begleitern mächtige Kombos auszuführen. Um zu vermeiden, dass der Prinz zu viel Schaden einsteckt, ist es außerdem erforderlich, die Abwehr- und Ausweichmechanismen zu nutzen, die über die rechte Maustaste steuerbar sind. So haben wir die Chance, mit geschicktem Timing den Angriffen der Feinde auszuweichen. Halten wir die rechte Taste des Nagers zur rechten Zeit gedrückt, besteht außerdem die Möglichkeit, die Attacken zu blocken. Das Wechseln der Waffe ist komfortabel über das Mausrad möglich, sodass wir uns spontan zwischen Varianten wie dem Beidhänder, dem simplen Schwert oder der Lanze entscheiden können. Während die Steuerung in den Kämpfen noch recht vertraut wirkt, muss man sich bei der Bewegung durch die Spielwelt zum Beispiel erst daran gewöhnen, dass Noctis standardmäßig durch Halten der linken Maustaste in den Sprintmodus wechselt, und nicht etwa, wie es meistens der Fall ist, über die Umschalttaste. Insgesamt ist der Titel sehr mausfixiert, was aber für eine äußerst flinke und wendige Spielweise sorgt, die FF XV aus der Masse der Genrekollegen heraushebt. Für Fans der klassischen Final-Fantasy-Teile könnte der Ansatz, der sich doch sehr weit vom Kampfsystem eines Rollenspiels entfernt, aber vielleicht etwas zu actionorientiert sein.

Nachtrag: Multiplayer-DLC

Auch wenn der Fokus von FF XV natürlich ganz klar auf dem umfangreichen Singleplayer-Modus liegt, möchten wir euch den Multiplayer-DLC, der auf den Namen "Gefährten" hört und Teil der Windows-Edition ist, nicht vorenthalten. Die Geschichte ist zeitlich nach der Haupthandlung angesiedelt, wodurch es sich empfiehlt, diese erst zu beenden. Bevor es losgeht, können wir einen männlichen oder weiblichen Charakter unserer Wahl erstellen, mit dem wir in die Multiplayer-Gefechte starten wollen.

Die Steuerung entspricht weitestgehend der des Hauptspiels, wodurch sich alles wie gewohnt anfühlt. Nach Abschluss des Intros finden wir uns in einer verbarrikadierten Stadt wieder, die wir durch Abschluss einzelner Missionen nach und nach mit Strom versorgen können. Dies ist möglich, da es als Belohnung jeder Aufgabe Energiesteine gibt, die wir vor Ort für die Stromversorgung nutzen können. Die Missionen können mit bis zu drei Mitspielern bestritten werden, es ist aber auch möglich, drei KI-Mitstreiter zu wählen und alleine loszuziehen. Innerhalb der Aufgaben warten zahlreiche kleinere Feinde sowie mächtige Bossgegner auf uns, für die wir die geballte Kraft der Gruppe benötigen. Insgesamt wurde der Multiplayer-DLC überraschend aufwendig gestaltet und ist eine nette Ergänzung zum ohnehin schon sehr umfangreichen Hauptspiel.

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Daniel Walter

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Daniel Walter am 22 Mrz 2018 @ 11:08
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